Von Andrej Kurkow (und anderen): Geschichten mit Bienen

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Von Andrej Kurkow (und anderen): Geschichten mit Bienen

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Neulich haben wir ja über Literatur aus Osteuropa und insbesondere aus der Ukraine gesprochen. Mit dabei auch nochmal: Der tolle Roman „Graue Bienen“ von Andrej Kurkow. Denn hatte ich im vergangenen Jahr vorgestellt, im Rahmen eines Schwerpunkts mit Büchern, die von Imkern und von Bienen erzählen – mit Blick aus dieser Perspektive auf verschiedene Weltgegenden. Ich mochte das damals sehr, deshalb erlaube ich mir, den Text zum Schwerpunkt hier noch einmal zu bringen, alles lesenswerte Bücher (speziell im Frühling). Gute Nachrichten übrigens, was Andrej Kurkow angeht: Im Juli wird ein neuer Roman von ihm auf Deutsch raus kommen, ein historischer Krimi, der in Kiew angesiedelt ist, ich werde berichten. Und ich werde das Vergnügen haben, ihn persönlich begrüßen zu dürfen: Am 17.10.22 bei seiner geplanten Lesung im Kölner Literaturhaus. Ich denke mal, es wird auch Lesungen in anderen Städten geben; auch hierüber werde ich informieren, wenn ich Genaueres weiß …

Der Megaerfolg schlechthin der letzten Jahre in Sachen Bienen war natürlich „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde (btb-Taschenbuch, Euro 11), ein Weltbestseller, der die Zusammenhänge zwischen Bienensterben und Klimawandelfolgen thematisierte und in Geschichten veranschaulichte. * Andrej Kurkow folgt mit seinem Roman „Graue Bienen“ (Diogenes, Euro 24) anhand der Geschichte eines Bienenzüchters den Bruchlinien des russisch-ukrainischen Konflikts im Donbass und auf der Krim, dessen Problematik man hier ganz anders kennenlernt als möglicherweise nur aus den Medien bekannt, aus Sicht der kleinen Leute nämlich. * Norbert Scheuer erzählt in Winterbienen (C.H. Beck, Euro 22) die NS-Zeit in der Eifel anhand der Tagebücher eines Bienenzüchters – und lässt dabei auf beeindruckende Weise das große Ganze im kleinen Lokalen aufscheinen. Großartig. * Ein Bienenzüchter aus Aleppo steht im Mittelpunkt des Romans „Das Versprechen des Bienenhüters“ von Christy Lefteri (Limes, Euro 20), der vom syrischen Krieg, von Vertreibung und Flucht, von der Migration über die griechischen Inseln und auch vom Ankommen erzählt, und zwar im „Drachenläufer“-Stil, also mit den Mitteln der Unterhaltung, anrührend, trotz dramatischer Umstände. * Apropos „Unterhaltung“: Mit Bienen kann man auch töten, der Serienmörder in Eva García Sáenz´ Roman „Die Stille des Todes“ (Scherz, Euro 15) macht das so. Drei Bände dieser baskischen Krimireihe sind seit Juni 2019 erschienen; der erste Fall steht neuerdings bei Netflix auch als Verfilmung zur Verfügung. * Wer sich mehr für die Bienen als für die Geschichten der Menschen drumherum interessiert, für den wäre der prächtige Band „Honigbienen. Geheimnisvolle Waldbewohner“ (Knesebeck, Euro 38) von Ingo Arndt und Jürgen Tautz ein Tipp, beeindruckende Fotos und kenntnisreiche Texte thematisieren hier tatsächlich: die Geschichten der Bienen.

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