Neue Klimawandelromane

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Neue Klimawandelromane

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Von Null auf Eins – bei den Klimawandelromanen von Dirk Rossmann ist das kein Wunder: Gemachte Bestseller, im großen Team hergestellt, mit allen Mitteln auf Erfolg getrimmt. „Der Zorn des Oktopus“ (Lübbe, Euro 20,–) erzählt die Geschichte von Rossmans Debüt „Der neunte Arm des Oktopus“ fort und funktioniert im Prinzip nach demselben Thrillerschema F: Im Jahr 2029 haben die USA, China und Russland sich zusammen getan, um die Welt vor den Folgen des Klimawandels zu bewahren, die Welt soll auf Kurs gebracht werden, aber sinistre Kräfte stören, erst im allerletzten Moment kann der Held, ein kleiner Beamter der neuen Weltklimaregierung, das Schlimmste verhindern; na ja, hoffentlich zumindest …

Ganz andere Startvoraussetzungen hatte der Debütroman „Grüne Tiger“ von Nik Aaron Willim und Asadullah Haqmal, er wurde nämlich durch eine Crowdfunding-Aktion ermöglicht. In der Story geht es um eine Gruppe von SchülerInnen, die sich zunehmend „radikalisieren“ in Sachen Klimaschutz (weil sie es müssen angesichts der Umstände) – und die damit verbundenen Grundsatzfragen. Spannendes Thema, interessantes Setting – literarisch ist dieser (Jugend-) Roman eher ein bisschen zu windstill – weil er zu augenscheinlich drauf getrimmt ist, genau die Botschaft zu vermitteln, die er vermitteln will. Ein bemerkenswertes Autorenteam übrigens: Nik Aaron Willim, geboren 1996, ist ein Profi-Segler, der 2024 bei Olympia in Paris um eine Medaille kämpfen will, Asadullah Haqmal, geboren 1995, studiert Wirtschaftsingenieurwesen, er hat familiäre Wurzeln in Afghanistan – die beiden kennen sich aus der Schule:

Passt eigentlich alles in ein Buch, was man zum Klimawandel, seinen Wirkungen und möglichen Strategien dagegen wissen muss? Plus: Story und Charaktere? Das scheint eine Aufgabe zu sein, die Kim Stanley Robinson sich für seinen Roman „Das Ministerium der Zukunft“ (Heyne Taschebuch, übersetzt von Paul Bär, Euro 17,–) gestellt hat. Gut 700 hoch informative, prall gefüllte Seiten, die insbesondere auch der Frage nachspüren, was passieren könnte, wenn nichts passiert oder zu wenig. Mehr zu dem Roman demnächst an dieser Stelle. Liest sich jedenfalls fürs Erste deutlich weniger optimistisch als Kim Stanley Robinsons Climate Fiction-Klassiker „New York 2140“ (Heyne Taschenbuch, übersetzt von Jakob Schmidt, Euro 16,99) – den ich jeder und jedem zur Lektüre empfehle, einer der wichtigsten und interessantesten Romane unserer Zeit.

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