15 Jahre YouTube: Gutes und Krankes

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15 Jahre YouTube: Gutes und Krankes

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YouTube: Den Dienst gibt es doch mindestens schon immer, oder? Gefühlt ist das so. Denn YouTube ist ein extrem wichtiger Bestandteil der Medienlandschaft geworden. Alle unter 20 Jahren kennen gar keine Welt ohne YouTube. Allerdings gibt es YouTube dann doch erst seit 15 Jahren. Ich hätte gedacht, es ist länger her… Aber im April 2005 haben die damaligen YouTube-Gründer – da gehörte YouTube noch nicht zu Google – ein erstes Video online gestellt.

Das erste YouTube Video aus dem Zoo von San Diesgo; Rechte: Youtube/WDR/Schieb

Das erste YouTube Video aus dem Zoo von San Diesgo: YouTube-Gründer erklärt Elefantengehege

Startschuss mit einem belanglosen Video

“Me at the Zoo” – Ich im Zoo. Wir sehen YouTube-Mitgründer Jawed Karim, wie er ganze 18 Sekunden nervös vor dem Elefantengehege im Zoo von San Diego steht und merkwürdige Dinge über Elefanten erzählt. Aus heutiger Sicht eine miserable Bildqualität. Inhaltlich super dünn. Aber darum ging es natürlich gar nicht. Es ging darum, dass jemand, der nicht beim Fernsehen arbeitet, mit seinem verhältnismäßig günstigem Equipment ein Video drehen und so online stellen kann, dass es alle sehen können.

Deshalb: You Tube – was sinngemäß “Du sendest” bedeutet.

Wie wir wissen, hat sich seitdem eine Menge verändert. Die Menschen schauen mehr YouTube als sonst irgendwas. YouTube gehört seit 2006 zum Google-Konzern und ist nicht nur ein wichtiges Medium und Archiv geworden, sondern hat die Medienlandschaft auch verändert. Alles kann von allen gesehen werden – egal wer es macht. Lassen wir mal die vielen Urheberrechtsverstöße beiseite, die YouTube begeht und/oder verursacht. Unabhängig davon lässt sich sagen, dass YouTube eine Menge verändert hat.

YouTube hat Technologie vorangebracht

So gab es zum Beispiel auf YouTube  HD-Videos zu sehen, lange bevor es HD-Fernsehen gab. Dasselbe mit 4K-Auflösung. Oder 360-Grad-Videos. YouTube hat die Technologie weiter gebracht. Vor allem kann jetzt jeder “senden”, der will – und erreicht ein potenzielles Millionenpublikum. Der Aufwand, bei YouTube etwas einzustellen, ist nicht besonders hoch. Redaktionelle Hürden gibt es nicht. Niemand, der sagt: So ein Unsinn geht nicht auf den Sender!

Darum sind hier auf YouTube die ersten sogenannten “Influencer” entstanden. Menschen, die andere Menschen begeistern – egal wodurch. Und nicht wenige verdienen damit eine Menge Geld. Google natürlich auch. YouTube generiert Milliardenumsätze.

YouTube verdient Geld mit Werbung – aber User können sich auch “freikaufen”

Wir profitieren davon, dass sich so viele Menschen ausprobieren können. Zumindest bei denen, die gut sind. Aber leider gibt es auch jede Menge Schwachsinn. Belangloses. Dummes. Und auch Kriminelles und Gefährliches. Denn YouTube hat gleichzeitig den Nachteil: Jeder kann alles hochladen, egal ob gut, egal ob nützlich oder schädlich, egal ob krank oder kriminell. IS-Terroristen können Enthauptungen zeigen, Rechtsradikale ihre Parolen brüllen – und jeder verrückte Dummheiten rausposaunen. Das macht die Welt nicht besser. Es macht sie schlechter und kranker.

Jede Gesellschaft braucht Regeln. Sonst ist kein geordnetes Zusammenleben möglich. Pornografie wird auf Youtube meist sofort blockiert. Aber IS-Terroristen können ihre Gräueltaten oft genug online stellen. Oder Hetzer hetzen. Rassisten können sich austoben. Die sogenannte Rechte profitiert bekanntlich besonders von den Sozialen Netzwerken, weil Emotionen gut funktionieren.

Das alles hat man nicht Kommen sehen, als Youtube vor 15 Jahren gegründet wurde. Aber jetzt muss man sich damit auseinander setzen und natürlich Regeln und Beschränkungen haben, ebenso effektive Methoden, um zumindest eine gewisse Ordnung zu wahren. Auch wenn es unpopulär ist.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

1 Kommentar

  1. A simple laptop for word processing is fine. Most schools have proper engineering computers in the labs if you need to do 3D modelling and whatnot. However, it is very nice to have the ability to run anything and everything on your own personal laptop.

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