Aus Chile, Israel, Südkorea, Vietnam, Mauritius, Indien: Die Nominierten zum Liberaturpreis 2018

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Aus Chile, Israel, Südkorea, Vietnam, Mauritius, Indien: Die Nominierten zum Liberaturpreis 2018

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Zum 30. Mal wird in diesem Jahr der Liberaturpreis vergeben – ein Preis nur für Frauen, der auf Schriftstellerinnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik aufmerksam machen soll, die ansonsten zu wenig Beachtung finden könnten im Meer der Bücherfluten des aktuellen Buchmarktes. Der Liberaturpreis ist ein Publikumspreis, ab dem 23. Mai bis Ende des Monats kann jede/r mit abstimmen, und zwar auf der Seite der Litprom-Gesellschaft, die den Preis vergibt. Nominiert sind die Romane von Frauen, die es im letzten Jahr auf die Weltempfänger-Bestenliste geschafft haben, die ebenfalls vom litprom-Team organisiert wird.

(Das Foto und die folgenden Angaben stammen von Litprom e.V.)

Nona Fernández [Chile]: »Die Straße zum 10. Juli«
Roman. Aus dem Spanischen von Anna Gentz (Septime). Weltempfänger Nr. 34/Frühling 2017
Die Jury: Auch in Chile hat der Turbokapitalismus die Menschen gedrillt. Aber einer steigt aus und verschwindet. Phantastisch abgründig erzählt Nona Fernández die chilenische Leistungsgesellschaft als Folge der Militärdiktatur und verbindet persönliche mit kollektiven Traumata. Ein beachtlicher literarischer Versuch. (Insa Wilke)

Ayelet Gundar-Goshen [Israel]: »Lügnerin«
Roman. Aus dem Hebräischen von Helene Seidler (Kein&Aber). Weltempfänger Nr. 37/Winter 2017
Die Jury: Ein Fernsehstar beleidigt eine junge Eisverkäuferin sexuell – Worte werden als Taten missinterpretiert. Die unscheinbare Teenagerin steht auf einmal im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Ein psychologisch fein erzählter Roman über jugendliche Selbstzweifel , Liebessehnsucht sowie die Oberflächlichkeit und Verklemmtheiten unserer medialisierten Gesellschaft. (Andreas Fanizadeh)

Han Kang [Südkorea]: »Menschenwerk«
Roman. Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee (Aufbau). Weltempfänger Nr. 37/Winter 2017
Die Jury: Gwanju, Südkorea 1980. Eine Studentenrevolte wird blutig niedergeschlagen. Die Gewalt, die Menschen einander immer wieder antun, ist in der Welt. Wie kann man je damit fertig werden? Sie findet Worte und eine zärtlich-poetische Form für das vermeintlich Unbeschreibliche. Extrem berührend und sehr mutig. (Anita Djafari)

Ae-ran Kim [Südkorea]: »Mein pochendes Leben«
Roman. Aus dem Koreanischen von Sebastian Bring (cass). Weltempfänger Nr. 36/Herbst 2017
Die Jury: Ein Roman über ein Kind, das an der seltenen Krankheit Progerie (vorzeitiges Altern) leidet. In fast nüchterner, lakonischer Sprache, durchsetzt mit poetischen, nie sentimentalen, manchmal humorvollen Einsprengseln wird vom Sterben und Vergehen erzählt. Und verleiht so einem ernsten Thema Leichtigkeit. (Anita Djafari)

Nguyen Ngoc Tu [Vietnam]: »Endlose Felder«
Erzählungen. Aus dem Vietnamesischen von Günter Giesenfeld und Marianne Ngo (Mitteldeutscher Verlag). Weltempfänger Nr. 37/Winter 2017
Die Jury: Das Mekong-Delta südlich von Ho-Chi-Minh-Stadt: Hier schippern Nguyen Ngoc Tus Figuren über den Fluss und gehen ihren Geschäften nach. Sie schließen Ehen und lassen sich wieder scheiden, verlassen einander und suchen sich später oft lebenslang. Sehnsuchtsvolle Geschichten – knapp und dicht erzählt. (Katharina Borchardt)

Shenaz Patel [Mauritius]: »Die Stille von Chagos«
Roman. Aus dem Französischen von Eva Scharenberg. (Weidle). Weltempfänger Nr. 37/Winter 2017
Die Jury: Wer hat schon vom Chagos-Archipel gehört? Wer Shenaz Patels intensive Annäherung über das Unrecht liest, das den Menschen von dort bis heute angetan wird, vergisst diesen Namen nicht mehr. Er kriecht einem unter die Haut, der Name Chagos, gesättigt von der Trauer um das vergeudete Lebensglück der Insulanerinnen und Insulaner. (Insa Wilke)

Shumona Sinha [Indien/FR]: »Kalkutta«
Roman. Aus dem Französischen von Lena Müller (Nautilus). Weltempfänger Nr. 34/Frühjahr 2017
Die Jury: Trisha reist zur Einäscherung ihres Vaters zurück in ihre Heimatstadt Kalkutta. Die Reise wird zur Zeitreise: in die Geschichte ihrer Familie bis zu den Anfängen an einem Fluss in Bengalen und in die politisch bewegte Geschichte des Landes, ja des indischen Subkontinents. Poetisch, wuchtig, zärtlich. (Claudia Kramatschek)

Kim Thúy [Kanada/Vietnam]: »Die vielen Namen der Liebe«
Roman. Aus dem Französischen von Andrea Alvermann und Brigitte Große (Antje Kunstmann). Weltempfänger Nr. 35/ Sommer 2017
Die Jury: Als Kind flieht Vi aus Vietnam nach Kanada. Dem autobiographischen Stoff gewinnt Kim Thúy in eindringlichen und kunstvoll gesetzten Miniaturen berührende Facetten ab: Wie sich aus gesellschaftlichen und familiären Traditionen befreien, die Halt und Grenzen bedeuten? Wie Fremde in Heimat verwandeln? (Claudia Kramatschek)

2 Kommentare

  1. Monika Schmidt-Rau am

    Ich fand die Veranstaltung große Klasse!
    Vielleicht könnte man noch mehr Frauen gewinnen welche vorlesen und
    die Bücher auch besprechen!

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