Wenn Bürokraten auf Katzen treffen

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Wenn Bürokraten auf Katzen treffen

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Nie hätte ich gedacht, dass Katzen so wichtig für die Landespolitik sind. Doch spätestens seit die Jäger im Land einen Streit mit Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) vom Zaun brachen – weil sie weiterhin streunende Katzen abschießen wollten -, war mir klar: Katzen-Content ist wichtig. Also dann…

Wie es klingt, wenn Bürokraten Katzen schützen wollen

In mein Postfach flatterte eben die neue Landes-Verordnung zum Schutz frei lebender Katzen. Sie bezieht sich auf das Tierschutzgesetz des Bundes. Und das wiederum verfolgt das Ziel, Katzen zu schützen, indem ihre Zahl klein gehalten wird. Die Kommunen sollen entsprechende Maßnahmen ergreifen. So weit, so gut. Doch wie es klingt, wenn Bürokraten Katzen schützen wollen, ist erstens sehr – naja – bürokratisch. Und zweitens unfreiwillig komisch. Beispiele gefällig?

Die Kommune muss feststellen, ob es auf ihrem Gebiet eine hohe Zahl freilebender Katzen gibt, die “erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden” haben, die auf die hohe Zahl der Tiere in diesem Gebiet zurückzuführen sind. Kompliziert, aber es geht noch besser.

Ein Tierarzt soll feststellen, wie sehr die Katzen leiden. Maßgabe: “Schmerzen, Leiden und Schäden sind alle körperlichen Zustände bei Katzen, die negativ vom Normalzustand abweichen.” Und: “Sofern Tiere versterben, ist dies ebenfalls zu berücksichtigen, weil der Tod als der größtmöglicher Schaden zu werten ist.”

… zum Vermehrungsgeschehen beitragen

Schließlich geht es darum, dass die Kommunen eine weitere Vermehrung der Katzen verhindern sollen. Am besten durch Kastrierungen. Betroffen davon sollen auch “unkastrierte Freigängerkatzen” sein. Denn diese sind ziemlich perfide und …”nehmen zwangsläufig Kontakt mit frei lebenden Katzen auf, sodass sie fortlaufend zum Vermehrungsgeschehen beitragen”. Solche Freigänger dürfen, so der Verordnungstext, “zum Zweck der Ermittlung der Haltungsperson in Obhut genommen werden”.

Gut, dass das alles geregelt ist.

 

Über den Autor

Online-Reporter sind im Düsseldorfer Politik-Betrieb immer noch eine Seltenheit. Das hat sich seit 2011, als ich in Düsseldorf angefangen habe, nicht verändert. Ich schreibe, blogge und twittere über alles, was mit Landespolitik zu tun hat. Egal, ob Jagdgesetz, Haushaltsdebatte oder Funkloch-Affäre. Nachzulesen - unter anderem - bei WDR.de.

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