Ein Schneeball namens WhatsApp

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Ein Schneeball namens WhatsApp

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Wenn es darum geht, die Verbreitung sogenannter Fake-News einzudämmen, die rasante Verbreitung dreister oder dummer Lügen zu stoppen oder zumindest Falschinformationen zu erschweren, dann ist meist von Facebook, Twitter und vielleicht noch YouTube die Rede. Nicht von WhatsApp. Doch das ist ein riesiger Fehler. WhatsApp entwickelt sich zu einem der wichtigsten Instrumente zur Verbreitung von Unsinn jeder Art.

WhatsApp sollte sich öffnen für andere Messenger; Rechte: WDR/Schieb

WhatsApp eignet sich perfekt zu Verbreitung von Falschinformationen

Kettenbriefe sind erst der Anfang

Schon öfter habe ich von Freundinnen und Freunden gut gemeinten “Warnungen” üer WhatsApp bekommen: Öffne morgen keine Nachricht auf WhatsApp mit Video drin – das könnte Dein Handy hacken. Ich beobachte Kinder, die sich ähnlich unsinnige Kettenbriefe zusenden, ohne zu wissen, dass es Kettenbriefe sind. Das funktioniert tadellos. Blitzschnell hat man jeden Quatsch an Dutzende von Menschen verteilt. Über Gruppen erst recht. Am Ende haben es Millionen gelesen.

Ich behaupte: WhatsApp ist die größte Schneeballeffektmaschine aller Zeiten. Bei 1,5 Milliarden Nutzern und keinerlei Intelligenz, die Inhalte stoppt und die User warnt, kein Wunder. Über WhatsApp lässt sich alles rausposaunen und unkontrolliert und ungefiltert weiter verteilen. Nicht nur die New York Times sieht darin die nächste große Gefahr.

https://vimeo.com/259291728

Warum sich Falschinformationen besonders schnell verbreiten

Manipulation und Desinformation per WhatsApp

WhatsApp eignet sich perfekt zur Manipulation. Weil es keinerlei Kontrolle gibt – aber fast jeder Mensch auf dem Planeten darüber erreicht werden kann. WhatsApp ist bereits zu einer wesentlichen Quelle für Fehlinformationen geworden, hat Einfluss auf die Wahlen in Kenia gehabt. Oder man denke nur an die gezielten Falschinformationen über angebliche Kindesentführungen, die in Indien zu Panik und Gewalt geführt haben. Dutztende von Menschen wurden dabei getötet.

Das zeigt, welche Dynamik dieses Netzwerk entwickeln kann. Eine äußerst gefährliche Dynamik. Darüber hat sich bislang kaum einer Gedanken gemacht. Von Facebook erwartet mas das auch nicht. Es wäre an der Zeit, sich Fragen zu stellen. Was-wäre-wenn? Was wäre, wenn WhatsApp die nächste “Waffe” zur gezielten Manipulation wird? Was geschieht dann? Was will man tun?

Und vor allem: Warum so lange warten?

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

6 Kommentare

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  3. Alles zu Reglementieren scheint j a derzeit die beliebteste Forderung zu sein so bald die Intelligenz und das Urteilsvermögen der Bürger gefordert wird.
    Nein, Herr Schieb, wir brauchen keine “große Firewall” und “chinesische Inhaltsfilter” sondern mediale Kompetenz.
    Und schon gar keinen heile-Welt Kindergarten wie es Apple anstrebt.

    • Stimme zu und möchte noch hinzufügen, dass die facebookende, twitternde oder eben whatsappende Schwarmidiotie schlichtweg nichts besseres verdient hat, als in ihren vergötterten Naivitätsblasen mit Desinformation oder albernen Kettenbriefchen permanent gefüttert und manipuliert zu werden.
      Tipp: Bloß keine Fakes über den Bosporus liken oder gar verbreiten, sonst könnte der nächste Geiz-ist-geil-Urlaub schon am Kofferband und in Handschellen enden. ;)

      • SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

        Grundsätzliche Zustimmung zu den Äußerungen von “Stephan” und “Florian”.
        Ergänzung: “Mediale Kompetenz” tut wahrlich not – m.E. beweist totale mediale Inkompetenz, wer die asozialen Medien überhaupt “nutzt” (ohne zu bemerken, daß er_sie in Wahrheit benutzt WIRD!).
        Kein Mensch “braucht” nämlich dieses Facebook, dieses Twitter oder dieses WhatsApp.
        Medial inkompetent ist es bereits, nicht zu merken, daß man etwas zu “brauchen” meint, was in Wahrheit kein Mensch wirklich “braucht”.
        Wer nichtwisend-nichtmerkend dennoch daran wie verweifelt daran festhält, ist im medizinischen Sinne von diesen asozialen Medien und ihrem Trägervirus, dem Suchtphone, ABHÄNGIG und danach ebenfalls im medizinischen Sinne SÜCHTIG
        HIER müßt man ansetzen, mit Prävention und Ausstiegshilfen.
        Je weniger “Nutzer*innen” und je mehr Abstinente, desto weniger Haß und Fake würden verbreitet, schon, weil die, die es verbreiten, kaum noch Publikum hätten…

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