Wenn Google Deinen Pulsschlag kennt

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Wenn Google Deinen Pulsschlag kennt

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Google will sich den Hersteller von Fitness-Armbändern Fitbit einverleiben: Rund 2,1 Milliarden Dollar sollen dafür den Besitzer wechseln. Allerdings müssen die Kartellbehörden noch zustimmen. Denn wenn ein Konzern wie Google einen großen Konzern wie Fitbit kauft, dann hat das Einfluss auf den Markt und vor allem auch auf den Wettbewerb – und bedarf der Zustimmung.

Noch haben die Behörden in USA, Europa und Australien keine Entscheidung gefällt. In der EU soll diese Entscheidung bis zum 20. Juli vorliegen. Doch es gibt gute Gründe dafür, dass die Kartellwächter dem Deal nicht zustimmen werden.

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Widerstand gegen die Fitbit-Übernahme nimmt zu

Wie Reuters berichtet, sorgen sich mittlerweile mehr als 20 Organisationen, dass Google durch eine Übernahme von Fitbit nicht nur den Markt der Fitness-Gadgets unter Kontrolle bringen könnte, sondern sich vor allem für die sensiblen Gesundheitsdaten interessiert, die damit unweigerlich verbunden sind.

Google stünden auf einen Schlag die Daten von mehreren Millionen Nutzern weltweit zur Verfügung. Daten wie Herzfrequenz, Schlafrhythmus, Kalorienverbrauch, Bewegungsmuster, sportliche Aktivitäten und viele andere werden von Fitbit-Geräten erfasst, gespeichert und ausgewertet.

Die berechtigte Frage lautet deshalb: Will man wirklich, dass ein Unternehmen wie Google, das den Großteil seines Jahresumsatzes von 136 Milliarden Dollar (in 2018) mit Werbung verdient, also mit der Auswertung und Vermarktung persönlicher Daten, dass ein solcher Konzern mit derart sensiblen Daten angefüttert wird? Wie sollen diese sensiblen Daten dann noch geschützt werden? Dass diese Daten für einen Konzern wie Google von unschätzbarem Wert sind, liegt auf der Hand.

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Google äußerst sensible Daten anvertrauen

Das Problem: Google hat in der jüngsten Vergangenheit nicht gerade für begründetes Vertrauen in dieser Sache gesorgt. Erst vor einigen Monaten hat ein Whistleblower berichtet, dass der Konzern im Rahmen von Google Health die Daten von US-Patienten ohne deren ausdrückliche Zustimmung gesammelt hat, Laborergebnisse und Krankenhaus-Aufzeichnungen eingeschlossen. Das zeugt nicht für eine besondere Sensibilität in diesem Bereich.

Vielleicht will Google nur verhindern, dass Apple immer erfolgreicher im Markt der Fitness-Geräte wird. Denn wenn jemand deshalb zu Apple wechselt, geht nicht nur ein Käufer von Hardware verloren, sondern auch dauerhaft ein Android-Nutzer – und damit verdient Google sein Geld.

Kann aber auch sein, dass Google mit den sensiblen Daten Kasse machen will.

Das gilt es natürlich unbedingt zu verhindern. Der Gesetzgeber könnte und sollte das ohnehin strikt verbieten: Gesundheits- und Fitnessdaten dürften niemals zu Geld gemacht werden. Nicht direkt, nicht indirekt. Gar nicht. Das sollte der Gesetzgeber unabhängig von diesem speziellen Fall sicherstellen.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

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