Welcher Landespolitiker fährt ein E-Mobil?

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Welcher Landespolitiker fährt ein E-Mobil?

Kommentare zum Artikel: 3

Politiker lieben Elektroautos … jedenfalls wenn es um die Formulierung politischer Ziele geht. E-Mobilität – das vermittelt schließlich Modernität, Energiewende, Sauberkeit, Zukunft. Gewinnerthemen halt. Aber wenn es ans Eingemachte geht, dann ist das mit den E-Autos auch für die Politiker nicht so ganz einfach. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) zum Beispiel hat seinen Mercedes-500-Hybrid, den er zuletzt als Dienstwagen fuhr, wieder gegen einen Diesel ausgetauscht.

Selbst Remmel fährt kein E-Auto

Und selbst der stets klimabewusste grüne Umweltminister Johannes Remmel, dem man nun wirklich nicht nachsagen kann, anders zu handeln, als er redet (zuweilen sieht man ihn noch immer mit dem Dienst-Fahrrad – ! – zwischen Ministerium und Landtag pendeln), also auch dieser Johannes Remmel fährt als Dienstwagen noch immer einen BMW mit Verbrennungsmotor. Einen ziemlich sauberen zwar, aber eben mit Verbrennungsmotor. Kein E-Auto. Weil die Reichweite von Elektrofahrzeugen noch immer begrenzt ist. Und weil nicht überall im Land, wenn er auf Dienstreise ist, eine Ladesäule zur Verfügung steht, und er sich ein Liegenbleiben auf der Rückfahrt nicht leisten kann. Auch der auf dem Foto oben posierende Verkehrsminister Mike Groschek (SPD) ist noch nicht auf Elektro umgestiegen.

Pritschenwagen zählen nicht

Also: Wie steht es nun mit der Vorbildfunktion der NRW-Landesregierung in Sachen Elektroautos? Die Staatskanzlei hat dem WDR eine aktuelle Übersicht übermittelt (zum Vergrößern bitte anklicken).
Elektroautos der Landesregierung
Die Bilanz daraus sieht – nun ja – nicht wirklich berauschend, aber auch nicht völlig vernichtend aus. 15 Hybride oder komplett elektrobetriebene E-Fahrzeuge sind danach aktuell im Betrieb. Die Aixam Megas kann man dabei getrost vergessen; das sind kleine Leicht-Pritschenwagen, wie sie Gärtnereien oder Hausmeister benutzen. Und beim Rest sieht’s dann schon ziemlich mau aus.

50 neue Elektroautos

Dass die Landesregierung überhaupt noch mit einem “Nun ja” wegkommt, liegt am 2016er Beschaffungsplan, der gerade angelaufen ist. Allein in diesem Jahr sollen noch über 50 Elektroautos an die Landesministerien und -behörden ausgeliefert werden, darunter 31 Golf, 15 BMW i3er und etliche BMW-Hybrid 330 für den Fahrzeugpool, mit dem Minister und Gäste bewegt werden. Bei insgesamt rund 2.600 Dienstwagen in der Landesverwaltung (Polizei-Streifenwagen nicht mitgerechnet) ist das bestimmt noch keine E-Mobilitäts-Wende, aber zumindest mal ein Anfang.

Die umweltbewusstesten Minister in Sachen Dienstwagen sind übrigens Schulministerin Sylvia Löhrmann und Europaminister Franz-Josef Lersch-Mense, die sich beide mit einem teil-elektrischen Mercedes-Hybrid chauffieren lassen. Komplett elektrisch unterwegs ist vom NRW-Politikerspitzenpersonal nur der Staatssekretär im Umweltministerium, Peter Knitsch, mit einem Audi A3 e-tron.

Über den Autor

Alles, was recht ist, aber langweilig wird es in der Landespolitik nie! Flüchtlinge, Haushalt, Energiepolitik, Umwelt: Ständig tun sich neue politische Baustellen auf, und es gibt immer viel zu berichten. Ich begleite die Landespolitik als Berichterstatter schon seit 1998. Meine wichtigsten Themen sind Umwelt, Energie, Wirtschaft und Verkehr.

3 Kommentare

  1. Manuela Brinner am

    Alles Augenwischerei, wer kann sich als Otto- Normalverdiener mit einem Monatsgehalt von 1500-, Euro netto und einer Großfamilie mit 4 Kindern z. B den neuen Tesla Model X, der ohnehin erst 2017 ausgeliefert wird, mit einem Kaufpreis von 109000 Euro leisten? Niemand !!! vergleichbares Auto gibt es z.B.von Dacia schon für 17000 Euro schon zu haben !!! Da hilft auch keine Prämie, darüber sollten sich mal die Politiker Gedanken machen, denn der Otto- Normalverbraucher kann nicht mit solchen Gehältern aufwarten. Ein Verkäufer verdient bei uns in der BRD ein Nettoeinkommen von ca. 1200,- Euro und ein Müllwerker, dem nun wirklich nichts geschenkt wird und er hart schuften muss hat mit Staub und Gefahrenzulage gerade mal 1500,- Euro Verdienst!!! Womit soll man dann diese horrenden Summen für ein Elektroauto bezahlen? Das wäre mal ein Denkanstoß für unsere Regierung, die schuften sich bei Ihrer Arbeit nicht Maniedas Kreuz kaputt? Wie siehts aus, liebe Politiker, möchten Sie mal mit diesen Arbieitern für ein paar Monate tauschen? Ich bin überzeugt davon, dass Frau Merkel schon nach einem Tag die Segel streichen wird!!! Ein ehrlicher Mitbürger hat sich hier mal Luft gemacht!!!

  2. Michael Wander am

    Hier spiegelt sich der Wille ein Wandel in der Mobilität in erreichbarer Nähe in unserem Lande zu erwirken danieder und die jetzige Generation der Politiker bedienen das Klischee im feinsten Gewand. Jene Generation die heute Worte wie “Energiewende”, “E-Mobilität” oder “Zukunft” lobpreisen und damit um die Gunst der Bürger bzw. der Wirtschaft sowie deren Verständnis werben, verspielen wiederholt die Chancen der Gegenwart und Realität. Dabei haben die Gelehrten wohl längst vergessen, dass nach dem gesprochenem Wort auch ein durchdachtes rasches Handeln zu folgen hat. So wird das Instrument der Gegenwart nie die Melodie einer umweltschützenden Menschheit der Zukunft spielen.

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