Juchhu, wir haben eine Autobahn-App – aber wozu bloß?

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Juchhu, wir haben eine Autobahn-App – aber wozu bloß?

Kommentare zum Artikel: 22

Deutsche Autobahnen sorgen überall auf der Welt für Gesprächsstoff, zumindest bei Menschen, die sich für Autos begeistern können – denn auf deutschen Autobahnen gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung (theoretisch) und der Zustand der Autobahnen selbst ist auch ganz ordentlich, verglichen mit dem Rest der Welt. Aber über eins wird man sich in der Welt eher totlachen: unsere neue Autobahn-App.

Staus und Warnmeldungen in der Autobahn-App; Rechte: WDR/Schieb

Staus und Warnmeldungen in der Autobahn-App

Die App zeigt Staumeldungen und Verkehrsbehinderungen

Wieder mal ein Projekt von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), das nach Steuerverschwendung aussieht. Denn die App bietet kaum einen Nutzen. Gut, wenn Andreas Scheuer auf dem Rücksitz seiner Limousine Platz nimmt und sich chauffieren lässt, kann er vielleicht mal einen Blick über den Verkehrsfluss „seiner“ Autobahnen werfen. Aber sein Chauffeur wird die App eher nicht nutzen. Denn sie ist weitgehend sinnlos.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

22 Kommentare

  1. Das war so klar, dass die App ein Reinfall wird. Gegen die großen Unternehmen wie Google und Amazon kommen die staatlichen Behörden einfach nicht an. Google Maps ist so gut, dass jeder Versuch eine bessere App zu entwickeln nur Steuergeldverschwendung ist.

  2. Christian am

    Wieder mal ein deutliches Zeichen, wie kompetent einige Minister sind. Vermutlich sind hierfür auch wieder Millionen an externe Berater gezahlt worden.

    Früher wurden Minister für ihre Ressorts ausgewählt, weil sie (zumindest im allgemeinen) eine gewisse Fachkenntnis hatten, heute muss man, um z. B. Verkehrsminister zu werden, nur noch wissen, dass ein PKW meistens 4 Räder hat. Den Rest wissen externe Berater. Ich füge jetzt mal nicht hinzu „von denen die meisten auch noch Verwandte oder gute Bekannte des jeweiligen Ministers sind“…

    • „und oftmals führende Positionen in der (zum Thema passenden) Industrie haben, oder zumindest wohlwollende Kontakte dorthin“. Stimmt’s?

  3. Roland L am

    Als Informationsapp für die Verfügbarkeit verschiedener Verkehrswege finde ich die App durchaus gut. Was Google an Staus anzeigt ist auch nicht immer perfekt.
    Im Ausland gibt es durchaus vergleichbare Lösungen der Straßenbauverwaltungen. Hier in Deutschland würde ich mir noch ein paar mehr eingebundene Kameras wünschen.
    Wir können nicht ständig über mangelnde IT-Kompetenz in Europa jammern und dann immer nur Google und Apple bejubeln. Also warum nicht etwas Auswahl, es gibt schließlich auch mehr als Word für die Textverarbeitung.

  4. J.Reichard am

    So was unprofessioneles habe ich schon lange nicht gesehen. Schade um die Zeit
    in der man gearbeitet hat um Steuern zu bezahen.
    Es gibt bei bei STRASSEN-NRW in Internet eine Darstellung mit Baustellen , Verkehrsmeldungen , Sperrungen etc.
    Die sollte man sich ansehen : übersichtlich , klar und infomativ.
    Wird dieses Land von Laien regiert??

    • > Wird dieses Land von Laien regiert??

      Nein, nicht mehr. Die Dame sitzt jetzt in der EU-Kommission :-)

      SCNR

  5. Nadja Nase am

    Warum wurde eine App dafür gebaut, eine ordentliche Webseite hätte (gibts die überhaupt vom Bund?) vollkommen gereicht.

      • Carsten Mohr am

        Dann frage ich mich, wo mein Betrag geblieben ist. Zumal er nach meiner Eingabe erschien mit dem Hinweis, er würde noch geprüft werden (stand unten drunter).
        Egla, ich mache nicht die Regeln, das seid Ihr.

        • Carsten Mohr am

          Ich hatte eigentlich freundlich angeregt, daß Sie eine Anfrage an das Bundesverkehrsministerium stellen, welche Lücke damit geschlossen werden sollte bzw. wo der gesellschaftliche Mehrwert in der App liegt. Weil Sie ja als Teil eines doch einflußreichen Presseorgans der Anfrage den nötigen Nachdruck verleihen würden.

  6. Hä? Vom Bund? Also mal ehrlich, braucht wirklich kein Mensch. Ich als Motorradfahrer Europaweit, Brauche nur G-Maps und sonst nichts. Außerdem ist es ratsam immer eine Faltkarte dabei zu haben. Für den Notfall, wenn der Akku leer ist. Hier wurden mal wieder Steuergelder verschwendet. Aber das kennen wir ja schon vom Andi B/Scheuer/t

  7. Da fällt mir die digitale Gesundheitskarte ein, an der seit 20 Jahren herumgefeilt wird.
    Noch heute muß meine Frau bei einem Artzwechsel ca. selber 100 Blatt Berichte und Ergebnisse kopieren und mitnehmen…
    Dann lieber ganz weg mit dt. Bürokratie und Datenschutz, der im internet sowieso nicht vorhanden ist..

  8. Dem Grundgedanken kann ich folgen.
    Warum braucht jeder Krempel eine eigene App wenn vielleicht nur ein paar Funktionen interessant sind. Eine eigene App will Berechtigungen, sammelt Daten und mit Pech neue Sicherheitslücken.
    Das bringt mich aber zwangsläufig zur Frage:
    „Juchhu, wir haben eine“ WDR-App – „aber wozu bloß?“

    Jetzt wäre es für das Thema interessant mal gegenüber zu stellen was WDR- und Autobahn-App an Berechtigungen und Daten möchte. Mir ist das egal weil ich beides nicht nicht nutzen werde.

    Interessant ist es sich auf einer Webcam den Verkehr selbst mal anzusehen. Auf einer Übersicht von Webcams auf Autobahnen in NRW habe ich gesehen, dass die meisten Webcams über Flash zu erreichen sind und allein damit hat man ein zusätzliches Sicherheitsrisiko, ob Autobahn-App oder nicht. Das Flash-Zeug habe ich jedenfalls nicht installiert.

    • Jörg Schieb am

      Den Wert und Nutzen einer App muss jede(r) für sich selbst beurteilen, am Ende. Ich denke, der Nutzen einer WDR-Aktuell-App zB, die einen rund um die Uhr mit Infos versorgt und auch Zugang zu Audios und Videos bietet, hat einen eindeutigen Mehrwert. Den sehe ich bei der Autobahn-App eben nicht. Der einzige Nutzen ist, dass ich nachschauen kann, ob Sperrungen oder Baustellen geplant sind — und die Webcams. Aber als Navisystem kann ich es nicht nutzen. Das wäre ein Mehrwert gewesen, weil man sich dann nicht bei Google oder Apple oder Tomtom etc. anmelden muss, um dort Daten zu hinterlassen.

      • Nadja Nase am

        Für eine Routenplanung muss man bei Google doch nicht angemeldet sein, oder? Müsste über maps.google.com gehen, im Browser natürlich.

        • Klar geht das unangemeldet. Aber wer mit Android navigiert, ist schon mal per default dauerangemeldet und wird sogar getrackt, wenn er nicht navigiert. (Gut, das kann auch mal nützlich sein…)
          Am PC braucht man sich nur 1x angemeldet haben, und hat dann ernsthafte Schwierigkeiten, die richtigen Cookies wieder zu löschen, um nicht weitere Daten zu übertragen.
           
          Dass die NRW-Cams auf Flash aufgebaut sind, verwundert mich übrigens – die württembergischen sind lediglich GIFs (Standbilder, minütlich aktualisiert – kein Hit, aber kann kann was draus ablesen und es spart Traffic). Da liegt also abgesehen von der (ähnlich aussehenden) Karte eine andere Technik drunter. Aber warum sollte man solche Webauftritte nur 1x teuer entwickeln lassen, wenn man’s auch 16x kann.

  9. Scheuer das wird teuer. In der freien Wirtschaft wäre der Mann schon längst ohne Abfindung entsorgt worden.

    • Richtig Micha, in der freien Wirtschaft gibt es ja auch Kontrollgremien und diese kontrollieren!
      Beim Bund ist das offensichtlich anders, oder wie sonst könnten Jahr für Jahr
      horrende Summen an Steuergeldern verschwendet werden ohne dass der
      Verursacher dafür die Quittung bekommt (in welcher Form auch immer).
      Dem Scheuer gehört die Pension gestrichen!
      Pfui, Herr Verkehrsminister. Das ist mal wieder eine Schande für unser Land.

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