Insel-Lektüre (09): „Ist es nicht schön hier“ von Te-Ping Chen

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Insel-Lektüre (09): „Ist es nicht schön hier“ von Te-Ping Chen

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Die beiden sind Zwillinge; der „kleine“ Bruder, der eigentlich nicht viel will im Leben, wird ein erfolgreicher Gamer, seine „ältere“ hochgegabte Schwester, der alle Wege offen stünden, wenn sie denn „konform“ denken würde, gerät in die Mühlen des chinesischen Unterdrückungsapparates – ihre Zukunft ist verwirkt. Eine von zehn Geschichten aus Te-Ping Chens Debüt „Ist es nicht schön hier“. Eine andere erzählt von einer Blumenverkäuferin, die für einen Kunden schwärmt und damit böse auf die Nase fällt. Eine weitere von einer Krankenschwester, die es in die USA geschafft hat – und die dort während eines Ausflugs in einen Nationalpark ins Grübeln über ihre Beziehungs mit einem Amerikaner kommt (ohne die Zweifel, die sie hat, formulieren zu können – oder zu wollen?). Schön ist es schon, im Nationalpark und überhaupt – zumindest für die, die „Ja“ sagen; ist halt die Frage, ob es so schön ist, wenn man „Ja“ sagen MUSS. Te-Ping Chen, US-Amerikanerin mit chinesischen Wurzeln, ist Schriftstellerin und Journalistin, in ihren (Bild-) starken, vielschichtigen, eher nüchtern geschriebenen, dabei aber ziemlich dynamischen Storys folgt sie den Lebensläufen und Schicksalswegen (meist junger) ChinesInnen, in China, aber auch in der Diaspora. Dabei geht es auch um Migrationserfahrungen und kulturelle Prägungen, vor allem aber darum, mit welcher Macht „das System“ die Möglichkeiten zu leben prägt. Sehr spannend, ein Kessel Buntes – und einiger der Geschichten wecken schon Vorfreude auf ihren ersten Roman. (Übersetzt von Anke Carolin Burger, Aufbau Verlag, Euro 22,–)

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