Es muss ein Ruck gehen durchs 5G-Land

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Es muss ein Ruck gehen durchs 5G-Land

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Wie sieht die ideale Welt aus? Die Antwort auf diese Frage fällt unterschiedlich aus – und hängt von den jeweiligen Bedürfnissen und Interessen ab. Beispiel: 5G. Das neue Mobilfunknetz kommt. Die meisten sagen, wir brauchen es unbedingt. Ob das stimmt, ist eine eigene Frage. Aber wenn man davon ausgeht, lautet die entscheidende Frage natürlich: Wie sollte das Netz aussehen? Wir Nutzer wollen natürlich ein 5G-Netz mit top Geschwindigkeit, optimaler Netzabdeckung und zu möglichst geringen Kosten.

5G soll mehr Datentempo für alle bringen; Rechte: Pixabay

5G soll mehr Datentempo für alle bringen

Möglichst wenig Geld für viel Tempo – oder umgekehrt?

Die Netzbetreiber hingegen wollen meiner Meinung nach das genaue Gegenteil: Möglichst geringe Netzabdeckung, denn das verursacht nur Kosten. Ein Datentempo, gerade schnell genug, dass die Kunden zufriedengestellt sind. Mehr nicht. Und natürlich maximale Gebühren/Erträge. Zum Glück können die Netzbetreiber argumentieren, der Netzausbau sei so teuer gewesen. Deswegen ist Jammern und Wehklagen ihre oberste Pflicht. Sie jammern, lange bevor die Funkfrequenzen für 5G überhaupt versteigert werden.

Hmm…. Wer könnte das Dilemma auflösen? Die Politik vielleicht? Schwierig, wenn sich Wirtschafts- und Verkehrsminister die Aufgabe des Netzausbaus teilen und auch noch eine “Staatsministerin für Digitalisierung” existiert, aber ohne Befugnisse. Deshalb wird hier mal was gesagt, da mal was veröffentlicht. Aber einen konkreten Plan, eine Vision, ein konkretes Ziel, wie ein 5G-Netzwerk aussehen soll – daran mangelt es völlig.

https://vimeo.com/290843123

Endlich mal durchgreifen

Andreas Scheuer meldet nun stolz “Fortschritte im Streit um die Vergaberegeln”. Es wird hinter den Kulissen verhandelt. Die Bundesnetzagentur verlangt aus Sicht der Mobilfunkprovider zu viel, aus Sicht der Verbraucher zu wenig. Immerhin hat Scheuer nun durchgesetzt, dass auch Landstraßen und nicht nur ICE-Strecken, sondern auch andere Bahnstrecken mit 5G versorgt werden sollen. Eigentlich selbstverständlich? Ja, eigentlich schon, wenn man ein Land wie Deutschland zum Vorreiter machen will. Aber es wird ernsthaft diskutiert.

Armselig. Was so erschreckend ist: Da wird in der Politik immer von “Digitalisierung” gesprochen. Aber wenn es drauf ankommt, kommt aus der Politik nur Achselzucken, begleitet von einigen Wort-Nebelkerzen. Niemand, der entschlossen und entschieden durchgreift. Niemand, der die Sache mal bis zum Ende durchdenkt, durchrechnet und durchzieht. Keine Ansagen. Es ist zum Verzweifeln.

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

4 Kommentare

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  3. Entschlossenes und entschiedenes Durchgreifen?
    Aber klar doch, das werden dann wohl (Wirtschafts-) Lobbygruppen machen oder gleich die größeren Tech-Firmen!
    IoT, M2M, autonomes Fahren (Autos, Schiffe, …), HighEnd-Games, viiieeel bessere Vernetzung und Kommunikation – das hängt doch alles an einem GUT funktionierenden 5G-Standard.
    Bei den -zig SciFi-Möglichkeiten, die wir “Normalos” uns heute noch gar nicht live & in Farbe vorstellen können, wird der Smartphone-Daddler eher zur Nebensache. Er ist dann vllt der Dumme, dem die höheren Tarife serviert werden.
    Mein Horror ist, dass sich “die Wirtschaft” beizeiten einkauft – Bundesnetzagentur hin, Netzneutralität her! Irgendeine nette Grauzone ist für diesen Zweck bestimmt zu finden …
    Solange nichts Besseres (:o) die Runde macht, ist flächendeckendes 5G der Goldesel schlechthin.
    Ich würde sogar fast nach Verstaatlichung schreien wollen. Nur dass diesmal die Nutznießer in Wirtschaft und Entwicklung zum Tragen der Kosten verdonnert werden. Mit 5G-Lizenzen werden Mobilfunkprovider zu Zukunftsprovidern. Das ist für mich ein Wechsel von “normaler” Marktmacht zu zukünftiger Staatsmacht.
    Ich finde, das ist eine sehr heiße Kiste.
    Deshalb gehört die Diskussion mitsamt evtllen Visionen und Absprachen viel stärker in die Öffentlichkeit. Von mir aus auch auf Seite 1 dieser bebilderten Tageszeitung!

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