Von der aktuellen Krimibestenliste

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Von der aktuellen Krimibestenliste

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Ganz oben auf der Juni-Krimibestenliste findet sich weiterhin Don Winslow mit seinem Roman „City on Fire“ (HarperCollins, Euro 22,–), gefolgt vom Israeli Droh Mishani mit Vertrauen (Diogenes, Euro 22,–)

Auf Rang 3 geklettert ist Jacob Ross mit seinem Roman „Die Knochenleser“ (Suhrkamp, Euro 15,95), ein spektakulärer Krimi, der auf den kleinen Antillen angesiedelt ist, der Autor selbst stammt von der Insel Grenada. In seinem Roman dringt er einerseits in die Tiefenstrukturen des Verbrechens auf der fiktiven, aber natürlich „realistisch“-prototypischen Insel Camoha und andererseits erzählt er ein Soziogramm der Gesellschaft dort speziell mit dem Blick auf die Positionen von Frauen in dieser „Gemeinschaft, und zwar ausgesprochen vielschichtig. Abgesehen davon: Auch eine gut gelungene Polizeistory. Klasse Roman, die Vorfreude auf Fortsetzungen, die sicher kommen werden ist groß.

Platz 4 hat die Neuentdeckung Sybille Ruge inne, ihr Roman „Davenport 160 x 90“ (Suhrkamp, Euro 15,–) ist ein Ereignis, habe ich hier auch schon ausführlich gewürdigt. Genauso wie die Japanerin Riku Onda mit ihrem Roman „Die Aosawa Morde“ (HIER); sie hatte die Krimibestenliste neulich noch angeführt, jetzt ist ihr Roman im Rückzug begriffen; einer von vielen interessanten Krimis aus Japan übrigens, die es momentan auf dem deutschen Buchmarkt zu kaufen gibt, auch dazu weitere Infos in dem Link eben – und demnächst noch mehr an dieser Stelle …

Nummer 6 gehört in diesem Monat Mary Paulson-Ellis mit dem Roman „Die andere Mrs. Walker“ (Aridane im Argument Verlag, Euro 23,–). Werde ich ebenfalls demnächst noch was zu schreiben und im Radio erzählen. Übersetzt hat den Roman übrigens Kathrin Bielfeldt, was (nebenbei bemerkt) auch deshalb interessant ist, weil die Nummer 7 von ihrem Mann Jürgen Bürger ins Deutsche übertragen wurde: „Die Rache der Väter“, der neue Roman vom Afroamerikaner S.A. Cosby (Ars vivendi, Euro 24,–). Ein genial konzipierter und auch toll erzählter Krimi, finde ich, der die Themen, die er transportiert, sehr intelligent in seiner Grundstruktur verankert hat: Zwei grundverschiedene ältere Herren, der eine schwarz, der andere weiß, müssen zusammenfinden, um den Mord an ihren beiden Söhne aufzuklären, die ein Paar waren, sehr zum Verdruss der beiden Väter, die, so grundverschieden sie auch sein mögen, eines eint: Ihre (anfängliche) Homophobie, die sie (natürlich) im Lauf des Geschehens überdenken werden. Überdenken müssen … Hierzu kommt in den nächsten Tagen noch ein etwas längerer Text hier auf dem Blog.

Auf Nummer 8 folgt die Schwedin Åsa Larsson mit ihrem aktuellen Roman „Wer ohne Sünde ist“ (C. Bertelsmann, Euro 22,–). Nummer 9, das freut mich besonders, auch wenn ich für den Roman nicht votieren konnte, weil ich das Nachwort geschrieben habe: Der Amerikaner William Boyle mit „Brachland“ (Polar Verlag, Euro 25,–). Zum ausführlichen Nachwort geht es übrigens HIER auf meinem Blog und HIER findet sich ein langes Interview mit William. Last not least auf Rang 10 der neue Roman von einem der besten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller: „Die Schülerin. Ein alter Fall von Krinminaldirektor a.D. Manz“ (Kampa, Euro 19,90)

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