Ein bisschen mehr Bauch

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Ein bisschen mehr Bauch

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„Ich kann die Frau nicht gut verstehen, das ist so leise…“, „Oh, bisschen dunkel alles…“ – bei einem so hohen Aufkommen an Interview-Terminen, wie wir es beim Kandidatencheck haben, kann es bei den Video-Aufnahmen dann und wann zu kleinen Abweichungen kommen. Der Ton ist zu leise, das Video zu dunkel. Die Arbeitstage sind lang, ein Termin reiht sich an den nächsten, die Pausen zwischen den vierminütigen Interviews sind kurz, vielleicht auch mal hektisch. Kandidaten begrüßen, Kandidaten verabschieden, die Interview-Situation erläutern usw. – dabei kann man leicht mal was übersehen, was einem dann erst im Nachhinein, beim Sichten der Videos auffällt.

Wie zum Beispiel diese Woche: ein bisschen mehr Bauch. Bei etwa 20 Videos ist der Oberkörper der interviewten KandidatInnen vollständig zu sehen anstatt nur bis zur Brust, wie eigentlich im Kandidatencheck-Konzept festgeschrieben. Da stellte sich uns die Frage: Was machen wir jetzt? Ausschnitt in der gewünschten Weise anpassen? Rein technisch ist es kein Problem, den Ausschnitt nachträglich zu verändern. Sowas ist im Fernsehalltag auch nichts Besonderes.

Erster Gedanke: Dann machen wir das jetzt auch. Erster Einwand: Aber wir haben den KandidatInnen doch ganz klar kommuniziert, “kein Schnitt, keine Wiederholung, keine nachträgliche Änderung“. Diskussion. Und dann, nach einem Nachmittag hin-und-her-Grübeln, der einzig logische Schritt: Wir lassen alles, wie es ist. Klar könnten wir den Ausschnitt nachträglich ändern und dem der übrigen Interview-Videos anpassen – wollen wir aber nicht. Wenn wir unserer Idee treu bleiben wollen und den Kandidatinnen und Kandidaten die Maßgabe „keinerlei Nachbearbeitung“ setzen, dann müssen wir uns auch dran halten und auch auf die Korrektur eigener Fehler verzichten. Und wenn das bedeutet, dass nicht alle Einstellungen zu 100 Prozent perfekt sind, dann ist das so. Die Videos sehen zum Teil unterschiedlich aus – das müssen wir so stehen lassen, das wollen wir so stehen lassen.

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