Kein „Shuffle“ mehr: Warum Adele bei Spotify das Sagen hat

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Kein „Shuffle“ mehr: Warum Adele bei Spotify das Sagen hat

Kommentare zum Artikel: 6

Streamingdienste wie Spotify bedeuten für die meisten Menschen Freiheit: Jeden Song hören können, wo man will und so oft man will. Wenige Augenblicke, nachdem der nächste Musiktitel ausgesucht ist, strömt die Musik aus den Lautsprechern oder Kopfhörern.

Diese Freiheit macht – neben der unbestreitbaren Bequemlichkeit – den Reiz der Streamingdienst aus.

Die Shuffle-Funktion ist bei Alben künftig standardmäßig abgeschaltet;Rechte: WDR/Schieb

Die Shuffle-Funktion ist bei Alben künftig standardmäßig abgeschaltet

Zufallswiedergabe würfelt die Titelreihenfolge

Viele nutzen auch eine „Shuffle“ oder „Zufallswiedergabe“ genannte Funktion: Die Titel eines Albums oder Künstlers oder einer Playlist werden dann nicht in der vorgesehenen, stets gleichen Reihenfolge abgespielt, sondern in einer komplett zufälligen Reihenfolge. Jedes Mal eine andere. Das soll für mehr Abwechslung sorgen.

Doch die Shuffle-Funktion gefällt längst nicht allen. Vor allem nicht der britischen Pop-Queen Adele. Sie hat gerade ihr lang erwartetes Studioalbum „30“ veröffentlicht – und hat es laut BBC-Berichten geschafft, dass der populärste Streamingdienst Spotify die Shuffle-Funktion bei Alben aus dem Programm nimmt.

Albums jetzt in der gedachten Reihenfolge

Die Titel werden nun in der Reihenfolge gespielt, wie vom jeweiligen Künstler vorgesehen. Wer eine andere Reihenfolge bevorzugt, muss sich eine Playlist anlegen oder eine öffentliche Playlist abspielen.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

6 Kommentare

  1. lol. Sie mag ja grundsätzlich nicht ganz Unrecht haben, aber diese Forderung ist eigentlich nur der i-Punkt der sorgfältig vorbereiteten „30“-Kampagne seit Oktober ’21. Interessant, dass sich der Weltstar mit bereits zig Millionen verkauften Alben/Downloads und nach jahrelangem Erfolg, ausgerechnet jetzt bzw. mit Erscheinen des neuen, vierten Albums für die Kunst/die Künstler einsetzt, nicht wahr!?. Versteckte und zusätzliche Promotion für das neue Album war das vorrangige Ziel, um s i e (Adele und ihr Album) u.a. mit einem der erfolgreichsten ComeBacks (= exorbitante Verkaufs-/Downloadzahlen) aller Zeiten zu krönen – nix anderes. ;)

  2. Wenn mir irgendjemand seine Gedankenwelt aufzwingen will geht bei mir automatisch die Alarmsirene an. Jetzt ist aufgezwungene Reihenfolge von Liedern einer Sängerin nicht unbedingt der schlimmste Eingriff in die Grundrechte. Warum Sie aber damit Recht haben soll kann ich im Ansatz nicht erkennen. Beim Verhältnis der Musikindustrie zu Künstlern und Kundschaft mag einiges zweifelhaft und kritikwürdig sein aber hier sehe ich das Problem nicht.

    Bei einem Streamingdienst bin ich nicht registriert. Einen CD-Player wie @Soso habe ich noch, allerdings stationär und verstaubt. Alte CDs werden billig auf den Markt geworfen, die kann mit Bargeld kaufen. Bei dem CD-Player kann ich Reihenfolge programmieren oder Zufall wählen. Die CD kann ich dann verkaufen, verleihen, verschenken oder vererben. Es gibt dabei keinen Zwang und nix an Datenspuren.

    • Jörg Schieb am

      Nun, niemand wird ja gezwungen, etwas zu tun oder zu lassen. Die Shuffle-Funktion gibt es nach wie vor — nur nicht als Standardeinstellungen. Wer Musik einfach nur als ein Produkt begreift, der versteht natürlich nicht und sieht nicht ein, dass es auch noch etwas Übergeordnetes geben könnte. Die Kunst (und natürlich, längst nicht alles, was auf Spotify zu hören ist, ist Kunst) verlangt Künstlern eine Menge ab. Auch Persönliches. Da ist es ihr gutes Recht, erwarten zu können, uns darauf einzulassen. Das aber wird immer weniger gemacht. Es ist zB auch eine Unart, beim „Abspann“ eines Films im Kino aufzustehen — oder bei den Kommerzsendern einfach Jingles für andere Sendungen dazu zu zeigen. Ein absolut respektloses Verhalten meiner Ansicht nach.

      • Carsten Mohr am

        Der Abspann im Kino wurde ja durch voller Beleuchtung und manchmal dem sich schon schließenden Vorhanges untermalt. Was blieb einem übrig? Dazu wenn man in der Reihe saß, kamen alle auch noch an einem vorbei. Bleib da mal sitzen. Das war aber vor 35 Jahren schon so. Heute gucke ich, wo es geht und Sinn macht, den Abspann. Manchmal der Musik wegen, manchmal weil noch was kommt.

      • Traurig diese Argumentation. Normalerweise hören die meisten Leute ein Album in der richtigen Reihenfolge. Und erst danach macht man es vielleicht mal anders. Nett direkt zu unterstellen, dass man deswegen Kunst nur als Produkt sieht…..
        Auch der Kinovergleich hakt, wie Carsten Mohr richtig erklärt hat.
        Es ist wirklich nicht das erste mal, dass ich über ihre Artikel und Argumentationen den Kopf schütteln muss. Es scheint wirklich mit dem kritischen Denken Probleme zu geben….
        Darf man dann auch Musikvideos nur noch in der chronologischen Reihenfolge sehen??? Weil die Künstler ja eine Reise gemacht haben in Bildform? Einfach albern.
        Wahrscheinlich haben gerade Sie sehr wenig für Kunst übrig, dass sie die hier geschriebenen Kommentare gar nicht nachvollziehen können.
        Und da man eh Playlists erstellen kann, ist es sowieso merkwürdig sich über diese Shuffle Funktion aufzuregen. Wirkt wirklich mehr wie PR. Denn man kann Menschen so oder so nicht zwingen ein Album in der festgelegten Reihenfolge anzuhören. Button hin Button her. ;)

  3. Diese Funktion gab es aber auch schon bei tragbaren CD-Playern in meiner Kindheit. Fand man das da auch schon so schlimm? Ich mochte es gerne, weil ich die Lieder dann einzeln hören konnte ohne eben einen Kontext. Jedes Lied an sich ist doch etwas wert. Und diese Funktion machte es anders erlebbar.
    Spielt Adele ihre Alben demnächst auch live nur noch in der richtigen Reihenfolge?

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