COSMO liest international – Highlights der litCologne 2022

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COSMO liest international – Highlights der litCologne 2022

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Fünf Schriftsteller:innen, deren Schaffen vom eigenen Leben inspiriert ist – und auf ganz unterschiedliche Weise zu sehr zeitgenössischer Literatur wird.
Aus Tansania, Marokko, England, Frankreich und Deutschland. Ein Nobelpreisträger, zwei internationale Debütantinnen, zwei deutsche Schriftsteller:innen mit Einwanderungsgeschichte.

Am Ostermontag zwischen 18 und 22 Uhr analog auf Cosmoradio, anschließend stellen wir die Lesungen ins Netz, der Link findet sich dann HIER.

Abdulrazak Gurnah:
Mit ihm hatte keiner gerechnet. Abdulrazak Gurnah ist der aktuelle Literaturnobelpreisträger – auch wegen seiner Themen: Die europäisch-afrikanische Kolonialgeschichte und die Migration. Das eigene Leben fließt bei Abdulrazak Gurnah immer auch in die Texte ein: Als junger Mann flüchtete er in den 1960er Jahren von der Insel Sansibar in Tansania nach England, wo er heute noch lebt. Nach und nach erscheinen seine Bücher auch wieder auf Deutsch – hier stellt er den brillanten Roman „Ferne Gestade“ vor.

Fatma Aydemir
Fatma Aydemir, geboren 1986, Journalistin und Schriftstellerin, ist eine der interessantesten Stimmen der aktuellen deutschsprachigen Literatur. Ihr Debüt „Ellbogen“ bekam viel Aufmerksamkeit und wurde breit diskutiert. Jetzt ist Fatmas zweiter Roman „Dschinns“ erschienen: Die Geschichte einer türkisch-deutschen Familie von den 1960ern bis ins Jahr 1999. Liest sich so, wie sich eine gute Miniserie schaut: Vielschichtig, abwechslungsreich, lebendig und exzellent dramatisiert.

Natasha Brown
Diversity ist ein Erfolgsrezept. Und gewollt. In der Londoner Finanzindustrie. Aber wie steht es tatsächlich um die Fairness und um die Gerechtigkeit, wenn man mal hinter die Kulissen und auf die Strukturen schaut? Natasha Brown ist skeptisch, und das Ergebnis ihrer Skepsis ist ihr Debütroman „Zusammenkunft“. Die – autobiographisch inspirierte – Geschichte einer schwarzen Londonerin um die Dreißig, die bei ihrem kometenhaften Aufstieg in vielerlei Hinsicht an ihre Grenzen stößt.

Abigail Assor
Abigail Assor, geboren 1990, wuchs in Marokko auf, heute lebt sie in Paris. Ihr Debütroman „So reich wie in König“ war in Frankreich ein dicker Erfolg und sogar für den renommierten Prix Goncourt de Premier Roman nominiert. Die Story einer jungen Frau aus ärmsten Verhältnissen, die den Aufstieg will, um jeden Preis – und daran eigentlich nur scheitern kann. Eine Geschichte, die nach Casablanca in den 1990er Jahren entführt, deren Atmosphäre Abigail Assor ausgesprochen beeindruckend lebendig werden lässt. Die deutschen Passagen liest die Schauspielerin Bibiana Beglau – ebenfalls sehr beeindruckend.

Senthuran Varatharajah
Tamilisch und Englisch sind seine Muttersprachen – das Deutsche ist für ihn die Sprache Gottes, sagt der Schriftsteller Senthuran Varatharajah, geboren 1984 in Sri Lanka. Grund: Deutsch hat er als Kind in der Flüchtlingsunterkunft von Zeugen Jehovas mit Hilfe von Bibeltexten gelernt. Heute ist Senthuran Philosoph und Schriftsteller, seine experimentellen Texte sind Sprachkunstwerke und literarisch-philosophische Systemsprenger. So auch sein zweiter Roman „Hunger (Rot)“. Moderatorin Carolin Ehmke ist sicher: Dieses Buch wird ein Referenztext werden. Nicht nur in der Literatur, sondern auch für Film und Musik.

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