Neue beste Bücher aus dem Globalen Süden – der „Weltempfänger“ Winter 2021

https://blog.wdr.de/nollerliest/neue-beste-buecher-aus-dem-globalen-sueden-der-weltempfaenger-winter-2021/

Neue beste Bücher aus dem Globalen Süden – der „Weltempfänger“ Winter 2021

Kommentare zum Artikel: 0

Vier Mal im Jahr stimmt die Jury der „Weltempfänger“-Bestenliste über die interessantesten neuen Bücher aus Asien, Afrika, Lateinamerika, der Karibik und den arabischen Ländern ab. Hier das Ergebnis für den Winter 2021 – sieben sehr spannende Projekte …

1.
„Dornauszieher“ Hiromi Ito JAPAN / USA*
Roman. Aus dem Japanischen von Irmela Hijiya-Kirschnereit.
Matthes & Seitz. 336 Seiten. 22,00€

Eine Frau im Dauerstress – und zwischen zwei Kulturen: das ist die Ich-Erzählerin in dieser Autofiktion. Ungeschützt beschreibt Ito weibliche Allverfügbarkeit – und erschafft zugleich ein Genre-Crossover, in dem erlebter Buddhismus ebenso Platz hat wie ein vielstimmiger Chor japanischer Literatur. Claudia Kramatschek

2.
„Granate oder Granatapfel, was hat der Schwarze in der Hand?“ Dany Laferrière HAITI / KANADA
Roman. Aus dem Französischen von Beate Thill.
Wunderhorn. 300 Seiten. 25,00€

Menschen werden älter, gute Bücher werden jünger. Zu diesen gehört diese vor fast 30 Jahren im Original publizierte „Granate“. Das Buch strahlt heute noch durch seinen frechen Witz, die Bekenntniswut und Selbstironie eines schwarzen Autors und seinen unverfrorenen Beobachtungen bei einer Reise durch die USA. Ruthard Stäblein

3.
„Wild Card“ Tade Thompson NIGERIA / GROSSBRITANNIEN
Thriller. Aus dem Englischen von Karl-Heinz Ebnet.
Suhrkamp. 329 Seiten. 10,95€

4.
„Heaven“ Mieko Kawakami JAPAN*
Roman. Aus dem Japanischen von Katja Busson.
Dumont. 192 Seiten. 22,00€

„Wir gehören zur selben Sorte.“ Sie werden gehänselt, geschlagen, getreten, gequält. Heimlich. Zwei Gemobbte tun sich zusammen. Zumindest für Momente. Mehr Bindung geht nicht, wenn die Angst das Leben beherrscht. Schlaglichter und Zerrbilder aus dem Maschinenraum einer Gesellschaft, in der Sprachlosigkeit den Ton angibt. Ulrich Noller

5.
„Wo der Wolf lauert“ Ayelet Gundar-Goshen ISRAEL*
Roman. Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama.
Kein & Aber. 352 Seiten. 25,00€

Silicon Valley, Palo Alto: hier wollten die Schusters ihren Sohn Adam weitab vom Nahostkonflikt großziehen. Ein Anschlag auf die Synagoge und ein Mord am schwarzen Klassenkameraden erschüttern alle Sicherheiten, die Relocation bleibt ein Dauerzustand, der Roman ein intelligenter Pageturner rund um Rassismus, Antisemitismus und Identität. Ines Lauffer

6.
„Nachtflug überm Meer“ Wang Xiaoni CHINA*
Gedichte. Aus dem Chinesischen von Monika Gänßbauer.
Projektverlag. 53 Seiten. 10,00€

Eingeigelt im Schlafanzug zuhause. Die Welt bleibt draußen. Fenster besser nicht putzen! Wang Xiaonis lyrische Erzählerin empfindet intensiv, scheut Gesellschaft und ist auch auf Nachtflügen oder Zugreisen durch China vor allem im eigenen Erlebnisinnern. Einladung zum Einfühlen, Durchdenken und Miterleben. Katharina Borchardt

7.
Symphonie der Toten“ Abbas Maroufi IRAN / DEUTSCHLAND
Roman. Aus dem Persischen von Anneliese Ghahraman-Beck.
Sujet Verlag. 441 Seiten. 24,80€

Eine Kain und Abel-Geschichte, angesiedelt im Iran, Mitte des 20. Jahrhunderts. Ein Bruder gehorcht dem despotischen Vater und tritt in dessen (nicht nur kaufmännische) Fußstapfen, der andere liebt die Kunst und die Bücher. Ein kunstvoll komponiertes Juwel der iranischen Literatur, in durchgesehener Übersetzung nach 20 Jahren wieder zugänglich gemacht. Anita Djafari

Einen Kommentar schicken

Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Bitte lösen Sie die Rechenaufgabe : *
27 − 6 =


Top