Durch dick und dünn – Die erfolgreichsten Bücher 2017

https://blog.wdr.de/nollerliest/die-erfolgreichsten-buecher-2017/

Durch dick und dünn – Die erfolgreichsten Bücher 2017

Kommentare zum Artikel: 0

Große Überraschung bei der Jahresauswertung der “Bestseller Belletristik” des Börsenblatts des deutschen Buchhandels:

Ganz oben auf Rang 1 landete nicht einer der üblichen Kracher wie Dan Brown oder Sebastian Fitzek – sondern “Die Geschichte der Bienen” der norwegischen (Jugendbuch-) Autorin Maja Lunde (btb, 20 Euro). Ein sorgsam gearbeiteter Öko-Unterhaltungsroman, unterteilt in drei Zeitabschnitte, der vor dem Hintergrund des Phänomens des Bienensterbens von Vergangenheit, Gegenwart und (möglicher) Zukunft der Abhängigkeit der Menschen von den Bienen erzählt – und dabei geschickt auf die Fragilität des bedrohten Ökosystems hinweist, das “wir” im Moment zu Grunde richten.

Auf Platz 2 dann doch Dan Brown mit seinem neuesten Klopper “Origin” (Lübbe, Euro 28), unvermeidlich, literarischer Blockbuster-Trash, kann man getrost vergessen. Sebastian Fitzek, so viel noch bei der Gelegenheit, ist nicht ganz und gar oben gelandet, konnte aber zwei Titel platzieren: Rang 7 für “Flugangst 7A” (Droemer, Euro 22,99) und Rang 11 für “Das Paket” (Droemer, Euro 19,99)

Der Nächste auf dem Treppchen ist, immerhin also auf Platz 3, Daniel Kehlmann mit seinem eleganten, so versiert und stilsicher dramatisiertem wie geschriebenem Roman “Tyll” (Rowohlt, Euro 22,95), der die Zeit des 30jährigen Krieges auf höchst plastische Weise lebendig werden lässt. Eine wahre Freude, diese Geschichte, auch ihr (okay, erwartbarer) Erfolg – wir werden das Ganze demnächst im Rahmen des Hörbuchtipps noch etwas detaillierter beleuchten. Kehlmanns “Tyll” ist, das muss noch gesagt werden, aktuell im Januar an die Spitze der Bestsellerlisten gehüpft.

Und falls wer nach einem Lieblingsbestseller fragen möchte, dem muss ich leider zwei Möglichkeiten offerieren: Martin Suters “Elefant” (Diogenes, Euro 24), eine lichte Parsiflage auf´s Genzeitalter, hat in seiner Verschmitztheit großes Lesevergnügen bereitet – und Hanya Yanagiharas Mammut “Ein wenig Leben” (Hanser Berlin, Euro 28) war eine beeindruckend gewichtige Reflexion zum Thema des Mißbrauchs und seiner Folgen, zugleich aber auch ein wunderbarer Männer-Freundschafts-Entwicklungsroman. Die beiden sollte man auf jeden Fall gelesen haben im Jahr 2017 oder auch danach.

Einen Kommentar schicken

Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Rechenaufgabe: 6 × 10 =


Top