Läuft, in Köln: Die „Crime Cologne“

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Läuft, in Köln: Die „Crime Cologne“

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Seit Freitag, noch bis Mitte Oktober – das Kölner Krimi-Festival findet nun schon zum sechsten Mal statt. Und wir sind auch dabei…

Gute Entscheidung: Den diesjährigen „Crime Cologne Award“ bekam der Schriftsteller Gregor Weber, für seinen rauhen Frankfurter Bahnhofsviertel-Roman „Asphaltseele“; auf der Shortlist waren neben ihm noch nominiert die Lokalmatadorin Brigitte Glaser mit „Bühlerhöhe“ und Max Annas, ein ehemaliger Kölner, den es über Südafrika nach Berlin verschlagen hat, mit „Illegal“. Mit einem Sonderpreis wurde der Münchener Schriftsteller Friedrich Ani bekränzt, für seine „Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur“, was auch immer das heißen mag, verdient ist der Preis jedenfalls allemal zurecht, denn Ani macht Genrelesern Jahr für Jahr mit einer neuen lesenswerten Geschichte große Freude. Und die Entscheidung für Gregor Weber ist übrigens nicht nur deshalb eine gute, weil er mit seinem toll geschriebenen Noir im wahrsten Sinn des Wortes voll ins Schwarze trifft – sondern weil hier mal einer der vielseitigsten wie verkanntesten Schriftsteller der deutschsprachigen Genreliteratur die Aufmerksamkeit erhält, die ihm gebührt.

Das Programm des Kölner Krimifestivals kann sich auch diesmal gut sehen lassen: Ein wenig internationale Prominenz (Arne Dahl aus Schweden, zum Beispiel, und Deon Meyer aus Südafrika), der eine oder andere Star der hiesigen Genreliteratur (der schon erwähnte Max Annas etwa, ebenso Friedrich Ani, Andreas Pflüger oder Volker Kutscher), launige Eventveranstaltungen nach dem Motto „Mord und Blutwurst“, Spannung plus Essen oder Trinken, Klassikerlesungen, sowas – plus ein Kessel Buntes aus der Region.

Wir von „Cosmo“ nehmen ebenfalls teil, mit zwei „Noller liest live“-Veranstaltungen: Am 28. September begrüßen wir im Buchladen Neusser Straße im Stadtteil Nippes Yassin Musharbash, der im Hauptberuf Investigativjournalist bei der „Zeit“ sowie deren Korrespondent in Jordanien ist – und seine Rechercheerkenntnisse nebenbei in spannende Thriller packt. An dem Abend wird er seinen neuen Roman „Jenseits“ vorstellen, in dem´s um Konvertiten, IS-Rückkehrer und die Staatsschützer von der Terrorabwehr geht, sehr aktuell und sehr dicht an „der“ Realität.

Am 29. September kommt dann Petra Reski, eine Deutsche, die schon seit vielen Jahren in Venedig lebt, auch sie eine international anerkannte Investigativjournalistin, mit dem organisierten Verbrechen und speziell mit „der“ Mafia kennt sie sich aus wie wenig andere. Davon erzählt im wahrsten Sinne des Wortes auch ihr neuer Roman „Bei aller Liebe“, in dem es – rund um die aus Dortmund stammende sizilianische Staatsanwältin Serena Vitale – einerseits darum geht, wie die Mafia mit Flüchtlingen dreckiges Geld verdient und andererseits darum, wie sich diese „ehrenwerte“ Gesellschaft immer stärker auch nach Deutschland orientiert, wo Öffentlichkeit und Justiz diese Form des organisierten Gesetzesbruchs etwas naiv ignorieren nach dem Motto: „Mafia? In Deutschland? Wäre bei uns nicht möglich, sowas.“ Petra Reski weiß es besser – warum, davon wird sie an dem Abend erzählen.

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