#stayathome: Ich hab’s kapiert – Es reicht!

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#stayathome: Ich hab’s kapiert – Es reicht!

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Es reicht, wirklich! Nein, ich meine jetzt nicht die vielen Beschränkungen im Alltag. Ich meine die Art, wie sie mir immer und immer wieder kommuniziert werden.

Hashtag Zuhause bleiben: wo auch immer ich gerade virtuell unterwegs bin, überall wird mir auf die eine oder andere Art deutlich gemacht, wie ich mich zu verhalten habe. Das nervt gewaltig!

Ich kenne die Regeln, die ja jetzt schon seit ein paar Tagen gelten. Und ich halte mich so gut es geht daran: ich habe meine sozialen Kontakte erheblich eingeschränkt, ich arbeite von zuhause aus, ich verlasse kaum die Wohnung. Und wenn ich doch mal raus muss, verzichte ich auf den ÖPNV und fahre lieber Rad oder Roller. Ich habe also verstanden, was angemessen ist, und verhalte mich danach.

Wie ein kleines, dummes Kind

Und, da bin ich mir sicher, das geht nicht nur mir so, sondern vielen anderen Menschen auch. Den meisten, würde ich sagen. Denn wenn Sie mal nach draußen schauen, dann fällt auf: die Straßen sind leer, die Supermärkte ebenso. Und wo doch mal ein paar Menschen aufeinander treffen, zum Beispiel vor dem Bäcker oder der Drogerie, halten sie meist ordentlich Abstand.

Sogar der CDU-Innenminister unseres Landes, Herbert Reul, lobt die Einsicht der Bürger. Um die 7.000 Verstöße bislang, gerade mal, bei 18 Millionen Einwohnern.

Wenn ich aber ins Internet gehe, meinen Fernseher anmache oder die Zeitung aufschlage, komme ich mir vor wie ein kleines, dummes Kind. Denn überall, wirklich überall, wird mir permanent gesagt, was ich zu tun habe:

Bei Twitter zum Beispiel von Jan – zuhause bleiben – Böhmermann, der wohl meint, seine Follower würden ohne diesen Hinweis in seinem Namen in Scharen nach draußen strömen. In die Parks, zum Gruppen-Picknick. Er ist nicht allein mit diesem Namenszusatz. Andere haben ihren Twitter-Account um den Hinweis „Hände waschen“ ergänzt – weil wir das ja gerade derzeit so oft vergessen!

Ich bin dann mal weg

Und auch mein Fernseher sagt mir, was ich sonst sicher gleich wieder vergessen hätte: wir bleiben zuhause, daheim bleiben, bleibt echt zuhause. Das alles steht neben den Logos der Sender, denn die haben es sich anscheinend zu einer Hauptaufgabe gemacht, ihre Zuschauer permanent zum richtigen Verhalten zu ermahnen. Für alle, die es immer noch nicht verstanden haben! Und von denen scheint es nach Meinung der Sender eine Menge zu geben, sonst müsste man uns ja nicht immer und überall daran erinnern, was geboten ist.

Mit geht das wirklich sehr auf die Nerven: ich bin kein kleines Kind, das man permanent daran erinnern muss, was erlaubt ist und was nicht. Das sorgt bei mir eher für eine instinktive Abwehrreaktion. Ich schalte den Fernseher aus, lege das Handy weg, dann bin ich eben offline. Denn ich will gern auch mal ein paar Minuten nicht daran denken müssen, in was für einer Ausnahme-Situation wir gerade leben.

 

Über den Autor

„Doch, Landespolitik kann spannend sein, sogar ziemlich! Und wie bei so vielem im Leben wird’s erst richtig interessant, wenn man differenzierter auf die Themen und auch mal hinter die Kulissen schaut. Meine Schwerpunkte: vor allem Bildungsthemen, aber auch Migration und Innenpolitik. Geboren und aufgewachsen in Leipzig, seit 2004 Redakteurin in der WDR-Landespolitik und bei der WDR5-Sendung Westblick. Und ziemlich regelmäßig auch im Rheinblick-Podcast zu hören.“

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