Bitte lächeln: Wie Gesichtserkennung uns verändert

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Bitte lächeln: Wie Gesichtserkennung uns verändert

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Unser Gesicht haben wir immer mit dabei. Wir lächeln mal, sehen mal mürrisch aus, mal fröhlich – aber im Wesentlichen können uns andere Menschen anhand unseres Gesichtes erkennen.

Software und KI kann das auch – und zwar immer besser. Wir entsperren unser Smartphone mit dem Gesicht – das ist praktisch. Wir können unser Gesicht mit FaceApp jünger oder älter machen – und finden das witzig. Doch wir können heute eben auch überall anhand unseres Gesichts erkannt werden – das hingegen ist bedenklich. Grund genug jedenfalls, darüber zu reden.

Gesichtserkennung

Gesichtserkennung: Im Smartphone praktisch – in der Öffentlichkeit bedrohlich

Gesichtserkennung: Manchmal praktisch – öfter spooky

In unserer neuesten Ausgabe des Cosmo Tech Podcast haben Dennis Horn und ich uns intensiv mit dem Thema Gesichtserkennung beschäftigt. Klar: Wenn wir unser Smartphone entsperren, indem wir einfach nur drauf schauen, ist das bequem. Das Risiko, dass die Daten missbraucht werden, ist eher gering: Die Gesichtsdaten bleiben im Gerät und beschreiben das Gesicht lediglich. Eine Rekonstruktion unseres Gesichts ist nicht möglich.

Wenn eine App wie FaceApp die Gesichter zur Bearbeitung auf Servern speichert und uns Nutzern nicht sagt, wie lange, ist das in punkto Datenschutz bedenklich. Aber nicht gleich automatisch eine Gefahr, wie anfangs von einigen befürchtet. Ein Risiko stellt Gesichtserkennung jedoch überall dort dar, wo wir keinerlei Kontrolle haben und die Folgen nicht absehen können. In den sozialen Netzwerken zum Beispiel: Facebook erkennt unter Garantie nahezu jedes Gesicht auf einem Foto, zumindest, wenn es sich um ein Facebook-Mitglied handelt.

In der neuesten Ausgabe beschäften sich Dennis orn udn Jörg Schieb mit Gesichtserkennung; Rechte: WDR

In der neuesten Ausgabe beschäften sich Dennis Horn und Jörg Schieb mit Gesichtserkennung

Freiheit erheblich eingeschränkt durch KI

Doch richtig erschreckend sind die Möglichkeiten im öffentlichen Raum. Überall sind immer mehr Kameras installiert. KI-Software kann blitzschnell Gesichter erkennen. Am Berliner Bahnhof Südkreuz wurde das bereits getestet. Mittlerweile ist schon Phase II in Gang: Die Systeme sollen Personen identifizieren, die sich “verdächtig” benehmen. Unruhig auf der Bank sitzen, plötzlich aufstehen, Gepäckstücke stehen lassen – das geht nicht mehr, wenn Kameras jeden Winkel des öffentlichen Raums überwachen und Alarm schlagen, wenn etwas auffällig erscheint.

Wir brauchen also dringend eine Debatte: Wie viel Gesichtserkennung finden wir richtig? Sollen wirklich Kameras installiert werden, die am Stadion gesperrte Hooligans herausfiltern? Da sich die Technologie rasant entwickelt, müssen diese Leitplanken nun sehr schnell her. Sonst sind Fakten geschaffen, die wir nicht mehr los werden.

Ich jedenfalls kann sagen: Wenn ich mein Handy mit dem Gesicht entsperre, habe ich kein ungutes Gefühl. Auch bei FaceApp nicht. Aber schon Facebook traue ich nicht – und überall außerhalb meiner Wohnung erkannt zu werden, das finde ich wirklich beängstigend.

https://vimeo.com/348854696

Gesichtserkennung kann ein Spaß sein – aber auch eine Bedrohung

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

  1. Soweit ich informiert bin,dienen
    die Gesichtserkenner dem Wohle des deutschen Staates.Ich gehöre zu den Menschen,die das Wohl des deutschen Volkes niemals in Gefahr
    bringen wird.So wahr mir Gott helfe!

  2. Thomas Kolarik am

    Hallo Ich habe kein solches Gerät und muß nun mal immer mit meinen Gesicht herumlaufen.Kann mich also nicht mehr Anomüm ihgen wo auifhalten denn der Mensch ist nun mal neugierig und so habe ich immer wieder den eindruck meines gegenüber das da eine vorinfo besteht.Ich kann das selber nicht nachbrüfen und befürchte das ich in einen Sozialen ??? Netz zu vinden bin.Mann kann es an den Reaksionen erkennen.Können Sie mir da weiterhelfen.Ich bin jetzt an die 70 Jahre und möchte an den Elektronischen Treppenhaus nicht teilhaben.VFG Kolarik Wuppertal

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