Besser aufgepasst bei Kinderfotos im Netz

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Besser aufgepasst bei Kinderfotos im Netz

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Die sogenannten Sozialen Netzwerke haben einen Dammbruch zu verantworten. Seitdem wir digital fotografieren können, fotografieren wir mehr. Es kostet ja nichts. Und seitdem wir mit dem Smartphone fotografieren können, fotografieren wir praktisch ununterbrochen.

Der Fotoapparat ist schließlich immer mit dabei. Wer sich wegducken wollte, wann immer er einen fotografierwütigen Menschen in seiner Umgebung sieht, müsste wie Quasimodo durchs Leben laufen. Denn irgend einer hält praktisch immer gerade sein Smartphone zum Fotografieren oder Videofilmen hoch.

Peinliche Aufnahmen vermeiden - oder verfremden; Rechte: Pixabay/Schieb

Peinliche Aufnahmen vermeiden – oder verfremden

Kinder können sich nicht wehren

Nun gibt es Menschen, die können sich nicht richtig wehren. Je kleiner sie sind, desto weniger: Kinder sind der Fotografiesucht ihrer Eltern, Großeltern oder anderen Erwachsenen nahezu schutzlos ausgeliefert. Das Netz ist voll von Fotos, die Kinder in peinlichen oder prikanten Situationen zeigen. Aufnahmen, die so niemals hätten veröffentlicht werden dürfen. Sie werden trotzdem online gestellt.

Denn Instagram, Facebook und Co. wollen es so. Wer Aufmerksamkeit erreichen will – und sind Instagram, Facebook und Co. nicht genau dafür da? -, der postet auch schon mal unangemessene Fotos. Der Ehepartner würde einen vielleicht zurechtweisen, der Nachbar anschnauzen, der Freund fragen, ob man noch alle Tassen im Schrank hat. Aber vielleicht auch nicht, denn allzu viele “Erwachsene” sind längst angesteckt vom Wir-zeigen-alle-Fotos-Irrsinn. Allerdings haben Kinder keine Stimme.

https://vimeo.com/305045036

Auch Kinder haben Rechte: Krasse Beispiele von Kinderfotos

Erwachsene handeln oft verantwortungslos

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert: Veröffentlicht keine Fotos von Kindern in peinlichen, unangenehmen oder unangemessenen Situationen! Schade, dass man das überhaupt sagen muss. Aber wer sich die Aufnahmen in den sogenannten Sozialen Netzwerken anschaut, weiß, dass dieser Aufruf leider mehr als nötig ist.

Und ungehört zu verhallen scheint. Bei so mancher Aufnahme auf Instagram, Facebook oder auch Twitter muss man sich fragen: Ja denken die Menschen denn gar nie nach? Müssen sie Begriffe wie “Verantwortung” oder “Anstand” im Wörterbuch nachschlagen?

Das allein belegt schon eindrucksvoll, dass Soziale Netzwerke eben nicht sozial sind. Doch von Instagram, Facebook und Co. hört man nichts in Sachen Kinderschutz. Warum auch? Jedes Foto, das Aufmerksamkeit erzeugt, ist gut für die Firmenkasse.

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

1 Kommentar

  1. Eine herzlich willkommene (und vermutlich) nie versiegende Sättigungsquelle für die Pädophilen und Päderasten in dieser kranken Netzwelt. Aber selbst das wird den schwarmidiotischen Selbstdarstellern und Selbstverliebten ziemlich egal sein.
    Wenn die eigene Visage schon nicht foto-/telegen oder “cool” genug ist, um im Dauerselfiemodus permanent, sozialnetzwerkliche Bestätigung zu erheischen, dann muss eben das eigene Kind zum “Webstar” mutieren.
    Was sind das für Eltern? Kindeswohl? D’rauf gesch*ssen! Nur noch zum K*tzen, diese allesknipsenden Spinner: data-driven idiots!

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