Am 22. September – Lesung mit Tomer Gardi in Mülheim/Ruhr

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Am 22. September – Lesung mit Tomer Gardi in Mülheim/Ruhr

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Eine kleine, aber feine „Ruhr-Tour“: In Bochum und Dorsten war ich schon mit Tomer Gardi, noch im Sommer, als krönender Abschluss folgt nun noch der Termin in Mülheim/Ruhr. Gleich folgend der sehr treffende Ankündigungstext der VeranstalterInnen – der Abend ist übrigens eine Kooperation von Ringlokschuppen/Ruhr, Literaturbüro Ruhr und WDR-Cosmo. Tickets sind kostenlos, man sollte sich aber über den Link unten anmelden. Bleibt meinerseits noch zu sagen, dass Lesungen mit Tomer Gardi ein ganz großes Vergnügen sind. Und wir haben eine kleine Überraschung für Euch in Petto – Stichwort „Die Stimme des Schäferhundes“ …

Zur Webseite des Ringlokschuppens in Mülheim/Ruhr geht es: HIER.

In Eine runde Sache reisen zwei Künstler aus zwei unterschiedlichen Jahrhunderten durch sprachliche und kulturelle Räume und sind immerzu in Bewegung. Fremdheitserfahrungen, Identität, das Leben als Künstler und jede Menge Politik sind die großen Themen des Romans, in dem sich die beiden Handlungsstränge gegenseitig spiegeln.

Zuerst schickt sich Tomer Gardi selbst, auf Deutsch verfasst, als literarische Figur mit dem sprechenden Deutschen Schäferhund Rex und dem Elfen- oder gar Erlkönig an seiner Seite auf eine fantastisch-abenteuerliche Odyssee. Slapstickartig, komisch und mit vielen unterschwelligen Nadelstichen peitscht der Wind in die Segel. Im zweiten Teil des Romans, übersetzt aus dem Hebräischen, folgen wir dem im 19. Jahrhundert lebenden indonesischen Maler Raden Saleh von Java durch Europa und zurück nach Asien – ein historischer Roman und zugleich ein Abbild unserer Zeit.

Virtuos spielt Tomer Gardi mit Sprachen. Mit all seiner Originalität und dem Überbordwerfen konventioneller Romankonzeptionen löst er auch die Krux mit der Wahl der Sprache, die sein literarisches Ich martert. Sagt es zu Beginn des Romans doch, „dass ich ein Idee für eine Geschichte habe, weiß aber nicht, ob ich es auf Hebräisch schreiben soll, oder auf meinem Deutsch. (…) Jeder Stimme wird ja was anderes und unterschiedliches Ausdrücken können. Andere und unterschiedliche Fantasien entwickeln, von andere und unterschiedliche Lebenserfahrungen erzählen können. (…) Und wie kann ich entscheiden?“

Die Veranstaltung wird moderiert von Ulrich Noller, freier Journalist und Autor. Ulrich Noller arbeitet vor allem für öffentlich-rechtliche Medien, mit Schwerpunkt beim WDR. Bei WDR-Cosmo gestaltet er die Kolumne „Noller liest“. Er ist Mitglied der Jury des Deutschen Krimi Preises, der Krimibestenliste und der Weltempfänger-Bestenliste.

Tomer Gardi, geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, lebt in Berlin. Er studierte Literatur und Erziehungswissenschaft in Tel Aviv und Berlin. Gardis literarischer Essay Stein, Papier wurde 2011 veröffentlicht (dt. 2013). 2016 erschien sein Debütroman Broken German bei Droschl. Einen Auszug daraus hat er bei den 40. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gelesen. Das Hörspiel zu Broken German (SWR-Produktion, Regie: Noam Brusilovsky) erhielt 2017 den Deutschen Hörspielpreis der ARD. Die Feuerbringer – Eine Schlager-Operetta (Koproduktion des WDR und BR, Regie: Susanne Krings) wurde von der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zum Hörspiel des Monats Februar 2018 gewählt. 2019 erhält Tomer Gardi mit seinem zweiten Roman Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück das Alfred-Döblin-Stipendium. Für seinen Roman Eine runde Sache erhielt er 2020 ein Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds, 2021 ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats für Literatur in nichtdeutscher Sprache und 2022 den Preis der Leipziger Buchmesse.


Programmreihe “ Das Problem heißt Antisemitismus“

Die Programmreihe Das Problem heißt Antisemitismus setzt sich mit Formen und Verbreitung des Antisemitismus in unserer Gesellschaft auseinander. Gemeinsam mit dem Literaturbüro Ruhr, der VHS Mülheim und dem soziokulturellen Zentrum Makroscope in Mülheim sollen szenenübergreifende Synergie-Effekte auf den Weg gebracht und verschiedene gesellschaftliche Schichten und Akteur*innen angesprochen werden. Neben einer Einführung in den Themenkomplex der Antisemitimustheorien werden unter Einbezug jüdischer Perspektiven aus Alltag, Journalismus, Wissenschaft und Literatur Handlungsoptionen aufgezeigt und kontroverse Themenkomplexe diskutiert. Ziel der Reihe ist es, einen breiten öffentlicher Diskurs anzustoßen, ein Bewusstsein für die vielen Formen und Ausprägungen des Antisemitismus zu schaffen, diese sichtbar zu machen und eine Möglichkeit der kritischen Selbstbefragung zu bieten.

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