Die GroKo und die SPD-Landtagsfraktion

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Die GroKo und die SPD-Landtagsfraktion

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Die GroKo-Debatte elektrisiert die SPD. Die Sozialdemokraten streiten leidenschaftlich über die Frage, ob sie noch einmal mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) koalieren sollen. Parteitag in Bonn, Koalitionsverhandlungen, danach Abstimmung aller SPD-Mitglieder – das sind die Stationen in diesen Wochen.

Die nächste Generation der NRW-SPD

Während die Jusos den Widerstand gegen eine neue Große Koalition anführen, positionieren sich auch die (etwas) älteren 35- bis 50-Jährigen in der SPD-Landtagsfraktion zum Streitthema. Gerade die Stellvertreter des jetzigen Fraktionschefs Norbert Römer (70) sind besonders im Fokus. Denn voraussichtlich wird ein Politiker aus dieser Riege die Führung übernehmen, wenn Römer im Frühsommer abtritt. Noch hat niemand offiziell seine Kandidatur für die Nachfolge erklärt. Und wer in einigen Monaten auf Spitzen-Posten in der größten Oppositionsfraktion spekuliert, kann sich jetzt in der GroKo-Debatte profilieren.

Umso genauer schauen politische Beobachter darauf, wie unterschiedlich sich diese Politiker – mit etlichen Nuancen – in der wichtigen GroKo-Frage verhalten. Vier Beispiele:

Vier Anwärter auf Spitzen-Posten

Der Kölner Sozialdemokrat und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Martin Börschel (45) gehört zu den GroKo-Skeptikern, arbeitete aber am Leitantrag mit, der auf dem Bundesparteitag Bonn zumindest die knappe 56-Prozent-Mehrheit zur Aufnahme von Verhandlungen sicherte.

Gleiches gilt für den Parlamentarischen Geschäftsführer Marc Herter (43) aus Hamm. Der Landesvorsitzende Michael Groschek (61) lobte Herter und Börschel danach für ihre Rolle beim “Brückenschlag”-Antrag von Bonn und brachte sie für künftige Top-Posten ins Gespräch.

Bereits vor dem Bonner Parteitag sprach sich Ex-Landesjustizminister Thomas Kutschaty (49) aus Essen ziemlich deutlich gegen die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen aus und kritisierte die Sondierungen.

Fraktionsvize Sarah Philipp (34) aus Duisburg betonte ebenfalls ihre Skepsis, stimmte beim Parteitag mit Nein, twitterte aber danach dennoch eine optimistisch klingende Botschaft:

Zwar soll man Politikern nicht immer taktische und egoistische Erwägungen unterstellen: Aber in der GroKo-Frage könnten Abgeordnete auch unter dem Blickwinkel agieren, ob ihnen ihr jeweiliges Verhalten bei den kommenden Fraktionsvorstands-Wahlen nützt oder schadet. Denn niemand weiß, wie der SPD-Mitgliederentscheid ausgeht. Und wer Anwärter auf einen Spitzenposten in der SPD ist, dürfte nicht zuletzt auch darüber nachdenken, ob eine neue GroKo einem Comeback der SPD in NRW eher schaden oder nützen würde.

Über den Autor

Jahrgang 1974. Geboren im westlichen Münsterland. Ich berichte seit 2002 über Politik und News aus Nordrhein-Westfalen. Bis 2007 für die taz, danach knapp fünf Jahre als Korrespondent der Nachrichtenagentur ddp/dapd. Seit 2012 arbeite ich für den WDR.

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