Ausstellung: Dortmund kennt sich aus mit KI

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Ausstellung: Dortmund kennt sich aus mit KI

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Künstliche Intelligenz (KI) ist eine Kulturtechnik mit ungeheurem Potenzial. Die Möglichkeiten, die KI bietet, nehmen unaufhörlich zu. Ob in der Medizin, der Forschung, im Internet oder – etwa in Form von Digitalen Assistenten – einfach auch zu Hause: KI entwickelt sich rasant. Und zweifellos liegen in dieser verhältnismäßig neuen Technologie jede Menge Chancen – und keineswegs wenige Risiken.

Das Smart Home: Hier führen Siri u nd Alexa ein Streitgebspräch; Rechte: WDR/Schieb

Das Smart Home: Hier führen Siri und Alexa ein Streitgespräch

DASA: Ein modernes Museum präsentiert KI

In Dortmund können Besucher sich in der DASA (Deutsche Arbeitsschutzausstellung) nun mit KI beschäftigen und den vielfältigen Möglichkeiten und Risiken auf spannende Art und Weise begegnen. Die DASA ist ein modernes Museum in Dortmund und versteht sich als „kreativer Lernort für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit mit Freizeitwert“.

Als Rheinländer kannte ich die DASA bislang nicht. Leider, muss ich sagen. Denn ein Besuch lohnt sich. Mit der neuen KI-Ausstellung erst recht. Denn noch nirgendwo – auch nicht in den USA – habe ich eine derart umfassende und vor allem auch zugängliche Auseinandersetzung mit der Künstlichen Intelligenz gesehen.

Die beiden Kuratorinnen Magdalena Roß und Marcella Lagalante zeigen mir die Ausstellung; Rechte: WDR/Schieb

Die beiden Kuratorinnen zeigen mir die Ausstellung

Streitgespräch zwischen Siri und Alexa lauschen

Was die beiden Kuratorinnen Magdalena Ross und Marcella Lagalante dort gemeinsam mit Projektleiter Philipp Horst hinbekommen haben, ist beeindruckend. Denn in Dortmund kann jeder völlig unprätentiös in die Welt der KI eintauchen: Was ist die Idee dahinter, was lässt sich damit anstellen – und wieso sollten wir nicht nur begeistert sein?

Besucher können in einem Smarthome einem Streitgespräch zwischen Siri und Alexa lauschen. Sie erfahren aber auch, wie sie ihre eigene Wohnung abhörsicher machen können. Wieso KI in einem selbstfahrenden Auto auch folgenreiche, ja moralische Entscheidungen fällen muss – etwa, wer bei einem drohenden, wohl unvermeidbaren Unfall „geopfert“ werden soll. Besucher erfahren aber auch, dass die KI das nicht wirklich selbst entscheidet, sondern entsprechend trainiert wurde.

Auch die Smart City wird zunehmend ein Thema; Rechte: WDR/Schieb

Auch die Smart City wird zunehmend ein Thema

Zwischen Utopie und Dystopie

Der KI-Ausstellung in der DASA gelingt es gut, die Faszination der Möglichkeiten aufzuzeigen – ohne die massiven Risiken bei Missbrauch zu verstecken. KI kann in einer „Smart City“ dabei helfen, Energie einzusparen oder Verkehrsflüsse zu optimieren. In China sehen wir jedoch längst, dass KI aber auch ein Unterdrückungsinstrument sein kann. Durch flächendeckende Gesichtserkennung ist niemand mehr anonym im öffentlichen Raum – und jede/r wird beobachtet.

Ob KI zu Hause, auf der Arbeit, im öffentlichen Raum oder in Konzernen zum Einsatz kommt: Wir sollten wissen, was da vor sich geht. Damit wir nicht von falschen Voraussetzungen ausgehen. Denn „Künstliche Intelligenz“ macht am Ende, was der Mensch will – bewusst oder unbewusst einprogrammiert.

Eine Ausstellung, die nichts auslässt zwischen Utopie und Dystopie. Und wer mag, kann auch mal zum Zeichenstift greifen, etwas skizzieren – und ausprobieren, ob die KI erkennt, was es ist.

Vielseitige KI-Ausstellung in Dortmund: Mitmachen und Nachdenken

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

  1. Philipp Horst am

    Danke für den netten Kommentar. Aber: es sind natürlich viel mehr als drei Personen, die so eine Ausstellung machen. Gerade in der DASA ist die Gestaltung mega wichtig – genauso wichtig wie Objekte, Texte oder interaktive Stationen.

  2. Carsten Mohr am

    Da frage ich mich, wenn drei Personen sowas schaffen, warum ist es dann um die Digitalisierung in Deutschlaand so schlecht bestellt?
    Die Idee dahinter ist klasse und lädt, wie sie vorschwärmen, zur Begeisterung ein.

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