Insel-Lektüre 2022 (02): “Auf See” von Theresia Enzensberger

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Insel-Lektüre 2022 (02): “Auf See” von Theresia Enzensberger

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All Age-Klimawandelliteratur aus Deutschland: Theresia Enzensberger für in die unmittelbare Zukunft, um´s Jahr 2035 herum. Yada, 16, lebt auf auf der “Seestatt” Vineta, einer künstlichen Insel, die ihr Vater, ein Tech-Milliardär, in die Ostsee gebaut hat, um da autonom der Klima- und auch sonstigen Krisen zu trotzen. Ein behütetes und (fast) komplett überwachtes Leben, dessen Leerstellen und Fragezeichen Yada irgendwann zur Flucht aufs Festland treiben, wo sie Helena begegnen wird, einer so angesagten wie umstrittenen Künstlerin, der zweiten Hauptfigur, mit der sie mehr verbindet, als es zunächst einmal den Anschein hat. Was hat sie mit der abwesenden Mutter zu tun? So in etwa der Plot dieses Romans, dessen zentrales Geheimnis als Treiber (für geübte LeserInnen) nicht wirklich gut kaschiert und deshalb allzu durchsichtig ist. Macht aber nichts, denn es ist spannend genug, Theresia Enzensberger in ihre Vorstellungen möglicher Zukünftige zu folgen. Zumal sie die beiden Erzählperspektiven mit ihren jeweiligen Blickwinkeln – Yada und Helena – noch durch eine dritte ergänzt, in der sie eine kurzweilige Kulturgeschichte solcher “autonomer” Gebilde wie dieser fiktiven Seestatt Vineta erzählt, und zwar mit Blick insbesondere auch auf die Schattenseiten und Konsequenzen des Neoliberalismus. Und der ist bekanntlich in Sachen Klimawandel eines der zentralen Probleme.

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