Deutscher Computerspielpreis für Gamerin „Gnu“

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Deutscher Computerspielpreis für Gamerin „Gnu“

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Es gibt derzeit kein Computerspiel mit einem deutscheren Namen: „Dorfromantik“. Die Spielerinnen und Spieler bauen dort malerische Landschaften. Das macht Spaß, ist entspannend und hat beim Deutschen Computerspielpreis 2021 den Nachwuchspreis und den Preis fürs beste Gamedesign bekommen.

Ein klein wenig Oscar-Feeling

Mit allem was dazu gehört: eine Laudatio mit großen Worten, ein sichtlich gerührter Preisträger, 95.000 Euro als Preisgeld, Ruhm und Ehre. Für das Studententeam Toukana ein riesiger Erfolg.

Wegen solchen Auszeichnungen ist der Deutsche Computerspielpreis für die Branche wichtig. Die vier Studenten von Toukana sind in diesem Sektor angekommen und die Chancen stehen gut, dass wir von dem Team noch mehr hören werden in Zukunft.


Stars sind sie damit nicht geworden. In der Gamesbranche gibt da eh nur wenige. „Death Stranding“-Erfinder Hideo Kojima kann einen Kinosaal mit Fans füllen, „Doom“-Entwickler John Romero pflegt eh eine Rockstar-Attitüde. Aber die echten Berühmtheiten der Gamesbranche sind längst andere Personen: Youtube-Stars, Twitch-Streamer, eSportlerinnen. Sie werden bejubelt und gefeiert.

Influencer machen Games erfolgreich

Wie einflussreich diese Menschen der Gamesbranche geworden sind, zeigt ein Blick in die erfolgreichsten Spiele der letzten Monate: „Vahlheim“ wurde viele Millionen Mal verkauft, „Among Us“ ist ein Dauerbrenner, „Fall Guys“ der Überraschungssommerhit 2020 – auch weil diese Games von bekannten Youtubern und Twitch-Streamern öffentlich vor Publikum präsentiert worden sind – und so zahllosen Spielern Lust auf diese Games gemacht sind.

Jasmin „Gnu“ Sibel spricht über ihre Arbeit als Influencerin auf der Gamesweek 2019 und beim DCP 2021.

Das weiß auch der Deutsche Computerspielpreis und zeichnet deswegen die Spielerin des Jahres aus: Gnu, eigentlich Jasmin Sibel, ist die erste deutsche Gaming-Youtuberin mit einer Million Abonnenten. Sie spielt Among Us, Minecraft, Phasmophobia und trägt so zum Erfolg dieser Titel bei. Vor allem aber setzt sie sich seit Jahren für mehr Sichtbarkeit von Frauen in der Gamingwelt ein.

790.000 Euro wurden gestern Abend beim DCP ausgeschüttet, allein 100.000 Euro für das Beste Spiel „Desperados 3“. Die Menschen hinter den Spielen durften ein wenig glänzen und sich feiern lassen. Die Influencer strahlen jeden Tag für Millionen von Fans. Es ist gut, dass der Deutsche Computerspielpreis die Influencer feiert, die mit ihrer Reichweite verantwortungsvoll umgehen – denn das ist leider keine Selbstverständlichkeit.

Über den Autor

Mit "Doom" fing es an; seitdem haben digitale Spiele Thomas Ruscher nicht mehr losgelassen. Wenn er nicht gerade selbst spielt, schreibt und spricht er über Battle Royale, Open Worlds, eSport, Roguelikes und alles, was sonst noch mit Games zu tun hat.

2 Kommentare

  1. Ist schon kennzeichnend, wenn sowas wie Dorfromantik zu den besten Spielen aus Deutschland gehört. Steht nicht im Text aber The Last of Us 2 ist bestes internationales Spiel bei dem Preis und es gibt kein einziges deutsches Spiel, das auch nur annähern so gut ist. Immerhin war die Preisverleihung nicht komplett peinlich mit Uke!

  2. Glückwunsch an das Entwickler-Team!
    Und vorteilhaft, dass dieses Game nicht „Deutsche Dorfromatik“ heißt. Sonst wäre es dem Entwicklerteam möglicherweise noch so ergangen, wie jüngst einem sonnenbebrillten (blonden!) Kultsänger, der sich doch tatsächlich erdreistete, seinem Konzertwerbeplakat den Zusatz „Deutscher Liederabend“ hinzuzufügen, was die Leitung des Veranstaltungsortes umgehend zur politisch korrigierenden Intervention zwang.
    Btw: „Deutscher Computerspielpreis“, klingt aber auch schon irgendwie „tümelnd“!11!?
    Düsseldorf Tonhalle, 3 x Helau! (boing). ;)

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