Datensammler: Apple führt “Beipackzettel” für Apps ein

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Datensammler: Apple führt “Beipackzettel” für Apps ein

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Bei der Corona Warn App wurde ganz genau hingeschaut, wann welche Daten zu welchem Zweck erhoben, gespeichert und weitergegeben werden. Doch das ist die Ausnahme.

Normalerweise laden die Menschen die App ihrer Wahl, klicken hektisch AGBs und was auch immer ab. Und: Los geht’s… Kaum einer interessiert sich dafür, was in puncto Datenerhebung und Tracking passiert. Weil es auch ziemlich schwierig ist.

Die neuen "Privacy Shields" gibt es in allen App-Stores; Rechte: WDR/Schieb

Die neuen “Privacy Shields” gibt es in allen App-Stores

App Store – bei Risiken und Nebenwirkungen

Die App-Entwickler verraten entweder nur in den AGBs versteckt und/oder arg vereinfacht, welche Daten sie erheben und was damit passiert. Und das will Apple jetzt ändern. Ab sofort benötigen Apps in Apples App-Store eine Art “Beipackzettel”, wie manche sagen. Die neue Regel gilt für alle Apps, ob für MacOS, iOS, iPadOS, tvOS oder WatchOS.

Apple verpflichtet App-Entwickler, sogenannte “Privacy Labels” einzutragen. Hier müssen die App-Entwickler genau erklären, auf welche Weise die Nutzerinnen und Nutzer getrackt werden, welche Daten der App-Anbieter sammelt und zu welchem Zweck.

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Kostenlose Spiele und Apps, die in erster Linie Daten “einsammeln”, werden nun leichter erkennbar

Präzise Auskunft über den Datenhunger

Diese Informationen stehen ab sofort für alle neuen und alle aktualisierten Apps zur Verfügung. Bereits genehmigte Apps müssen diese Angaben nicht machen – können sie aber nachreichen. Spätestens bei einer Aktualisierung sind die Angaben erforderlich und erscheinen im jeweiligen App-Store.

In den Privacy Labels erscheinen die unterschiedlichen Datentypen, die von Apps mitunter gesammelt werden. Etwa persönliche Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer, aber auch Standort, Kontakte oder die Geräte-ID, um einen Benutzer eindeutig identifizieren zu können. Die Liste ist noch viel länger und enthält unter anderem auch Gesundheitsinformationen, Browser- und Suchhistorie.

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So sollte es in allen App-Stores sein

Ich finde: Eine äußerst begrüßenswerte Entwicklung. Genau so sollte es meiner Ansicht nach in allen App-Stores sein. Der Gesetzgeber sollte eine derartige Transparenz (gerne noch weitergehend) einfach vorschreiben.

Apple macht es freiwillig. Auch, um Datensündern das Leben zu erschweren. Denn es gibt unzählige vermeintlich “kostenlose” Games und Apps, die nur einem Zweck dienen: Tracking und Datensammeln.

Genau das wird durch die “Privacy Shields” nun transparenter. Anders als Google oder gar Facebook lebt Apple nicht davon, die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer auszuschalten. Das ist ein enormer Vorteil, der jetzt sichtbar wird.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

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