Aus Facebook wird Meta: Headset soll sogar Augen und Mimik tracken

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Aus Facebook wird Meta: Headset soll sogar Augen und Mimik tracken

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Mark Zuckerberg wirkte auf der gestrigen Konferenz wie befreit: Endlich konnte er den neuen Firmennamen „Meta“ präsentieren – und über seine Zukunftspläne und neuen Projekte reden. Ganz so, als wären die (er)drückenden Probleme der letzten Wochen und Monate damit Geschichte.

Mit der VR-Brille am Klavier - und die Noten "sehen"; Rechte: WDR/Schieb

Mit der VR-Brille am Klavier – und die Noten „sehen“

Im Metaversum soll alles virtuell werden

Themenschwerpunkt des umfirmierten Unternehmens soll das Metaversum (Metaverse) sein. Zuckerberg will mit dem Metaversum nicht weniger als die „nächste Evolution der Geschichte sozialer Technologien“ einläuten: eine komplett künstliche, virtuelle Welt, in der „dasselbe und noch mehr möglich ist“ als in der „echten“ Welt.

Damit seine Verheißungen wahr werden und Menschen mit Freunden, Familie, Kolleginnen und Kollegen gemeinsam talken, kommunizieren, lernen, arbeiten, spielen, einkaufen und kreativ sein können, müssen neben sehr viel Technik im Hintergrund (über den CO2-Footprint spricht bislang niemand) auch neue Geräte her.

Womit wir bei Oculus wären, der Firma, die Facebook vor einigen Jahren für zwei Milliarden Dollar gekauft hat. Jetzt soll sich diese Investition endlich rechnen.

Selbst Blickrichtung und Mimik sollen die Headsets erkennen und auf die Avatare übertragen; Rechte: WDR/Schieb

Selbst Blickrichtung und Mimik erkennen die Headsets

Neues Headset: Eye-Tracker inklusive

Facebook alias Meta arbeitet mit Oculus-Ingenieuren an einem neuen AR/VR-Headset, das 2022 auf den Markt kommen soll – Codename „Project Cambria“. So ein Headsetzt braucht man, um in die VR-Welt einzutauchen. Es macht nicht nur Daten, sondern auch komplett virtuelle Räume sichtbar. Gewöhnliche VR-Headsets erkennen jede Bewegung, um die Bilder anpassen zu können. Schaut man nach links, sieht man im virtuellen Raum nach links. Oder nach rechts, nach oben – oder sogar nach hinten.

Doch Facebooks neues Headet soll noch mehr können: Es soll Eye- und Gesichts-Tracking unterstützen. Damit die Avatare – unsere Alter Egos im Cyberspace – auch Freude oder Ärger zeigen und die Augen bewegen können.

Steht „Meta“ für „Meta-Datensammler“?

Bei mir schrillen da allerdings die Alarmglocken: Ein Unternehmen wie Facebook, das nun wirklich jeden Winkel unserer Privatsphäre und sogar Psyche ausleuchtet, um die Erkenntnisse ungeniert zu vermarkten, will nun also auch noch unsere Mimik registrieren und aufzeichnen, wohin wir schauen?

Ein Alptraum in Sachen Privatsphäre. Denn Facebook-Chef Mark Zuckerberg glaubt doch keiner, wenn er im Metaversum „Privatsphäre ab Tag eins“ verspricht.

Technisch ist so eine VR/AR-Brille (die auch in der Lage sein soll, die „echte Welt“ um einen herum ins virtuelle Bild zu integrieren) durchaus reizvoll. Aber abgesehen davon, dass mir das Vertrauen zu Facebook fehlt, halte ich persönlich diese Entwicklung, die Realität komplett auszublenden, für ungeheuer gefährlich. Dystopien scheinen wahr zu werden.

Neue VR/AR-Brille geplant – Codename „Cambria“

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

  1. Da der Mensch so ablenkbar ist (viele, nicht alle), reicht ja schon ein Smartphone, um die Realität auszublenden. Das sehen wir ja täglich in und auf den Straßen (und in den Autos…). Und weiter geht’s also, na mal schauen, ob wir bald nicht ganz andere Probleme haben als Cyber-Zombies unter uns ;) -> Klima-Wandel/Flüchtlinge, staatlich eingeschränkter Wasserverbrauch und solche Dinge.

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