Hack, Hack – Daten weg!

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Hack, Hack – Daten weg!

Kommentare zum Artikel: 6

Wir leben in einer zunehmend vernetzten Welt. Die Smartwatch spricht mit dem Smartphone. Die Personenwaage mit beiden. In der Wohnung stehen Assistenten, die wiederum ständig mit der Cloud in Verbindung stehen. Das Auto ist mit CarPlay ausgerüstet. Im Büro ist sowieso alles vernetzt. Und von der Smart City wollen wir gar nicht reden…

Uns werden gewöhnlich vor allem die Vorteile der Vernetzung präsentiert. Welche Nachteile damit verbunden sind, fällt bei den anpreisenden Herstellern unter dem Tisch.

Klaus Rodewig warnt vor den wachsenden Herausforderungen; Rechte: WDR/Schieb

Klaus Rodewig warnt vor den wachsenden Herausforderungen

Wir werden immer angreifbarer

Ein klarer Nachteil: Wir werden immer leichter angreifbar, Hacker leben im Schlaraffenland. Überall Computersysteme, in die sie einbrechen können. Jedes noch so kleine Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, stellt für Hacker eine Chance dar. Denn Sicherheitslücken und Fehler gibt es überall – und je mehr Geräte, desto mehr Chancen. Dieses Risiko sieht auch Klaus Rodewig. Ein ausgewiesener Sicherheitsexperte, der uns im neuen Cosmotech-Podcast erklärt, wie Hacker eigentlich arbeiten – und wie sie denken.

“Hacker sind Menschen, die gerne hinter Kulissen schauen!”, sagt er gleich am Anfang. Das allein macht die Welt natürlich nicht unsicher. Unsicher wird sie dadurch, dass Sicherheitslücken zum Nachteil anderer ausgenutzt werden – oft auch von Staaten, wie kürzlich erst von China.

Da werden Millionenbeträge für noch unbekannte Lecks bezahlt (Zero Day Exploit). Klar, dass sich viele Hacker auf solche Chancen stürzen. Was sich im Hintergrund alles tut, davon bekommen wir als artige Menü-Anklicker und Icon-Antipper nichts mit.

Cosmotech Podcast

Wir haben einen Hacker-Mangel

Aber können wir uns ausreichend wehren? “Nein!”, urteilt Klaus Rodewig. Und er muss es wissen, denn er ist Mitglied im Expertenkreis Cyber-Sicherheit des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI). “Wir haben einen enormen Hacker-Mangel in Deutschland”, resümiert er.

Zu wenige Leute, die sich auskennen – und im Zweifel dabei helfen können, Hackangriffe zu erkennen und abzuwehren. Denn nur, wer Insider ist, kann sich Insidern angemessen entgegenstellen. Doch mit einem üblichen Beamtensalär lassen sich solche Experten nicht locken.

Ein zunehmendes Problem. Das einzige, was hilft – da sind sich alle Experten einig -, ist: Wir müssen höhere Anforderungen an die Sicherheit von Software stellen. Im Zweifel muss auch die Politik Standards festlegen, an die sich alle zu halten haben.

Vollkommen fehlerfreie Software wird es nie geben. Aber es ist schon abenteuerlich, unter welchen Umständen Software entwickelt wird – selbst in sensiblen Bereichen.

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

6 Kommentare

  1. Ich find’s zum Piepen.
    Ganz so, wie diese Pieptöne bei Systemwarnungen ertönen, die aufschrecken und zum Handeln animieren sollen.
    ———
    In dem oben verlinkten Cosmo-Podcast fand ich einiges interessant.
    Da frage ich mich, was “der Aufstand” (wer, wo, warum?) um den aufgekündigten INF-Vertrag soll.
    Soll die erneute offizielle Aufrüstung mit traditionellen Kriegswaffen nur dem nicht-digitalisierungsaffinen Bürger das tatsächliche Maß der (möglichen) Bedrohung vor Augen führen?
    So wie sich das im Podcast ab etwa ‘Zeitindex 00:53:35’ anhört, ist bei einer irgendwie gearteten Eskalation zwischen Staaten ein “Stirb-langsam”-Fire-Sale denkbar, möglich, gar wahrscheinlich.
    – Klar, das läuft mehr unter SciFi als die Vorstellung der Vernichtungskraft von HighTech-Raketen-Sprengköpfen.
    ——
    Die Digitalisierung an sich halte ich (noch!) nicht für Teufelswerk.
    Doch durch sie sehe ich uns alle auf eine Art Katapult gesetzt, das (fast?) jederzeit ausgelöst werden kann und uns sonstwohin schießen kann.
    — Und was macht die europäische Politik? Sie rennt den Entwicklungen hinterher, wie viele von uns Nutzern es auch tun.
    Die USA und China schaffen z. B. mit Überwachung und sozialem Punktesystem Tatsachen.
    Die europäische Reaktion darauf steckt mit DSGVO und Nextcloud gerade mal in den ersten Plüsch-Kinderschuhen.
    ———-
    Ohne internationale Übereinkünfte über Mindeststandards für z. B. “digitale Freiheit, Sicherheit und Ethik” verkommt das von der UN angezettelte Internet Governance Forum zur Alibi-Luftnummer: Hochinteressant, aber eben nix mit internationaler Wegweisung zum Wohle aller.
    Da sind miserable Software”lösungen” und geklaute persönliche Daten nur ein Schneeflöckchen auf der Spitze eines riesigen Eisbergs.
    ——-
    Piep-piep-piep!
    Piiieeep!

  2. DasHeimnetzwerkDe am

    Bei manchen scheint der Eindruck zu existieren “Hacker” haben magische Kräfte und man selbst kann nach belieben gehackt werden.
    Netterweise ist das nicht der Fall. Wenn man ein paar Fallstricke beachtet ist es sogar extrem schwer das heimische Netzwerk und die Geräte einer Privatperson zu hacken.
    Also nicht in Paranoia verfallen, sich ein wenig bilden und entspannt die Vorzüge des Internets geniessen.
    Wer völlig unbedarft unterwegs ist wird schon mal eher Schiffbruch erleiden. Aber niemand würde sich doch ohne Kapitänspatent hinter ein Steuer klemmen, oder ?

  3. Off_Leiner am

    “Die Smartwatch spricht mit dem Smartphone. Die Personenwaage mit beiden. In der Wohnung stehen Assistenten, die wiederum ständig mit der Cloud in Verbindung stehen. Das Auto ist mit CarPlay ausgerüstet. Im Büro ist sowieso alles vernetzt. ”
    Bei MIR NICHT: Habe und will weder Smartwatch (sondern habe eine mechanische mit Handaufzug) noch Smartphone (sondern wieder ein Wählscheiben-Telephon) noch eine digitale Personenwaage (sondern eine rein mechanische) noch Zugänge zu einer Cloud noch ein Auto (sondern zwei Beine, zwei mechanische Fahrräder, ein Bus-Abo und eine BahnCard) und ein kleines eigenes Büro mit einem PC mit ca. 15 Antitracking und Antifingerprintingprogrammen, Adblockern und Cookiekillern).
    Und was soll ich sagen?
    Mittlerweile werde ich von immer mehr Kolleginnen und Kollegen, Kundinnen und Kunden und Freundinnen und Freunden regelrecht BENEIDET, die – hoffentlich: noch…! – in ihrer Smartphonesucht und im Digitalwahn feststecken.
    Das hat ihnen aber nicht mehr Freiheit gebracht, sondern weniger…. :-((

    Und – zum Kern des Artikel-Themas -:
    Die Genannten müssen ja nun zusätzlich zu Abhängigkeit bis hin zur Sucht und zusätzlich zu ihrer Unfreiheit, die sie sich eingehandelt haben, nun obendrein noch ständig Angst um ihre Daten und vor deren Verlust durch Datenklau haben….
    (Auch!) DIESES Problem habe ICH nicht!

    • Diese Sichtweise kann ich nur unterstützen. Die Vernetzung schafft zunehmend Abhängigkeit die mit dem Nutzen m.E. nur bedingt aufzuwiegen ist. Und jede Vernetzung erfordert Kümmerung, Pflege und durch “Innovationsschübe” schnellere Neuinvestitionen weil ältere Geräte irgendwann nicht mehr mithalten können. Und jetzt noch eine Anekdote: Kürzlich habe ich mir ein 19 Jahre altes KFZ gekauft, so eines das man Youngtimer nennt. Zur Wartung und für ein paar kleinere Reparaturen bin ich in eine Vertragswerkstatt des Herstellers. Der Meister fragte er mich, ob ich das Auto auch zwei Tage entbehren könnte. Ich bejahte und er pfiff zwei Azubis ran. Die standen dann vor ihm und er sagte: “Ihr lasst jetzt mal alles liegen, das machen die anderen für euch. Ihr könnt jetzt al zwei Tage am Stück richtig was lernen”. Und zu mir: “Keine Sorge, ich bleibe dabei.” Als ich ging standen die Azubis vor dem Wagen, einer mit dem Stecker vom Diagnosegerät in der Hand und der andere daneben die Buchse suchend. Der Meiste zu mir: “Sie werden nichts finden … “

    • P. Gedoehns am

      Bis auf das Thema Fortbewegung bin ich mal wieder ganz Ihrer Meinung.
      Jede Vernetzung, jeder Account für was auch immer macht angreifbar, auslesbar und kontrollierbar, auch wenn es beim Privatmann NOCH primär um Daten für Werbung geht. Auch ich habe kein Smartphone, lebe damit sehr gut und werde von einigen Leuten belächelt und bemitleidet. Im Unterton erkenne ich oft ein Quäntchen Neid, den man auch von Rauchern gegenüber Nichtrauchern kennt. Die zu der Vernetzung gehörende Hardware ist vielfach der Elektroschrott von morgen, da sie immer kürzer haltbar ist, was ich verurteile.
      Zu dem von Ihnen im Artikel “Klick-Scham” angemerkten Thema Auto muss ich gestehen :), dass eines habe und es gerne nutze. Allerdings fahre ich damit nicht zum berühmten Briefkasten, es ist etwas älter, es ist nicht mit dem Hersteller und sonst wem vernetzt und trotzdem wird gut gewartet und gepflegt, also erhalten. Wegen mir müssen keine Kinder im Kongo auf menschenunwürdige Weise Lithium und Kobalt für Akku´s aus der Erde holen. Ich halte beim Auto sowie bei anderer Technik am etwas Älteren fest, was sicher nicht im Sinne der Wirtschaft ist, aber in meinem.

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