Wie 1,5 Milliarden Datensätze von Facebook-Nutzern im Darknet landen konnten

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Wie 1,5 Milliarden Datensätze von Facebook-Nutzern im Darknet landen konnten

Kommentare zum Artikel: 5

Die schlechten Nachrichten rund um Facebook reißen nicht ab.

Jetzt nennt die frisch gebackene Friedensnobelpreisträgerin Ressa Facebook eine „Gefahr für die Demokratie“. Das ist zwar alles andere als neu – das haben wir hier in Digitalistan schon vor Jahren gesagt –, aber es zeigt: Die Erkenntnis setzt sich mehr und mehr durch – und wird auch öffentlich ausgesprochen.

Mark Zuckerberg will die Realität nicht wahrhaben; Rechte: WDR/Schieb

Mark Zuckerberg kommt nicht mehr aus den Negativ-Schlagzeilen

Im Darknet: Datensatz mit 1,5 Milliarden Datensätzen

Seit ein paar Tagen kursiert im Darknet ein Datensatz mit den Daten von 1,5 Milliarden Facebook-Nutzern, berichtet unter anderem die Sicherheitsfirma Privacy Affairs. Die Daten stehen zum Verkauf und enthalten Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Wohnort, Geschlecht und die eindeutige Benutzer-ID der betroffenen User. Immerhin die Hälfte der Facebook-Kundschaft ist betroffen. Das motiviert Facebook aber nicht, die User zu informieren.

Dabei sind solche Daten für Betrüger und Spammer äußerst interessant. Wer persönliche Daten hat, kann persönlich wirkende Ansprachen ermöglichen und so einfacher sensible Daten abfragen.

Es handelt sich dabei nicht um einen aktuellen Hack, sondern offensichtlich um zusammengesammelte Datensätze, die aus den unterschiedlichsten Quellen stammen. Die Anbieter des Datenpakets haben also das, was ohnehin öffentlich in dunklen Ecken des Netzes zugänglich ist, zusammengetragen. Wer nun „Ach so dann“ ausruft und meint, damit wäre die Sache erledigt, übersieht die Dimension.

Im Darknet herrscht ein hohes Maß an Anonymität (Sinnbild); Rechte: WDR/Schieb

Im Darknet sind 1,5 Milliarden Datensätze von FB-Usern aufgetaucht

Persönliche Daten öffentlich zugänglich

Denn durch die Fleißarbeit der Anbieter wird sichtbar, wie viele Nutzerinnen und Nutzer von Facebook mittlerweile betroffen sind. Von mindestens der Hälfte aller User liegen eine Menge persönlicher Daten vor. Auch Rufnummern. Das ermöglicht Phishing-Attacken im großen Stil. Es treffen auf privaten Handys gerade wieder vermehrt SMS-Nachrichten ein, die über einen angeblich verpassten Anruf informieren – aber eigentlich nur Login-Daten abrufen wollen.

Facebook schützt die Nutzerdaten nicht gut genug. Viele User sind allerdings auch viel zu arglos – immer noch.

Es ist zum Beispiel eine gute Idee, sein Facebook-Profil so einzustellen, dass persönliche Daten nur für Freunde sichtbar sind – sonst kann sie jeder Betrüger abernten. Was auch passiert.

Mehr Vorsicht angeraten

Beliebt sind auch angebliche Facebook-Umfragen oder vermeintliche Quiz-Spiele. Oder Tricks wie „Wir zeigen Euch, wer zuletzt Euer Profil besucht hat“. Quasi die einfachste Methode, einem Bot ungehindert Zugriff auf persönliche Facebook-Daten zu erlauben – teilweise werden hier sogar die Zugangsdaten abgegriffen.

Es ist daher ratsam, solche „Angebote“ links liegenzulassen und nicht anzuklicken. Zumindest so lange Facebook nicht willens und in der Lage ist, solche Betrügereien zu unterbinden. Wofür angesichts von Mark Zuckerbergs Abwehrhaltung wenig Hoffnung besteht. Aber, wer weiß: Vielleicht werden er und sein Unternehmen in naher Zukunft ja gezwungen, auch in diesem Bereich deutlich mehr zu unternehmen.

Scammer sind Betrüger, keine kein Pardon kennen – aber professionell arbeiten

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

5 Kommentare

    • BOYKOTTIERT_FACEBOOK! am

      „Gezwungen“ werden kann doch nur, wer sich zwingen läßt…
      … und zwingen läßt sich, wer sich einem Suchtausstieg und einer Heilung verweigert…

  1. Hubertus am

    Aus diesem Grunde habe ich mehrere Facebook Fake Accounts, für Anlässe die unvermeidlich sind. Facebook nutze ich ansonsten nicht. Bin immer wieder erschrocken über den ganzen Müll der bei Facebook abgeht, und wie die unternehmen diese Konzern unterstützen mit Werbung ect.

  2. Ja, es stimmt, man Macht sich wirklich ohne darùber nachzudenken zum Sklaven von Mark Zuckerberg. Ich melde mich noch heute ab. Ich bin 70 und habe gerne Kontakte, weil es im Alter sehr wichtig ist, aber nicht um jeden Preis.

  3. BOYKOTTIERT_FACEBOOK! am

    „Mehr Vorsicht angeraten“:
    Weiß Gott!
    Die beste Vorsichtsmaßnahme:
    Leute, löscht doch endlich einfach Eure Facebook-Accounts!
    Kein Mensch „braucht“ so etwas – laßt Euch das doch nicht von den Suchterzeugern und -erzeugerinnen bei Facebook und seinen Mitgangstern einreden!
    LÖSCHT UND BOYKOTTIERT – und der ganze Spuk wird in kurzer Zeit vorbei sein.
    (Am allerunverständlichsten ist ja nach wie vor, daß und warum der zu Recht warnende WDR sich selbst qua eigenem Facebook-Account zum Teil des FB-Systems macht und in ihm verbleibt und sich damit mitschuldig macht…)

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