Die AfD kneift…

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Die AfD kneift…

Kommentare zum Artikel: 26

Neben den Vorbereitungen für die Produktion der Interviews laufen bei uns derzeit die Telefone heiß: Nachdem der Erstkontakt zum Projekt bereits Mitte Dezember durch den Brief von Fernsehdirektor Jörg Schönenborn hergestellt wurde, sind wir nun dabei, die zur Wahl antretenden Parteien über ihre jeweiligen Sprecher bzw. Ansprechpartner direkt zu kontaktieren.

Wir wollen mit allen zur “Wahl antretenden Parteien“ Interviews führen – das klingt zunächst einfacher als es tatsächlich ist: Mal abgesehen von den “gesetzten“ großen Parteien stellen wir fest wie mühsam es ist, überhaupt herauszufinden, welche Parteien in diesem Jahr in NRW dabei sind. Für viele kleinere Parteien ist es noch zu früh, das verbindlich festzulegen. Die letzte Möglichkeit für die Parteien, ihre Listen beim Landeswahlleiter einzureichen, ist der 27. März (pdf). Uns ist aber natürlich daran gelegen, schon möglichst frühzeitig zu wissen, wie viele Kandidaten wir in welchen Regionen interviewen müssen. Das muss ja alles organisiert und umgesetzt werden.

Positive Rückmeldungen – und eine Absage…

Immerhin: Alle bisher erreichten Parteien haben Interesse signalisiert und wollen mitmachen. Fast alle. Die AfD hat abgesagt. Die Landesgeschäftsstelle kündigt uns seit über zwei Wochen auf unsere regelmäßige Nachfrage eine schriftliche Erklärung an, nur angekommen ist die noch nicht. Im Gespräch hieß es, dass sich die Kandidatinnen und Kandidaten inhaltlich mehrheitlich gegen den WDR-Kandidatencheck ausgesprochen hätten. Zudem habe die AfD in NRW nicht die Infrastruktur, ein derartiges Projekt zu unterstützen. Und es gab laut Partei Bedenken von Seiten der Kandidatinnen und Kandidaten, dass wir zu viele persönliche Daten öffentlich machen würden.

Nach unserer Einschätzung ist keine Infrastruktur auf Seiten der Parteien erforderlich, da wir die Termine und die Aufnahmeorte mit den Kandidaten/innen selbst koordinieren. Außerdem werden wir von allen Kandidaten/innen nur die Daten veröffentlichen, die sie beim Landeswahlleiter abgeben und die dort ohnehin öffentlich einsehbar sind.

Wir bleiben dran

Trotz der negativen Rückmeldung werden wir weiter dranbleiben und nun versuchen, AfD-Kandidaten einzeln zu kontaktieren und vom Mitmachen zu überzeugen. Unser Anliegen ist es, den Wählern ein möglichst vollständiges Bild zu liefern und allen Kandidaten/innen dieselben Chancen einzuräumen. Aber wer kneift, den können wir natürlich nicht zwingen.

26 Kommentare

  1. Ich finde es scheußlich, qie der öffentlich-rechtliche Rundfunk ständig den Rechtsextremen nachläuft. Reichen denn nicht die vielen Talkshowauftritte der Braunen? Wer nicht will, der hat schon. Das sollte dss Motto sein. Es reicht dann ein Satz am Ende der Reihe „Gerne hätten wir auch den AfD-Kandidaten vorgestellt, aber der wollte nicht.“ Fertig ist die Laube.

    • Aber der öffentlich-rechtliche Rundfunk „läuft“ doch auch den Linksextremen „nach“.
      Reichen denn nicht die vielen, teilweise „scheußlichen“, Talkshowauftritte der Linksextremen?

      • Sabine Trofniew am

        Hier geht es um Kandidat*innen. Was befürchten die denn? Warum bewirbt man sich für Landtag oder Bundestag, wenn man die Öffentlichkeit scheut? Die Ausrede mit den persönlichen Daten ist absurd. AfD spricht von sich als „Stimme der schweigenden Mehrheit “ und behauptet von sich, sie seien bürgernah. Die wirklichen Gründe für die Absage werden sicher bald bekannt werden. Bis heute steht nur die vorläufige Fassung des Wahlprogramms auf ihrer website. Das lässt tief blicken. Dieser Landesverband schafft es noch nicht mal, nach Beschluss auf dem Parteitag klare Fakten zu präsentieren. AfD NRW ist zutiefst zerstritten und nur mit sich selbst beschäftigt.

    • Hört endlich auf die Leute von der AfD als Dumm und Deppen zu verteufeln. Links-Populisten sind noch viel schlimmer und die Anhänger sehr gewalttätig.

      • Marc Olejniczak am

        Aber das machen die von der AdE doch selbst, wenn sie sich bei Anfragen, wie der hier genannten, auf die hier beschriebene Art und Weise zu entziehen versuchen. Wovor haben die den Angst, wenn sie die gleichen Fragen beantworten müssen, wie die Kandidaten der anderen Parteien.

      • Oh, das war eine vorzügliche Begründung- weiter so!
        OK, das kann ich auch: unsere „besorgte Bürger“ verüben seit 2 Jahren 3 Anschläge pro Tag auf Flüchtlingsunterkünfte- und jetzt wieder Sie…

  2. Ich finde auch ds der WDR weder den Salafisten noch der afD oder sonstigen Extremisten hinterherlaufen sollte. Das würde die nur unberechtigt aufwerten. Die afD wird schon wissen warum sie nicht mitmacht: Dann würde herauskommen das deren Kandidaten von jeglicher Sachlage keine Ahnung haben aber zu manchen Themen eine ebenso billige wie gefährliche Meinung haben. Trump sollte den Wählern in D eine Warnung sein!

  3. Ich finde es wichtig und bedeutsam, dass der WDR hier am Ball bleibt und die Versuche und Absagen dokumentiert. Andersrum käme dann der Vorwurf, man hätte sich nicht bemüht oder noch schlimmer: Man wäre seiner Pflicht als öffentlich-rechtlicher Sender nicht nachgekommen. Ich finde nicht, dass das was mit Nachlaufen zu tun hat – und wer lesen und nachdenken kann, dem sagt das dann schon genug. Danke für den Aufwand der geleistet wird!

  4. Es ist schon verblüffend wie sehr sich die öffentlich-rechtlichen bemühen die AFD ins Boot zu holen. Ich kann mich noch daran erinnern das keiner mit der AFD sprechen, gar in eine politische Diskussion einsteigen wollte. SPD, Grüne, Linke und sogar die CDU hatten dagegen protestiert gemeinsam mit einem Kandidaten der AFD in einer Talkshow aufzutreten (übrigens wurde das gleiche damals mit der Partei Die Linke probiert).

    Das der WDR so einen Aufhänger daraus macht ist mir ein Rätsel…. Erst wollen die öffentlichen Anstalten nicht mit der AFD diskutieren und nun eben die AFD nicht mit den öffentlichen….. Da kommt es mir so vor als ob der WDR wieder mal die Chance nutzen will den AFD’lern eins reinzuwürgen 😉

    • Winfried Schäfer am

      Das ist die typische AfD-Masche… Egal, wie es läuft, die armen Häschen der AfD sind die Verfolgten… Lädt man nicht ein, wird Rabatz geschlagen…Lädt man ein, die AfD sagt ab, das wird nicht kommuniziert, kommen aus Dunkeldeutschland wieder die Schlagworte „Systempresse“, „Zensur“. Gibt man bekannt, die AfD wolle nicht, ist das natürlich auch wieder nicht richtig, weil man würde ja auf der AfD rumhacken…
      Vielleicht mal den Pipi-Langstrumpf-Blick abstellen und in die wirkliche Welt gucken…

    • Günter (Gunnar) WITZMANN am

      Ich bin Landtagskandidat der AfD für den Wahlkreis VI -Köln .
      Meine Entscheidung , nicht am Projekt des WDR teilzunehmen habe ich nach sorgfältiger Abwägung des Für und Wider getroffen.
      Daß die Entscheidung richtig ist, bestätigt im Nachhinein die Schlagzeile des WDR: „Die AfD kneift….“
      Meine Damen und Herren des WDR, auch am Bundesparteitag der AfD in Köln habe ich dem WDR kein Interview gegeben.
      Sollte sich der WDR zukünftig zu einer Berichterstattung über die AfD bekennen, die nicht der ideologischen Verhaftung der WDR-Redaktion folgt sondern den Leitlinien eines objektiven Journalismus folgt, könnte meine Entscheidung auch revidiert werden.
      Die Medien sehen sich gerne als die „4. Macht“ im Staat. Leider wird diese Selbsteinschätzung aktuell mehr dazu genutzt, die Establishment-Parteien im Sessel zu halten und unliebsame Mitbewerber wie die AfD zu bekämpfen. Das Selbstwertgefühl der Vertreter der AfD ist stark genug, sich nicht Allem und Jedem anzudienen.Das als „Kneifen“ zu bezeichnen, ist eine falsche behauptung. Denn “ nie sollst Du so tief sinken, den Kakao, durch den sie Dich ziehen , auch noch zu trinken“. Vielleicht eine kleine Anmerkung, daß der WDR darüber nachdenkt, der AfD eine Plattform zu sein, wie der WDR sie allen anderen Parteien einräumt.

      • Wolf Roth am

        Wenn man nicht die Traute hat, öffentlich zu seiner Meinung zu stehen und den Wahlberechtigten die Möglichkeit verweigert, sich selbst ein Bild machen zu können, kann man das mit Fug und Recht „kneifen“ nennen. Alternativ gäbe es in Deutsch dazu natürlich auch „sich entziehen“, „sich verweigern“ oder auch „sich drücken“.

        Aber die Kandidaten der afd werden schon wissen, warum sie sich der Öffentlichkeit nicht stellen. Am WDR liegt es jedenfalls nicht.

  5. Linksgrün versiffter Gutmensch am

    Nehmen wir mal an, statt von der AfD käme eine solche Absage von der SPD. Wäre es dann auch falsch, dies öffentlich zu machen? Es ist ja gerade im Hinblick auf Beschwerden aus der AfD, dass der ÖR Teil eines Meinungskartells sei, unbedingt erforderlich, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender nicht vor einer Diskussion mit der AfD verschließen. Man muss ja nicht die Meinungen der AfD teilen, um über sie zu berichten. Die Meinung der Linkspartei zu vielen Themen werden ja von den meisten ÖR-Journalisten auch nicht geteilt. Wenn nun die AfD nach der Kritik am ÖR, der sie angeblich benachteilige, nicht mit diesem sprechen wollen, dann ist es wichtig, dass der WDR hier klar sagt: Wir haben der AfD das gleiche Angebot gemacht wie den anderen Parteien und dieses wurde abgelehnt. Damit er nicht später wieder am Pranger steht.
    An „Neuteral“: In ihrem zweiten Absatz schreiben Sie, die öffentlichen Anstalten hätten nicht mit der AfD diskutieren wollen, nachdem sie im ersten Absatz geschrieben haben, dass es die anderen Parteien, die nicht mit der AfD in einer Sendung sprechen wollten. Zwar hat der betroffene Sender (war m.W. der SWR, jedenfalls nicht der WDR) darauf mit einer Absage an den AfD-Vertreter reagiert, aber ursprünglich wollte man diesen eben doch dabei haben.

  6. Das Problem scheint meines Erachtens darin zu liegen, dass die AfD kein Interesse hat, mehr als unbedingt nötig von sich zu zeigen. Sonst würde auffallen, wie wenig hinter ihrer „Selbstdarstellung“ steckt. Gleichzeitig wäre es für sie auch nicht schlimm, wenn sie sich hier nicht darstellen kann, weil ein Großteil der potentiellen Wähler wohl kaum den WDR schaut, geschweige denn diesen Blog liest.
    Wie wird sich die Redaktion verhalten, wenn es zu keinem Interview kommt? Ich fürchte, dass sich, unabhängig von der Redaktionsentscheidung, die AfD dann wieder als Opfer stilisieren kann.
    Trotzdem werte Redaktion: Nicht aufgeben! Erfreuen wir uns lieber an den ehrlichen Aussagen der anderen Parteien – da steckt bestimmt schon genug Potential drin!

    • Sehr geehrter Sebastian,
      besten Dank für Ihr Interesse und den freundlichen Kommentar.
      Sollten sich einige Kandidaten gegen ein Interview entscheiden, dann ist das zwar Schade, aber auch in Ordnung. Wir werden jetzt versuchen die einzelnen AfD-Kreisverbände in NRW zu kontaktieren, da die Entscheidung über die Teilnahme jedem Kandidaten selbst überlassen ist. Wir hoffen natürlich trotzdem auf eine rege Teilnahme der AfD-Kandidatinnen und Kandidaten. Das Ziel ist natürlich weiterhin alle in NRW antretenden Kandidatinnen und Kandidaten auf unserer Plattform zu präsentieren.

  7. Johannes Claus Artz am

    Finde ich eigentlich ganz gut, dass es der AfD gelungen ist alternative Kanäle zur Kommunikation mit ihren Wählern zu schaffen. Das Monopol der Vermittlung politischer Inhalte verloren zu haben, verursacht natürlich bei den herkömmlichen Presseorganen „Phantomschmerzen“, vermutlich wird daher alsbald die AfD der „Drückebergerei“ verdächtigt werden. Warum sollte sie aber Medien vertrauen, und der WDR bildet da alles andere als eine Ausnahme, die ihre „vornehmste“ Aufgabe darin sehen, nahezu jede politische Äußerung dieser Partei als nazistisch zu brandmarken. Es gibt so gut wie nie AfD betreffende Meldungen, denen nicht die Bezeichnung „rechtspopulistisch“, „rechtsextrem“ oder „rechtsradikal“ vorgesetzt ist.
    Demgegenüber habe ich in der Berichterstattung noch nie etwas von „linkspopulistischen Linken“ „radikalökologischen Grünen“ oder „marktradikalen Liberalen“ wahrgenommen.
    Das internet hat die politische Willensbildung der „veröffentlichten“ Meinung weitgehend entzogen. Der Bürger vermag zunehmend wichtige Informationen an der Quelle ab zu schöpfen. Klar, dass da bei den bisherigen „Vorfilterern“ noch eine Weile Frust geschoben wird. Gelegentlich fördert Frust allerdings auch das Nachdenken. Wäre ja das Schlechteste nicht!

  8. Naja, man muss kein afd Fan sein um das ganze einigermassen verstehen zu können.
    Wenn man von vornherein komplett durch die gesamte Medienlandschaft verunglimpft wird, und viele Menschen dies auch kritikfrei genau so übernehmen, wird einfach durch die Verantwortlichen abgeblockt was auch einleuchtet.
    Ich denke über den bisherigen Partei Einheitsbrei, ohne wirkliche Bewegung Richtung Menschlicher Politik brauchen wir nicht weiter zu diskutieren. D.h.mein Rat an alle noch unentschlossenen: „Merkel muss weg, spdcdugrünefdplinkeblauepinke müssen einen ordentlichen Dämpfer bekommen“ danach sehen wir dann weiter !

  9. Ich mach mal ne Wette : Natürlich wird auch diese Sekte afd zusagen , schließlich braucht sie jegliche Art und Form der Medien um nur auf ihr einziges Thema – islam – punkten zu wollen ! Wer sich jedoch einmal sich mit den Themen ; Finanzen,Gesundheit,Arbeit und Soziales,Komunen und vor allem Wirtschaft bei der Sekte durch liest wird feststellen, es gilt die Wiedereinsetzung der Adenauer und Ehrhardtzeit wo das konservative , aus heutiger Sicht betrachtet , ja die seltsamsten Blüten trieb – wo bekanntlich ja auch alte Nazis und deren Seilschaften machen konnten was sie wollten .
    Eine tatsächlichen begründeten Ansage zur Wirtschaftspolitik gibt es aus folgenden Gründen gar nicht : Es würde zunächst ein Kompetenzteam benötigen welches sich jedoch fragen müßte wie sie dem Wahlvolk begreiflich machen soll das die Sektenoberen für die FREIE Marktwirtschaft eintreten . Das würde im Umkehrschluss bedeuten : Dieses Thema muß ausgetauscht werden gegen ? ? Gegen was denn nun ? Fremdenfeindlichkeit ! ! ! Das ist das einzige Thema was diese Sekte anzubieten hat

  10. An ihren Taten die Menschen bewerten am

    Fand ich auf der Seite des WDR:
    in den Kommentaren hier:
    https://blog.wdr.de/ihrewahl/ihre-wahl/

    Steht Herr Reichert noch zu seinem Wort?
    Oder gibt es in der AfD einen Mailkorb-Erlass ?

    Bernd Reichert am 11. Januar 2017 21:57

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    mein Name ist Bernd Reichert, ich bin Direktkandidat der AfD für Aachen II.
    Gerne möchte ich an Ihrem Kandidatencheck teilnehmen.
    Sie können mich via Email kontaktieren, meine website
    afd-bereichert-nrw.de
    wird erst Ende Januar online sein.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd Reichert
    Antworten

    ihrewahl am 12. Januar 2017 10:24

    Sehr geehrter Herr Reichert, besten Dank für Ihr Interesse. Unser Kontakt wird über die jeweiligen Sprecher bzw. Wahlbeauftragten der Parteien laufen – Sie hören von uns!

    • Nach jetzigem Stand nimmt Herr Reichert am Projekt teil und hat bereits einen Termin für das Interview erhalten.

      • Ja, Herr Reichert stand und steht zu seinem Wort. Und nein, es gibt keinen „Maulkorberlass“ in der AfD. Es gibt eine Empfehlung, die fast einstimmig von Listenkandidaten der AfD für die Landtagswahl beschlossen wurde. Ich halte diese Empfehlung für falsch. Aber – sie ist eine legitime, demokratische Meinungsäußerung von Parteifreunden. Nicht mehr und nicht weniger.

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