Datenschützer klagen gegen Fingerabdruck im Perso

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Datenschützer klagen gegen Fingerabdruck im Perso

Kommentare zum Artikel: 25

Wir brauchen ihn aktuell häufiger als gewöhnlich: den Personalausweis. Denn wer seinen Impfnachweis präsentiert, muss sich häufig auch ausweisen (was richtig so ist).

Das ruft uns aktuell immer wieder in Erinnerung, dass wir überhaupt einen Personalausweis haben. Doch was vielleicht nicht alle präsent haben: In neuen Persos sind Fingerabdrücke enthalten.

Der Fingerabdruck gilt als biometrisches Datum: einzigartig und unverwechselbar; Rechte: WDR/Schieb

Der Fingerabdruck gilt als biometrisches Datum: einzigartig und unverwechselbar

EU-Verordnung: Seit dem 1. August 2021 Pflicht

Früher war das auch freiwillig. Doch seit dem 1. August 2021 ist es bei Neuausstellung oder Verlängerung des Personalausweises verpflichtend, den linken und rechten Zeigefinger scannen zu lassen. Die beiden Fingerabdrücke werden in digitalisierter Form im Personalausweis hinterlegt – auf einem integrierten Chip.

Genau gegen diese Praxis wollen sich die Datenschützer des Bielefelder Vereins Digitalcourage nun wehren – und klagen.

Was man wissen muss: Die Bundesregierung hat den Fingerabdruck im Personalausweise deshalb gesetzlich vorgeschrieben, weil es eine EU-Verordnung gibt, die das zwingend vorgibt. Vor allem gegen diese EU-Verordnung richtet sich der Protest von Digitalcourage.

Fingerabdruck soll Überprüfungen erleichtern

Der Fingerabdruck soll es einfacher machen, die Echtheit des Dokuments zu überprüfen: Ist die Person, die vor einem steht, wirklich die Person, für die der Ausweis ausgestellt wurde? Per Fingerabdruck leicht und effizient zu überprüfen. Sogar maschinell.

Der Verein argumentiert, wir würden dadurch alle behandelt wie Kriminelle. Die zwangsweise und anlasslose Abgabe von biometrischen Daten entspreche nicht den Werten von Rechtsstaaten und Demokratien, sondern eher der Kontrollsucht von Polizeistaaten.

Biometrische Merkmale hätten außerdem eine besondere Dimension, denn sie ermöglichen lebenslange Kontrolle – biometrische Daten wie Fingerabdrücke können wir niemals ändern. Das stimmt – und macht es aus Sicht der Behörden ja gerade so sinnvoll, den Ausweis damit auszurüsten.

Ein Fingerabdruck am Bierglas ist viel schneller abgenommen; Rechte: WDR/Schieb

Fingerabdruck am Bierglas

Droht wirklich Missbrauch?

Letztes Argument der Gegner: Es drohe vor allem auch Missbrauch. Wenn der Fingerabdruck bei einer Kontrolle digital eingelesen werde, könne nicht ausgeschlossen werden, dass er abgegriffen und missbraucht werde.

Dieses Argument halte ich für besonders schwach, da es viel einfacher ist, einen Fingerabdruck am Bierglas abzugreifen, als ihn aus einem Ausweis auszulesen.

Bei anderen Projekten wehrt sich der Verein Digitalcourage völlig zu Recht gegen eine massenhafte Speicherung biometrischer Daten, etwa Gesichtsdaten. Allerdings muss man in diesem Fall sagen: Es gibt keine massenhafte Speicherung von Fingerabdrücken. Die abgenommenen Fingerabdrücke landen nach Auskunft des Bundesinnenministeriums in keiner Datenbank – was auch denkbar wäre –, sondern im Chip des Ausweises.

Ich sehe deshalb nicht die zwingende Möglichkeit des Missbrauchs. Es geht Digitalcourage also ums Prinzip. Nach dem Motto: Wehret den Anfängen.

Padeluun von Digitalcourage vergibt einmal im Jahr den „Big Brother Award“

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

25 Kommentare

  1. Naja, hin oder her, am Ende wird es so oder so dabei bleiben. Ob darüber jetzt diskutiert wird, eins habe ich der Vergangenheit gelernt, das meiste wird so oder so durchgesetzt oder so bleiben. Nicht alles, aber das meiste :-).

  2. Dazu fällt mir gleich Potsdam und die Corona-Warnapp ein. Diese Daten wurden auch mal gleich zur Verbrechensbekämpfung oder Zeugensuche genutzt. Da installiert man doch gern mal so eine Gesundheitsschutz-App. Man könnte ja immer Zeuge sein, oder?

    Und die Fingerabdrücke werden nicht gespeichert? Heißt, sie werden direkt mit Herausgabe des Ausweises sofort gelöscht?

    Als mein Sohn einen neuen Personalausweis beantragte, weil er seinen alten verloren hatte, wurde ein Foto angefordert. Ich fragte die Dame, ob sie nicht einfach den Ausweis so nochmal ausstellen könne, wie er vor einem Jahr erstellt wurde. Sie erklärte mir daraufhin, dass immer ein aktuelles Foto vorgelegt werden müsse, da die Fotos nicht gespeichert werden.
    Ich gab ihr also (frech) ein Foto vom Vorjahr. Und sie sagte: „Nein, das hatten wir schon mal.“
    Aber ist ja nicht gespeichert, stimmts?

    • Bin auch gegen die Fingerabdruckspeicherung, aber hier muss mal richtig gestellt werden, dass in Potsdam die LUCA-App als Zeugensuchhilfe genutzt wurde, NICHT die Corona-Warn-App. Die ist nämlich im Gegensatz zur LUCA so entworfen, dass das nicht möglich ist

  3. Ich finde das Thema sehr schwierig, da der Fingerabdruck die Sicherheit der deutschen Bürger gewährleisten soll. Es verhindert schlichtweg das unbefugte Betreten des Landes, was große Folgen mit sich tragen kann. Dennoch ist der Datenschutz-Faktor nicht zu vernachlässigen.

  4. print-de-luxe am

    Behördennahe Berichterstattung ist ja durchaus verständlich, weil man sonst ja keine Info-Krümmel mehr abbekommt. Der Vergleich mit dem Bierglas ist lächerlich, es geht bei der Fingerabdruck-Sammlung vielmehr um systematische Datenerfassung von unbescholtenen Bürgern in großen Mengen, quasi die Datenvorratsspeicherung durch die EU-Katzenklappe. Und was das Bundesinnenministerium alles versichert kann man glauben oder auch nicht. Vor einigen Jahren kam ja der Skandal des BND zutage, der im Inland Journalisten ausspähte. Damals wurde auch von allen Ministerien im Vorfeld stets bestritten, daß der BND im Inland tätig ist…..

  5. Es wird behauptet, dass die in keine Datenbank landen. Ob Geheimdienste die Daten nicht doch abgreifen und Speichern weiß niemand in der Öffentlichkeit. Nach den ganzen Datenskandalen habe ich meine Zweifel daran, dass das nicht alles gespeichert wird.

    Davon abgesehen sind auf einem Bierglas nur die Fingerabdrücke, aber nicht der Name usw. somit ist diese Argumentation etwas absurd.

  6. Das ist schon krass. Immer mehr werden wir zum gläsernen Bürger. Bald weiß der Staat alles über einen. Auch, wenn man nichts zu verbergen hat, ist das schon beunruhigend.

  7. „Die abgenommenen Fingerabdrücke landen nach Auskunft des Bundesinnenministeriums in keiner Datenbank – was auch denkbar wäre –, sondern im Chip des Ausweises.“

    Da ist jetzt die Frage: glaubt man Ubootgesetz- und Heimatminister Seehofer, aus dessen Ministerium diese Aussage damals kam? Kann man ihm in dieser Hinsicht vertrauen?
    Nur Datensparsamkeit ist Datenschutz bzw Datensicherheit.

  8. Carsten Mohr am

    Frau Merkel nannte das mal, die Sache von Hinten an durchzudenken. Also könnte man auch sagen, soll doch der Ausweis beweisen, dass er zu mir gehört – und nicht umgekehrt, dass ich zum Ausweis passe. Klingt etwas spitzfindig, aber trifft den Kern. Denn solange ich nicht ins Ausland reise, brauche ich keine Papiere. Der Führerschein bescheinigt mir, eine Fahrerlaubnis zu haben. Unabhängig von einem (gültigen) Perso.
    Und wenn ich ein Deutscher mit dem Merkmal „Persona non grata“ im z.B. Türkisch Staatlichen Raum bin, glaube ich nicht, dass dort mein Fingerabdruck nicht gespeichert wird.
    Also, wenn ich bestimmte Sachen machen möchte, kann man das beschränken und bestimmte Ausweise fordern (Stichwort Sicherheitsausweise bei Behörden/Laboren/Flughafen etc.). Sonst reicht es doch, mich zu sehen und einen normalen Ausweis vorzuzeigen.
    Und ich würde auch nicht immer wettern, die deutsche Politik folge der EU wie die Lemmige.

    • „Und ich würde auch nicht immer wettern, die deutsche Politik folge der EU wie die Lemmige.“.
      Im Prinzip aber schon, wie Radio Eriwan antworten würde.
      Ich zitiere aus einem Dossier „Kompetenzen in der Europäischen Union“, welches sich u.a. auf dem Server (K9CMZX.pdf) der Bundeszentrale für politische Bildung findet und leicht verständlich erklärt:
      „[…] dass 80 PROZENT der Gesetze, die der Bundestag verabschiedet, auf EU-Vorgaben zurückgehen. […] Tatsache aber ist: Der Bundestag hat an Spielraum und Kraft, Politik zu gestalten, EINGEBÜßT. Dadurch, dass Kompetenzen auf die EU-Ebene verschoben worden sind, wurde die Gesetzgebungsfunktion der nationalen Parlamente VERMINDERT. […] Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Einfluss der Abgeordneten im Bundestag ist BEGRENZT. Die Macht des Bundestages begründete sich auf das Recht, über das jeweilige Gesetz
      entscheiden zu können. Dieses Recht übt der Bundestag aber NICHT mehr aus, wenn die EU einen Rechtsakt erlässt. Im Allgemeinen sind die Abgeordneten im Bundestag so von den Vorteilen der EU überzeugt, dass sie sich nicht darüber ärgern. […] Überflüssig werden die nationalen Parlamente jedoch auf absehbare Zeit ganz bestimmt nicht – ihre Funktionen VERSCHIEBEN sich: So könnte der Bundestag – statt hauptsächlich Gesetze zu beschließen – sich stärker darauf konzentrieren, der Öffentlichkeit Politik verständlich zu machen. […]“.
      Ihr beschriebenenes „Wettern“ erübrigt sich also, weil es bereits, oder zumindest zu 80%, längst so ist. ;)

      • Carsten Mohr am

        Nun, die Politik „wettert“ ja nicht, sie muß gemäßt den Verträgen folgen. Aber das Folgen gilt für vorher definierte Bereiche.
        Polen z.B. beruft sich in einzelnem auf ihr Grundgesetz, welches vorrang haben soll. Einst aber der EU zugestimmt, geht es doch darum, in bestimmten Bereichen eine gemeinsame Linie, festgelegt durch ein EU-Parlament, in dem alle, auch die Polen selbst, vertreten sind, zu bestimmen.
        Wasch mich, mach mich aber nicht naß. Das funktioniert nicht. Und schon garnicht, wenn man mal vor Langem einen Korridor festgelegt hat, aber heute dieses aus perönlichen (auf Nationaler Ebene) Interessen ablegt, zumal auch nicht rein politisch. Denn Politik wandelt sich. Siehe bei uns jetzt. Ich denke, man muß einen Teil abgeben, auf andere Ebenen, die doch ebenfalls demokratisch gewählt und geordnet sind.

  9. Sehr geehter Herr Jörg Schieb,

    wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

    mit freundlichen Grüssen

    Sid

  10. Ich habe damit keinerlei Probleme, weil ich nicht beabsichtige etwas Kriminelles zu tun. Für mich sind sogenannte „Datenschützer“ die Unterstützer von Kriminellen und deren Handlungen. Meiner Frau ist 2005 bei einer Neuzulassung eines Kfz der Perso im Amt weggekommen. (Fremdfirma) er wurde bis heute nicht gefunden. Auffällig, wir wollten das bei der Polizei melden. Doch niemanden interessierte es bis zum heutigen Tag? Die Polizei wollte schlichtweg keine Verlustanzeige ausstellen. Ich möchte nicht wissen, was für kriminelle Taten mittlerweile damit verübt wurden. Dank DE Datenschutz, der Verbrecher schützt.

    • „Ich tue ja nichts unrechtes“, ein Argument was gerne gegeben wird.

      Dusselig wird es nur wenn man selbst zu unrecht, gleich ob eines Fehlers oder da man einer Minderheit angehört, plötzlich in das Visier gerät.

      Jetzt erfährt man alle Hürden, Unzulänglichkeiten aber auch Freizügigkeiten z.B. bezüglich Datenaustauch aus erster Hand, für einen selbst zum negativen.

      Ob man sich dann noch an sein Argument erinnert ??? Eher nicht.

      Und man sollte es nicht verkennen, Fehler passieren immer und überall.
      Und man sollte es nicht verkennen, das gleich ob Behörden oder Unternehmen, das Fehler zügig aufgeklärt und eingestanden werden, ist eher die Ausnahme

  11. Lauter Bach am

    Das Argument, die Echtheit des Personalausweises mittels Fingerabdruck zu überprüfen, ist sehr weit hergeholt. Schon 2008 wurde ein Fingerabdruck von Herrn Schäuble von einem von ihm benutzen Glas geraubt. 2014 wurde ein brauchbarer Fingerabdruck von Frau von der Leyen mittels Fotografie aus drei Meter Entfernung aufgenommen. Im Wikihow wird im Stil der Maus detailliert erklärt, wie man diesen fremden Fingerabdruck mittels Maskenkleber auf die eigenen Fingerkuppen überträgt.

    Jetzt will man Maschinen damit beauftragen, diesen vermeintlich korrekten Fingerabdruck mit dem auf dem Personalausweis gespeicherten abzugleichen, um so Fälschungen des Dokuments zu erkennen? So oft, wie ich meinen PA anfasse, und sollte er mal gestohlen werden, hat der Dieb gleich beides: Meinen natürlichen Fingerabdruck auf dem PA und den gespeicherten im Chip.

    In unserer Firma wurden schon 2015 die Treiber für die Fingerkuppensensoren von allen Firmenrechnern entfernt, weil diese vermeintliche Sicherheit zu leicht zu brechen ist. Und die EU ist da heute anderer Meinung? Ich denke, dieses Argument der Fälschungssicherung ist nur vorgeschoben.

  12. Eigentlich geht es um ein fundamentales, nicht korrigierbares Problem, wenn ich für die Auflösung der EU bin. Es gibt keinen Lohnschutz in der EU aber massive Unterschiede im Lohnniveau im gemeinsamen Markt. Schon jetzt wird Hotelwäsche aus Berlin in Polen gewaschen weil da ein Mindestlohn von 3,50 gilt. Ich bin gespannt wie weit Hotelwäsche täglich gefahren werden kann wenn hier der Mindestlohn auf 12 Euro erhöht wird.
    Solche EU-Verordnungen sind aber auch gute Argumente für das Ende EU, auch wenn das korrigierbar wäre. An kurze Diskussion über die Fingerabdrücke in der Vergangenheit kann ich mich erinnern, die war aber schnell zu Ende und plötzlich ist das verpflichtend für Deutschland weil hier nichts in Frage gestellt wird was von der EU kommt.
    Dabei ist schon die Ausweispflicht umstritten, sie gilt z.B. nicht bei den Briten, die ohnehin nicht mehr in der EU sind. Bei den Polen gilt nationales Recht vor EU-Recht die brauchen das auch nicht. Uns alles hilft das nicht; ich vermute mal, wir waren eher wesentlicher Motor in der EU um nationale Widerstände zu umgehen.
    Alle Zitate aus Wikipedia zur Ausweispflicht (am besten selbst lesen);
    „In der Schweiz und den Vereinigten Staaten existiert keine Ausweispflicht, oft mit der Begründung, die Einführung einer solchen sei ein Schritt zum Überwachungsstaat.“
    Zu Deutschland;
    „Während der NS-Diktatur wurde die Ausweispflicht in Form der Kennkarte 1938 zunächst für Juden und wehrfähige Männer eingeführt ..“
    Alle Daten die irgendwo gespeichert sind lassen sich brauchen und missbrauchen, jede Wirkung kann auch Nebenwirkungen haben auch wenn das nicht sofort deutlich ist. Es geht nicht um „wehret den Anfängen“; wir sind längst im Jahre 2021 viel weiter als Orwell im Jahre 1984, was als Warnung vor einem stalinistischen Überwachungsstaat gedacht war.
    Noch ein EU-Überraschungs-Ei,
    bei Corona können sonst Kontakte nicht nicht genug beschränkt werden aber für die EU soll man bis zum 19.1. in überfüllte Wartebereiche beim Straßenverkehrsamt weil alte Führerscheine ungültig werden; wieder bei Androhung von Bußgeld.

  13. Günter Smir am

    GOOGLE weiß mehr über uns als jede Gemeind oder die Mitarbeiter dort.
    KEINER regt sich auf.
    Alle klicken fröhlich drauf los , da fragt keiner was damit passiert

    • Google weiß nichts über mich. Ich habe nichts von Google installiert und als Suchmaschine nutze ich Metager und Startpage, die Anfragen anonymisieren.
      Mindestens EINER regt sich über Datenkraken auf und ziehen auch Konsequenzen.

  14. Die Fingerabdrücke sind doch schon zwingend im Reisepass …

    Wenn man sieht wie unfähig unsere Bundesregierung und deren Beamte Digitalisierungprojekte umsetzen kann einem nur Angest werden und Widerstand gegen jede Art der Datenerfassung ist zumindest verständlich, wenn nicht gar zu begrüßen.
    Der Staat sollte Vertrauen bei seinen Bürgern einwerben da diese ihm ihr höchstes Gut -ihre persönlichsten Daten- anvertrauen.
    Wenn ich aber sehe, das inzwischen jeder Hinz und Kunz -nicht nur Beamte, sondern auch (schlecht bezahlte) Angestellte- einer kommunalen Behörde eine immense Datenmenge über nahezu jeden Bürger abfragen können (der neu eingeführten Personenkennziffer sei Dank) , ohne das sie vorher(!) angeben müssen zu welchem Zweck die Abfrage geschieht und ohne das erfasst wird wer, wann, was, warum abgefragt hat, wird mir schlecht!
    Datenverarbeitung KANN sein Segen sein. So wie sie in Deutschland ein- und durchgeführt wird IST sie eine Katastrophe!

  15. „… da es viel einfacher ist, einen Fingerabdruck am Bierglas abzugreifen, als ihn aus einem Ausweis auszulesen.“. Und selbst wenn: beim beispielsweisen Abgreifen meines Fingerabdrucks in der Kneipe, hat der Abgreifer (mit Agentenpulver aus dem YPS-Heft? *g*) nur diesen und schlimmstenfalls noch meinen, beim Belauschen an der Theke aufgeschnappten, Vornamen. Aber doch nicht den gesamten Datensatz mit Fingerabdruck und Ausweisnummer, der z.B. bei einer polizeilichen Abfrage übermittelt wird und beim dortigen Abgreifen tatsächlich missbraucht werden könnte.

    • Ja. Man muss schon alt oder naiv sein, um das zu glauben. Wenn jemand den kompletten Namen will, fragt er halt jemanden, verfolgt ein bis nach Hause oder whatever. Das ist eher trivial.

      Und wer hier glaubt, dass der Fingerabdruck nirgendwo zentral gespeichert wird, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten…

      Man hat es schön an Mainz und dem fingierten Corona-Fall gesehen, um Kontaktdaten illegal auszuwerten:

      Wo ein Trog steht, da sammeln sich die Schweine. Für Behörden gilt das ganz besonders.

  16. FairBert am

    Mit der Zeit wurde der Personalausweis immer weiter digital „aufgerüstet“.
    Es würde mich schon interessieren, welche Statistiken belegen, dass diese Aufrüstung wirklich notwendig ist.
    Schon lange funktionieren „digitale Geschäfte“ über Internet.

    Für mich gibt es eine hinreichende Genauigkeit in der Naturwissenschaft.
    Dh., auch wenn ich zB die 394. Stelle hinter dem Komma berechne, muss das Ergebnis nicht genauer werden. Es würden also möglicherweise 2 Stellen hinter dem Komma genügen.

    Deshalb finde ich es richtig, dass Digitalcourage Klage eingereicht hat, um (indirekt) gerichtlich feststellen zu lassen, welche Identifikationen wirklich notwendig sind um hinreichend eine Person sicher zu identifizieren.

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