Neue Hörbücher – und eine Hörspielserie

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Neue Hörbücher – und eine Hörspielserie

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Welten und Zeiten umspannend: Konstantin Stein, Filmemacher aus Berlin, macht sich auf die Spuren der eigenen Familiengeschichte – und das reicht bis ins Russland der Zarenzeit zurück, zu seiner Großmutter, Elena Silber, die als zweieinhalbjährige mit der Familie flüchten muss, nachdem Häscher des Zaren den arbeiterbewegten Vater ermordet haben – “Die Leben der Elena Silber” von Alexander Osang, basierend auf seiner eignen Famililengeschichte, ist ein Jahrhundertroman, raumfassend, voller Abenteuer und Überraschungen, auf dem Hörbuch klasse dynamisch eingelesen von Stefan Kaminski. Perfekter Hörgenuss für lange, dunkle Winterabende. (Hörbuch Haburg, 1031 Minuten, Euro 24,–)

Bernhard Aichner
ist in Sachen Thriller ein Maß der Dinge im deutschsprachigen Raum. Das belegt einmal mehr sein neuester Coup: Was passiert, wenn ganz normale Menschen zufällig an Drogen geraten, die Drogenschmugglern abhanden gekommen sind? “Der Fund” variiert ein bekanntes Thema der Krimikultur – das aber auf spektakuläre, sehr gewagte und auch gekonnte Art und Weise: Die Supermarktverkäuferin Rita findet gut 12 Kilo Kokain in einer Bananenkiste – sie entscheidet, dass das jetzt der Moment ist, in dem sich das Leben nochmal ganz anders, zu ihren Gunsten wenden wird. Da hat sie allerdings, wie man so sagt, die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Und was dann passiert, hat es in sich. Spektakulär ist vor allem die Struktur der Geschichte, also die Art und Weise, wie Bernhard Aichner sie anlegt: Auf einer Ebene ist ein Erzähler nahe dran an Rita, auf der anderen Ebene sind lauter Vernehmungen zu hören, die ein Kripokommissar führt, der ihren (vermeintlichen?) Tod untersucht. Toll, wieder mal ein ganz besonderer, herausragender Thriller – insbesondere in der Hörbuchversion, durch die Inszenierung mit vielen verschiedenen Stimmen. Für mich persönlich Bernhard Aichners bislang bester Roman. (Der Hörverlag, 449 Minuten, Euro 20,–)

Wie kann man die Zeit der Reformation und der Religionskriege in Deutschland am besten erzählen? Das italienische Autorenkollektiv, das unter dem Namen Luther Blisset reüssierte, versuchte es vor zwei Jahren “von unten” und in Form eines dokumentarischen Thrillers – das Ergebnis war der Roman “Q”, ein internationaler Überraschungserfolg. Der WDR hat ein achtteiliges Hörspiel draus gemacht, das man HIER hören und downloaden kann. Sehr packend, sehr opulent umgesetzt – großartige Sache und: kostenlos zu haben. Der Roman ist auch ein Tipp, erschienen bei Assoziation A, übersetzt von Ulrich Hartmann, kostet 19,90 Euro, die sich lohnen, versprochen.

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