Jetzt hüpfen Roboter auch noch

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Jetzt hüpfen Roboter auch noch

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Eigentlich sind Roboter etwas für Ingenieure. Für Menschen, die sich für Technik begeistern können – und mit aller Kraft versuchen, Maschinen weiterzuentwickeln. Kleiner, schneller, stärker – das sind die üblichen Ziele. Auch am ehrwürdigen M.I.T., eine äußerst angesehene technische Hochschule in den USA, werden Roboter entwickelt.

Der neueste Star aus den Labors des M.I.T. heißt “Cheetah”. So wie der niedliche Affe aus den Tarzan-Filmen. Cheetah klingt sympathischer als C3Po. Regelrecht lebendig.

Der am M.I.T. entwickelte Roboter Cheetah kann Treppen steigen; Rechte: MIT/WDR/Schieb

Der am M.I.T. entwickelte Roboter Cheetah kann Treppen steigen.

Roboter mit niedlichen Namen

Genau diese Assoziation ist gewollt. Wenn wir Cheetah sehen, sollen wir ihn/sie/es lieb haben. Cheetah geht wie eine Katze, läuft wie eine Katze, springt sogar wie eine Katze. Der nur neun Kilogramm schwere Apparat hüpft mühelos auf eine rund 70 Zentimeter hohe Tischplatte. Das ist zweifellos bemerkenswert. Selbst einen Salto um die eigene Achse bekommt Cheetah hin – aus dem Stand. Da will man glatt ein paar Nüsse reichen, zur Belohnung.

Der technologische Fortschritt ist wahrlich bemerkenswert. Moderne Roboter, entwickelt beim M.I.T. oder bei Boston Dynamics, werden immer kleiner, immer leichter, agieren immer wendiger. Sie erklimmen Treppen, laufen auf unterschiedlichstem Grund und lassen sich selbst durch Hindernisse oder Stöße von der Seite oder von vorne nicht aus der Ruhe bringen. Sie fallen nicht um und machen weiter.

https://vimeo.com/321727729

Die neueste Generation von Cheetah kann sogar auf Tische springen.

Es müssen dringend Regeln her

Aber wenn der Mund nach all dem Staunen wieder geschlossen ist, muss sich zwangsweise die Frage anschließen: Und jetzt? Wozu das alles? Was sollen solche Maschinen denn irgendwann mal machen? Wir werden sie wohl kaum immer nur Roboter-Fußball spielen lassen. Was also werden ihre Aufgaben sein? Etwa: In schwer zugänglichen Ecken putzen? Bomben entschärfen? Die Post zum Briefkasten bringen? Oder eher andere Aufgaben?

Ich wundere mich, dass sich niemand diese Fragen stellt. Ist es etwa egal, was mit solchen Maschinen irgendwann mal gemacht wird? Terroristen jagen? Menschen ausspionieren (so wie in dem Film “Minority Report”)? Oder einfach nur Arbeitsplätze zerstören? Wie bei KI ist eine Menge möglich und denkbar. Es wäre wirklich an der Zeit, sich nicht nur zu fragen, was man Robotern erlauben möchte und zu welchem Zweck sie entwickelt werden dürfen, sondern auch entsprechende Regeln aufzustellen.

Nicht wieder warten, bis es zu spät ist, liebe Politik.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

1 Kommentar

  1. Ich habe 2011 an einem freiwilligen Robotik-Training auf dem BYU-Campus teilgenommen. 2016 starteten sie ein Y-Serve-Programm für das freiwillige Engagement von Hochschulrobotern. Es besteht die Möglichkeit, eine Kategorie und ein Programm unter den folgenden zu wählen: besondere Bedürfnisse, Seniorenbetreuung, Hands on Service, Sprachen, Bildung und Mentoring, Kunst und Musik, Gesundheit der Gemeinschaft usw.

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