Facebook macht ernst und nennt sich „Meta“

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Facebook macht ernst und nennt sich „Meta“

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Wie im Vorfeld bereits spekuliert wurde, wird der Facebook-Konzern umgetauft in „Meta“.

Das hat Firmenchef Mark Zuckerberg jetzt auf der „Facebook Connect augmented and virtual reality conference“ öffentlich und damit offiziell gemacht. Beobachter hatten schon Stunden vorher bemerkt, dass die Firmenschilder am Hauptsitz des Unternehmens verdeckt worden sind – vermutlich, um möglichst zeitnah den neuen Namen präsentieren zu können.

Eine VR-Brille ist quasi Pflicht im Metaversum; Rechte: WDR/Schieb

Eine VR-Brille ist quasi Pflicht im Metaversum

Mega: Facebook heißt jetzt „Meta“

Facebook heißt also jetzt „Meta“. Ich persönlich finde das einen ziemlich nichtssagenden, wenn nicht sogar albernen Namen – doch wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen.

„Meta“ ist jetzt quasi die Dachmarke, zu der Facebook, Instagram und WhatsApp gehören – die größten und wichtigsten Marken des Konzerns. Da Facebook alias Meta aber expandieren will, soll der Konzernname nicht mehr länger nur an das Ursprungsprodukt Facebook erinnern.

Stattdessen soll „Meta“ wohl eher als Versprechen verstanden werden: Der Konzern begibt sich auf eine „höhere Ebene“. Was sogar stimmt, denn die Konzernmutter überwacht schließlich das Wirken der Netzwerke. Es ist aber eben auch gleichzeitig eine wenig subtile Andeutung auf Mark Zuckerbergs nun hinreichend deutlich gemachten Pläne, ein „Metaversum“ zu schaffen. Quasi ein neues Über-Internet: Eine VR-Welt, in der sich viele Dienste anbieten und vor allem gutes Geld verdienen lässt.

Neue Zielrichtung: Metaversum statt Social Network; Rechte: WDR/Schieb

Neue Zielrichtung: Metaversum statt Social Network

Mega: Facebook heißt jetzt „Meta“

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

6 Kommentare

  1. Manfred R. Reiff am

    Ganz gleich wie oft sich Unternehmen umbenennen oder den/die Namen ihres(r) Produkte(s) umbenennen (ich denke da z.B. an den Covid-Impfstoff von AstraZenica, der schnell einen schlechten Ruf hatte): es kommt nicht auf den Namen an, denn Namen sind wie Schall und Rauch – sehr vergänglich, sondern auf den Inhalt. Und bei „Fratzendreck“ hat sich nichts geändert – und wird sich wohl auch nichts ändern.
    Für mich ist und bleibt diese Datenkrake ein dunkelrotes Tuch. Alle Domains mit den Namen ihrer Dienste und Produkte sind bei mir dauerhaft gesperrt. Und kommen neue hinzu, so werden auch diese umgehend gesperrt. Zusätzliche kleine Helferlei (Firefox-Addons) helfen zusätzlich, diese auszufiltern. Sowohl meine Firewall als auch ein früher mit den AVM-Fritroutern (ich hatte einst eine 7270er) mitgeliefertes, sehr nützliches Programm (gibt es evtl. heute noch?), versieht auch in Windows 10-Zeiten prima Dienste. Zwar ist das Blocken von bestimmten URL mitunter lästig, es zahlt sich aber aus. Und Klicks auf die Buttons der Datenkrake(n) werden zuverlässig geblockt. Auch wenn ich technischen Neuerungen sehr aufgeschlossen bin, so muss und will ich nicht unbedingt jede haben (müssen). Und die „Dienste“ des „Omega“-Versums (in Anspielung auf den letzten Buchstaben des griech. Alphabets) gehören definitiv nicht dazu.
    Wer meint, seine persönliche Biographie dieser oder anderer Datenkraken bereitwillig zur Verfügung zu stellen – bitte sehr. Aber beschwert euch hinterher nicht über Probleme in der realen Welt. Bspw. bei Vorstellungsgesprächen. Auch die Mitarbeiter von Personalabteilungen in der Wirtschaft und beim Staat nutzen solche Dienste für die Beurteilung von Bewerbern. Ich kenne in meinem Umfeld zwei Personen, die deswegen schon einen- sicher geglaubten – lukrativen Job nicht bekamen. Und… was sie nicht vergessen sollten: das Internet vergißt nichts! Niemals!

  2. Man kann sich mal auf dieser Seite den Seitenquelltext ansehen, da findet man eine Menge „Meta“; genau 134 mal meta. Lauter Zeugs das man nicht sieht aber trotzdem irgendwas machen kann. Da finde ich den Namen Meta passend, auch wenn ich wohl weiter Facebook sagen werde.
    Im Quelltext hier ist mir bei flüchtiger Durchsicht keine Schweinerei aufgefallen aber allgemein zusammen Cookies, Tracker und Scripten können Datenkraken wie Facebook eine Menge mit Meta-Zeilen anfangen.
    Leute, baut Blocker ein und blockt was nur zu blocken geht. Was dann nicht geht, das geht dann eben nicht und ist verzichtbar, wie zum Beispiel Facebook.
    „Ach wie gut, dass niemand weiß …“

  3. Carsten Mohr am

    „Facebook heißt also jetzt „Meta“. Ich persönlich finde das einen ziemlich nichtssagenden, wenn nicht sogar albernen Namen – doch wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen.“
    META ist eine Bezeichnung für eine übergeordnete Struktur. Das als Albern zu bezeichnen würde die ganze Welt, die Psychologen, die Philosophen, die Prorgammierer, die Datenbankleute und endlos viele in Betrübnis stürzen.
    Meta ist wie Googles ABC. Nicht mehr, nicht weniger. Sie greifen nach den Sternen, und wenn nicht die, wer sonst?

    • Mir ist die Bedeutung schon nun wahrlich klar. Ich habe mich vermutlich unglücklich ausgedrückt: So ziemlich jedes Unternehmen könnte sich „Meta“ nennen – und genau das ist albern. Aber das ist ein völlig persönlicher Eindruck. Nartürlich trifft das auch Alfabet zu.

    • Ja, Herr Mohr, in Frankfurt/Oder ist ’ne Thüringer Bratwurst auf dem Grill geplatzt. Im Ernst: Jetzt schon so viel Bohei und auf fast allen Kanälen ganz oben, wegen einer angekündigten, ziemlich unkreativen Namensänderung für eine Konzernneuausrichtung, die zudem erst in einigen Jahren durchschlagen soll. Die Digitalwelt flattert herum, wie aufgeregte Hühnchen, boah ey, und die Zuckerbergjünger versuchen sich in albernen Meta-Wortspielen und Prophezeiungen gegenseitig zu überbieten. Wie üblich und muss wohl so sein. Dass Sängerin Adeles „wertvollster Besitz“, ein ausgespucktes, danach eingerahmtes [wie eklig], Stück Kaugummi von Sängerin Dion ist, hat es ja auch in die Top- bzw. (schon bald) Meta-News geschafft.

      • Carsten Mohr am

        Nein, soweit bin ich ja ganz dabei. Buzzwords gab und gibt es viele, das ist richtig. Mir ging es ja nur darum, das Wort Meta richtig eingeordnet zu wissen, was Herr Schieb ja auch in seiner Antwort deutlich gemacht hat.
        Aber, sowas leckeres wie eine Thüringer Rostbratwurst auf dem Grill platzen zu lassen, ist schon starker Tobak ;-)

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