On the Road – per Hörbuch

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On the Road – per Hörbuch

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Reise-Geschichten machen es Autoren leichter: Das Unterwegssein sorgt für Bewegung und Abwechslung, das Außen liefert immer neue Anreize und Begegnungen, so dass Räume entstehen, sich mit dem Innenleben der Charakter zu beschäftigen, deren Fragen aufploppen zu lassen, ihre Wünsche und Sehnsüchte zu zeigen – und im Glücksfall ihre Entwicklung zu verfolgen.

Im Grunde genommen ist die Literatur schon seit ihren Anfängen on the Road, davon kann sich überzeugen, wer sich die „Odyssee“ von Homer anhört. Einer der Klassiker der Literatur schlechthin, die Geschichte einer Irrfahrt, die bereits vor fast 3000 Jahren entstand – erhältlich als Hörbuch in vielen verschiedenen Versionen für Kinder und Erwachsene. (ab 20 Euro)

Heute verbindet man Roadnovels vor allem mit Asphalt, Autos und Raststätten; der bekannteste Roman in der Hinsicht stammt von Jack Kerouac, „Unterwegs“ heißt er, ein Manifest der Beatniks und der Beat-Literatur, entstanden Mitte der 1950er Jahre (Random House Audio, Euro 5,-). Ein weiterer moderner Klassiker ist Cormac McCarthys „Die Straße“ (Parlando, Euro 17,99); in einer apokalyptischen Welt zieht ein Vater mit seinem Sohn eine Straße entlang in die völlig offene Zukunft.

In der zeitgenössischen Literatur gibt’s Roadstorys in allen Qualitäten und Facetten, besonders gern, so kommt es einem vor, nutzen Unterhaltungsschriftsteller dieses Moment des Unterwegsseins. Prominentestes Beispiel (das aber nur eines von vielen ist): „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (Der Hörverlag, Euro 7,79) von Jonas Jonasson.

Zwei Beispiele für Geschichten „on the road“, die aus Deutschland kommen: Die Coming of Age-Geschichte „Tschick“ (Argon, Euro 12,99); ein Hörbuch für die ganze Familie. Und der Roman „Widerfahrnis“ (Audiobuch Verlag, Euro 19,49), mit dem Bodo Kirchhoff im vergangenen Jahr den Deutschen Buchpreis gewann; eine Roadstory, in der es inbesondere auch um die Flüchtlingswelle und um die Flüchtenden geht, denen die Protagonisten auf ihrem Weg nach Italien entgegen fahren.

Hörenswert aus der aktuellen Kollektion der zeitgenössischen Literaturen: Im neuen Roman „Bis an die Grenze“ von „The Circle“-Autor Dave Eggers geht’s um eine allein erziehende Mutter, die sich samt ihrer beiden Kinder in einem klapprigen Wohnmobil auf und davon in die Weite Alaskas macht (Jumbo, Euro 18,59). Und „Tierchen unlimited“ (Headroom, Euro 17,99) ist das witzige, hörenswerte Debüt des aus Bosnien stammenden Autors Tijan Sila; eine autobiographisch unterfütterte Geschichte, die unter anderem auch Elemente der Roadstory enthält – wie sehr viele Geschichten von Einwanderern, übrigens.

Wie kein anderer bedient der in den USA lebende Brite Lee Child die Erzählformen der Raodnovel: sein Held Jack Reacher, ein ehemaliger Militärpolizist, ist immer unterwegs, per Zug, per Bus, per Anhalter – und wird in den Orten, an denen er, meist zufällig, landet, in packende Abenteuer verwickelt; Kriminalfälle, die er mit Hirn und Herz aufwändig klären muss, bevor es dann wieder weiter geht. Mittlerweile gibt’s einige der Reacher-Geschichten auch als Hörbuch, ein Tipp zum Einstieg wäre „Der Anhalter“ (Audio Media, Euro 8,99). Eine fetzige Geschichte – die (wie so oft bei diesem Autor) insbesondere auch mit ihrem genialen Einstieg glänzt: Was Jack Reacher als Tramper in da in einem Auto mit mysteriöser Besatzung erlebt, allein das ist schon das Hören wert, ein meisterhaft komponiertes Stück zeitgenössischer Spannungsliteratur.

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