Zehn Jahre Android: Nicht nur Grund zur Freude

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Zehn Jahre Android: Nicht nur Grund zur Freude

Kommentare zum Artikel: 13

Android ist eine Erfolgsgeschichte. Zumindest in einigen Bereichen. Rund 90 Prozent aller Smartphones und Tablets sind mittlerweile mit dem mobilen Betriebssystem von Google ausgerüstet. Die meisten Handy-Hersteller setzen darauf, schnüren ein individuelles Paket aus Betriebssystem, Apps und Zusatzfunktionen, das sie auf ihren Geräten installieren. Diese anscheinende Freiheit – die allerdings Grenzen hatte, weshalb Google von der EU-Kommission zu einer Rekordstrafe verdonnert wurde – macht den Erfolg von Android aus. Die erfolgreichste Software der Welt, schreiben die Kollegen der Tagesschau.

Android

Android ist ein Erfolgsmodell: Zehn Jahre nach dem Start rund 90 % Marktanteil

Google hat alle(s) Platt gemacht

Microsoft wurde durch Google in die Knie gezwungen. Windows spielt auf mobilen Geräten praktisch keine Rolle mehr. Der einzige ernstzunehmende Konkurrent ist iOS von Apple. Für Google ist das ein Grund zur Freude, denn wer träumt nicht von 90 Prozent Marktanteil. Dabei verdient Google mit dem Betriebssystem selbst kein Geld. Aber weil so viele Google-Dienste mitinstalliert werden, zum Beispiel die Suchmaschine, der Online-Kartendienst Maps, die Fotofunktion und vieles andere, werden Google ununterbrochen neue User zugespielt.

Für Google rechnet sich das. Allerdings gibt es für Android-User auch erhebliche Probleme. Es gibt sehr viele unterschiedliche Versionen von Android – und für so manche gibt es schon bald keine Updates mehr. Ein ernstes Sicherheitsproblem. Außerdem können Android-Benutzer nicht nur Apps aus dem Google Play Store laden, sondern auch aus anderen Quellen. Eine Freiheit, die iOS-Nutzer nicht haben. Die Konsequenz: Es gibt jede Menge Schad-Software für Android – und praktisch keine für iOS.

Marktanteile bedeuten Verantwortung, nicht nur Möglichkeiten

Google hat mächtig eins auf die Finger bekommen für seine “Ausnutzung der Marktmacht”, wie es die EU-Kommission formuliert. Denn Handy-Hersteller wurden lange gezwungen, Google-Dienste mitzuinstallieren, etwa den Google-Browser Chrome. Es kann also für uns Benutzer nachteilig sein, wenn ein Unternehmen zu großen Erfolg hat.

Heute läuft Android längst nicht mehr nur auf Smartphones oder Tablets, sondern beispielsweise auch auf vernetzten Haushaltsgeräten wie etwa smarten Kühlschränken. Android hat also zweifellos die Vernetzung vorangetrieben und eine Menge Innovationen gebracht. Allerdings haben die Macher aus meiner Sicht zu wenig Augenmerk auf das Thema Sicherheit gelegt. Von Anfang an – und leider bis heute.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

13 Kommentare

  1. DollyToll am

    Für mich ist das ‘Handy’ eine Kriegswaffe geworden, wenn ich die verkniffenen Augen von Trump und dem chinesischen Oberindianer sehe! Aber die Europäer können keine Smartphones herstellen, und lagern ‘gerne’ ihre Daten in die ‘Ami-Cloud’ aus … Wer so blöde ist, kann nur untergehen! Die Amis mit ihrem aggressiven ‘Weltmarkt-Anspruch’ lachen doch nur über uns: Stupid German Money! Einen schönen Herbst!

    • SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

      “Für mich ist das ‘Handy’ eine Kriegswaffe geworden” . . . :
      Und es ist ein Suchtmittel und ein Überwachungsmittel und ein Verblödungsmittel und ein Manipulations- und Lenkungsmittel…
      Schlußfolgerung:
      ABSTINENZ UND BOYKOTT:
      LEUTE, SCHMEISST DIE DINGER WEG!
      STEIGT AUS DER SMARTPHONESUCHT AUS!

    • “Kriegswaffe” ist gut.
      Oder vielmehr natürlich NICHT gut.
      Was viele so einfach nebenbei heute so “raushauen”, nur weil das gehätschelte Smartphone der ständige treue Begleiter geworden ist und das Bedürfnis der Vernetzung von “allem mit jedem” da ist, halte ich teilweise für stark kulturschädigend. – Und im Zweifelsfall lesen das Zeug auch noch mehrere In- und Auslandsdienste mit … die armen Algorithmen, die da ununterbrochen irgendwas filtern müssen!
      – Aber wie das heute manchmal eben so ist: “Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich nicht meinen eigenen Tweet kurz überflogen habe?”
      ————–
      Obendrein gibt es noch so Seiten, die den persönlichen “Score” von Menschen (er)stellen und zur Verfügung stellen – solche wie z. B. http://www.mylife.com.
      Wenn wir nicht gerade unsere Daten artig bei den Social Medias eintippen, werden sie eben über Android & Co gesammelt … das KANN doch nur in SciFi-artigen selbstlaufenden Rundum-Berieselungen enden, fürchte ich.
      —————
      Und najaaa, “können” tun die Europäer schon. Jedenfalls sind sie für “die etwas anderen” Ideen gut – siehe “Fairphone”. Das Teil kommt standardmäßig mit Android zu seiner handvoll Nutzern, kann aber mit viel Willen und Geschick auf SailfishOS getrimmt werden.
      ————
      Schöne oder hässliche “neue Welt”?

  2. G. Mathey am

    Mir persönlich wäre die iOS-Welt zu abgeschottet, daher kommt mir kein Apple-Gerät ins Haus. Mein erstes Smartphone hatte damals WindowsCE.
    Aber mal im Ernst, ob Apple, Microsoft oder Google – macht das einen großen Unterschied? Drei der “Big Five” der nordamerikanischen Datenkraken…
    Als Alternative kann ich Lineage nur empfehlen. Ist auch Android aber ohne Google – und es ist auch wirklich echt OpenSource.
    Nachteil ist nur, dass beim flashen des OS die Garantie nichtig wird.
    Dafür gibt es auch für mein mittlerweile 5 Jahre altes Gerät immerhin Android 8.1 und wöchentliche Updates – und es läuft besser als vorher.

  3. Die Frage ist, ob eine Welt, in der Smartphones ausschließlich mit iOS laufen eine bessere wäre. Ich würde sagen nein …

    • SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

      Würde ich auch sagen.
      Denn auch eine solche Welt wäre ja eine Welt MIT Smartphones.
      WIRKLICH besser wäre nur eine Welt OHNE Smartphones.
      MEINE Welt ist eine Welt OHNE Smartphone – deswegen brauche ich mir über den Android-Quatsch auch keinerlei Gedanken zu machen, und über vieles andere zum Glück auch nicht, und habe viel mehr meine Ruhe als die Suchtphone-Abhängigen.

  4. Android has been the top of the line OS worldwide on cell phones since 2011 and on tablets since 2013. As of May 2017, it has more than two billion month to month dynamic clients, the biggest installed base of any operating system, and as of June 2018.

  5. Googles Android hat “es” zweifellos geschafft und ganz nebenbei die Begrifflichkeit “Open Source” pervertiert.
    OpenSource als Verkaufsargument für Handys, die dann vollgestopft mit Googles Datensammlungsdiensten daherkommen.
    Einigen älteren Hasen aus der Mozilla- oder Linux-Gemeinde grillt diese Verflechtung von Freiheit und Geschäft wahrscheinlich bis heute das Hirn.
    ————
    Langsam, ganz laaangsam wird Nutzern der Wert ihrer Daten bewusst. – Manchmal auch denen, die oft und gerne sagen, sie seien ihnen “egal”, da sie nichts zu verbergen hätten.
    Viele von uns wissen gar nicht, was sie “verbergen” sollten.
    —————–
    Dank hoher Nutzerzahlen haben die Medien den Schlagzeilenwert diverser “Datenunfälle” entdeckt – Datenskandälchen jagt Datenskandälchen.
    Gut, dass überhaupt darüber berichtet wird! – Gerade w e g e n der vielen Nutzer, könnte das auch mit einem Schulterzucken abgetan werden: “Bist du im Hochsommer abends an einem See, kannst du eben Mücken als Nahrung dienen – das ist eben dein Risiko”.
    — Doch wollen wir wirklich nichts weiter als eine genügsame Datenkuh sein, die (fast) 24 Stunden am Tag bunte Bildchen sieht und bequem im Google-Stall steht, in dem ständig die Melkmaschinen laufen?
    Klar wollen wir das! Google bekommt die Datenhoheit und wir eine Gratis-Komplett-Vernetzung und bunte Bildchen. Wer zahlt schon 50 EUR für SailfishOS mit weniger Nutzern und bunten Bildchen?
    Es lebe das Quasi-Monopol mit seinen seitenlangen OptOuts!

  6. Diese Mitinstallation von Schrott nervt. Zumal man diesen nicht runterschmeißen kann und das Speicherplatz und mitunter sogar Traffic frisst, auch wenn man manche Dinge nicht braucht und gar nicht haben will.

  7. Nicole Wenzel am

    Android = griechisch Andriod, Männlichefigur!
    Wer aber ist “Entroit”?
    Idioten müssen alles verenglischen, denke da zB. an “Pentium” und “Lithium”

    Gruß

    • Siehe auch “Sackerbööhrg”, statt Zuckerberg (hatte Vorfahren aus Deutschland, Österreich, Polen). Stets amüsant (eher lächerlich), wenn deutschsprachige Teleprompterableser sich daran kunstvoll die Zunge verdrehen – soll wohl irgendwie wichtiger, internationaler, “cooler” klingen (?).

  8. Was war eigentlich vor dem Einzug der smarten Geräte die “erfolgreichste” Software der Welt? Ich würde spontan auf die (Wörterbuch-)Software für die T9-Tastatureingabe tippen.

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