Heute live bei „Literatürk“ in Essen: Lesung mit Shida Bazyar

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Heute live bei „Literatürk“ in Essen: Lesung mit Shida Bazyar

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Noch sind ein paar restliche Karten zu haben: Heute feiern wir mit „Cosmo“ mal wieder das Lesen und das Leben – als Kooperationspartner der Lesung mit Shida Bazyar aus ihrem tollen Roman „Drei Kameradinnen“ …

Hier die Ankündigung des Literatürk-Festivals:

In ihrem neuen Roman erzählt Shida Bazyar voller Wucht und Furor von den Spannungen und Ungeheuerlichkeiten der Gegenwart – und von drei jungen Frauen, die zusammenstehen, egal was kommt. Seit ihrer gemeinsamen Jugend in der Siedlung verbindet Hani, Kasih und Saya eine tiefe Freundschaft. Nach Jahren treffen die drei sich wieder, um ein paar Tage lang an die alten Zeiten anzuknüpfen. Doch egal ob über den Dächern der Stadt, auf der Bank vor dem Späti oder bei einer Hausbesetzerparty, immer wird deutlich, dass sie nicht abschütteln können, was jetzt so oft ihren Alltag bestimmt: die Blicke, die Sprüche, Hass und rechter Terror. Ihre Freundschaft aber gibt ihnen Halt. Bis eine dramatische Nacht alles ins Wanken bringt.

Und hier nochmal mein Text über „Drei Kameradinnen“ vom 19. Mai diesen Jahres:

Shida Bazyar, geboren 1988, stammt ursprünglich aus Hermeskeil in Rheinland-Pfalz, wo sie zur Welt kam und aufwuchs. Kann man da von „einem Migrationshintergrund“ sprechen – oder ist das schon Ausgrenzung? Ihre Eltern sind als politische Flüchtlinge aus dem Iran nach Deutschland gekommen, dieser Familiengeschichte spürte Shida Bazyar 2016 in ihrem beeindruckenden Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ nach. Im April diesen Jahres ist ihr zweiter Roman erschinen – „Drei Kameradinnen“ (Kiepenheuer & Witsch, Euro 22,–): Die Geschichte von drei jungen Frauen, die deshalb eng befreundet sind, weil sie in einem typischen „Migrantenviertel“ einer namenlosen Stadt aufwuchsen, was sie eben zu „Kameradinnen“ machte, trotz ganz unterschiedlicher Charaktere letztlich – und trotz ganz verschiedener „Migrationshintergründe“. Nach Jahren treffen die Drei wieder aufeinander, weil sie gemeinsam zu einer Hochzeit eingeladen sind, und an diesem Wochenende ereignet sich eine „unerhörte Begebenheit“, die das kristallisiert, was sie jahrelang an Ausgrenzung und Rassismen erlebt haben, worauf diese Geschichte einerseits im Kleinen und Persönlichen fokussiert, zugleich aber auch im Großen und Gesellschaftlichen, was sich dadurch verdeulticht, dass im Hintergrund gerade der NSU-Prozess beginnt. Eine Geschichte also zur Frage: Hat die deutsche Gesellschaft ein Problem mit Rassismus? So weit, so klar. Besonders interessant wird es nun durch einen erzähltechnischen Kniff, den Shida Bazyar vornimmt: Mit Hilfe ihrer Macht als Herrscherin des erzählerischen Kosmos dieser Geschichte kehrt ihre Erzählerin die Ausgrenzungsmechanismen für die Dauer der Geschichte einfach um. Warum? Weil sie es kann. Zumindest auf dieser Ebene, denn es ist ja ihre Welt.

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