Lesung mit Dinçer Güçyeter

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Lesung mit Dinçer Güçyeter

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Große Vorfreude: Am 24. November wird Dinçer Güçyeter seinen beeindruckenden Roman „Unser Deutschlandmärchen“ im Kölner Literaturhaus vorstellen. Cosmo ist Kooperationspartner – ich habe das Vergnügen, den Abend moderieren zu dürfen. Bin schon sehr gespannt. HIER gibt´s Tickets für die Veranstaltung und den Stream. Und hier der Ankündigungstext des Literaturhauses:

Dinçer Güçyeters Romandebüt Unser Deutschlandmärchen (mikrotext) erzählt von archaischer Verwurzelung in anatolischem Leben und von der Herausforderung, als Gastarbeiterin und als deren Nachkomme, als Mutter und Sohn, in Deutschland ein neues Leben zu beginnen.

Kraftvoll und poetisch webt Dinçer Güçyeter aus den Stimmen, Träumen und Gebeten der Frauen eine über ein Jahrhundert umfassende Familiengeschichte. Mit dem Peter-Huchel-Preisträger spricht Ulrich Noller.

Und im Nabel der Fremde sind mehrere Hinterkammern gebaut. In allen suchst du für dein Unvermögen, für deine Sprachlosigkeit einen Rat, einen Stützbalken. Wartest zuversichtlich, wartest und wartest, und gehst weiter, das Ziel bleibt immer ein Rätsel, ein verschwiegenes Versprechen, so sah ich es. An die erste Fremde habe ich mich mit Flug und Landung gewöhnt. Die Vergangenheit hat mir dabei geholfen, das vaterlose Mädchen, die Armut … Ihr, meine Kinder, solltet nicht das erleben, was ich schon hinter mir hatte, das war meine einzige Sorge. Letztendlich ist es ein fremdes Land, du bist der Gast, der produzieren soll, dein Platz ist befristet, solange du funktionierst.

In seinem ersten Roman verwebt Dinçer Güçyeter viele Stimmen zu einer Familiengeschichte: Erinnerungen, Träume, Lieder, Gedichte und Geschichten bilden einen Erzählteppich, der sich vom Anfang des letzten Jahrhunderts bis heute erstreckt. Heimat und der Verlust von Heimat, Fremdsein und Ankommen, Überleben und Weiterleben sind die großen Themen, die der Roman vor dem Hintergrund der Geschichte einer Gastarbeiterfamilie umreißt. Und dann ist da noch die kraftvolle Beschwörung einer Mutter-Sohn-Beziehung, die Erwartung der Mutter an den heranwachsenden Sohn, der ihr als starker Mann zur Seite stehen soll, selbst jedoch eine gänzlich andere Vorstellung von einem erfüllten Leben hat …

Dinçer Güçyeter »versteht es, aus Schwarz-Weiß-Fotos Farbfilme zu machen« (Lütfiye Güzel). Und tatsächlich wird aus den dem Roman beigefügten Familienfotos durch Dinçer Güçyeters lyrische und bildreiche Sprache eine Geschichte, die aus der individuellen Lebenserfahrung der Generation der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter einen Erfahrungsschatz für ein ganzes Land macht.

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