Nintendo macht sein Image mit “Mario Kart Tour” kaputt

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Nintendo macht sein Image mit “Mario Kart Tour” kaputt

Kommentare zum Artikel: 13

Nintendo hat ein neues Smartphone-Game für iOS und Android veröffentlicht: “Mario Kart Tour”. Und mit diesem Game setzt der Konzern seinen guten Ruf ganz gewaltig aufs Spiel. Denn das neue Mario ist ein Free-to-Play-Titel mit fragwürdigen Finanzierungsmethoden.

Es gibt viele Gelegenheiten, im Spiel Geld auszugeben: Wer etwa eine bestimmte Spielfigur steuern möchte, muss sich eine Lootbox freischalten. Das kostet fünf Rubine, so heißt die Währung im Spiel. Und diese Rubine lassen sich für echtes Geld kaufen, drei für 2,30 Euro, 135 Rubine für 75 Euro.

Glücksspielelemente in Mario Kart Tour

Wer sich dann eine Lootbox für ein paar Euro gekauft hat, darf sich überraschen lassen: Ob wirklich die begehrte Spielfigur enthalten ist oder etwas völlig anderes, wissen Spielerinnen und Spieler erst, wenn sie das Geld ausgegeben haben. In Belgien sind solche Spielmechaniken bereits als illegales Glücksspiel verboten.

"Kings of Glory" auf einem Apple-Handy.

Was tun Spieleentwickler gegen den Vorwürfe wie “illegales Glücksspiel”?

Zwar muss niemand Geld ausgeben, aber es gibt immer wieder starke Anreize dies zu tun. Obendrein in einem Spiel, das mit seinen knuddeligen Mario-Charakteren für Kinder ganz besonderes interessant ist.

Nintendo will familienfreundlich sein

Und das macht “Mario Kart Tour” für mich so ärgerlich und enttäuschend: Von irgendeiner Spiele-Klitsche mit Billigprodukten erwartet niemand ein faires Geschäftsmodell. Aber Nintendo legt größten Wert darauf, als familienfreundlich zu gelten. Nintendo, so das Image, gehört zu den Guten.

Denn Nintendo macht sein eigenes Ding. Während Sony und Microsoft sich mit ihren Konsolen immer wieder gegenseitig zu übertreffen versuchen, scheint sich der 130 Jahre alte Spielekonzern nicht um die Konkurrenz zu scheren. Und bringt so wahnsinnig erfolgreiche Geräte wie die Wii oder die Switch hervor. Ohne irgendwelchen Trends nachzurennen.

Jahrelang haben Investoren und Marktbeobachter gefordert, Nintendo müsse endlich auf den Smartphone-Zug aufspringen. 2016 war es dann so weit und drei Jahre später hat Nintendo die besonderen Bedingungen von Spieleapps auf dem Smartphone verinnerlicht. Leider.


Noch verzeihen die Fans Nintendo die Free-to-Play-Masche offenbar: 20 Millionen Mal ist das Spiel in den ersten 24 Stunden heruntergeladen worden, absoluter Rekord für ein Nintendo-Handyspiel. Und die überwältigende Mehrheit der User liebt das Spiel und feiert es mit der Fünf-Sterne-Wertung im App-Store.

Wir Spielerinnen und Spieler sollten das nicht belohnen – und unser Geld für faire Games ausgeben.

Über den Autor

Mit "Doom" fing es an; seitdem haben digitale Spiele Thomas Ruscher nicht mehr losgelassen. Wenn er nicht gerade selbst spielt, schreibt und spricht er über Battle Royale, Open Worlds, eSport, Roguelikes und alles, was sonst noch mit Games zu tun hat.

13 Kommentare

  1. Ich weiß nicht was alle für ein Problem haben. Klar müsst ihr für Besonderheiten bezahlen. Im Vergleich zu jedem anderen Mario Kart Spiel muss hier jedoch auch nicht der Kaufpreis von 60+ € bezahlt werden. Dafür bekommt man kostenlos bereits sehr viel. Ich finde es auch blöd nicht jeden Fahrer zu haben, aber mal ehrlich, das ist halt der zusätzliche Reiz an dem Spiel nicht gleich alles zu haben. Sicher ist es ein Nachteil, wenn man sich mit anderen vergleichen möchte oder muss (wöchentliche Rangliste), da ist man halt nicht immer 1., 2. oder 3., aber wem das nicht gefällt, der soll halt sein 60 € Spiel zocken. Der free-modus ist mehr als ausreichend. Man kann alle Strecken fahren, fast alle Missionen machen und erhält auch regelmäßig Updates. Ich spiele von Anfang an. Das ist jetzt paar Monate her, habe da einmal den Goldpass gekauft für 1 Monat, von mir an Nintendo ein kleines Dankeschön und zu schauen was so passiert. Man erhält halt viele Vorteile und kann seine Kisten schneller pushen. Ich hatte auch den Eindruck die Wahrscheinlichkeit auf Neuheiten bzw. seltene Sachen stieg in den Röhren deutlich an. Aber die Menschheit braucht es nicht und die 5,49 € was es gekostet hat war im Vergleich zu einem Konsolenspiel nichts. Also wenn man sich nicht sicher ist, ob man was in dem Spiel kaufen soll, würde ich empfehlen nur Goldpass. Der Rest ist Blödsinn, außer man ist mehrfacher Millionär und weiß absolut nicht wohin mit dem Geld, dann kann man sich ein paar Rubine für 79 Euro kaufen.

    • Martin Storbeck am

      Ich spiele es jetzt seit fast einem Jahr, macht immer noch Spaß und man muss kein Geld bezahlen für hohe Plätze. Bin regelmäßig unter den Top 3. Zudem … reguläres Mariokart kostet 15 Euro, hat limitierte Strecken und keine Events. Der Spielspaß bei Tour ist weit höher

  2. Das Spiel ist interessant, lustig, bunt. Nach einem Monat des Spiels wurde mir wegen der Monotonie langweilig. Alle Suspensionen sind verschwunden. Ohne Echtgeldkäufe kann man bei Turnieren keine hohen Plätze erreichen.
    Für mich ist das Spiel das Geld wert.

  3. Meiner Meinung nach kompletter Schwachsinn der Artikel. Hab bisher gar nichts in das Spiel eingezahlt bin mit beides Seasons zu 100% fertig geworden … man hat pro season genug gems für Röhren also verstehe ich net warum sich die Leute beschweren ….

  4. Der Grund, warum es auf der App-Store/Playstore App nur mit 5 Sterne-Bewertungen steht ist, dass alle negativen Wertungen von Nintendo gelöscht werden. Habe bereits 2 Mal eine negative Bewertung abgegeben –> beide gelöscht. Nintendo hat bei mir in den letzten Tagen (seit Veröffentlichung von Mario Kart Tour, aber auch nach feststellung der Joycon Qualitätsprobleme so sehr an Anerkennung bei mir verloren – ich bin quasi vom absolut überzeugtem Nintendo-Fanboy mittlerweile zu einem riesen Kritiker des Konzerns geworden – Iwata wird sich gerade im Grab umdrehen!).

  5. Ich würde dazu sagen:
    Die Fans sind selbst Schuld. Ninetendo hat mit Super Mario Run probiert ein Handyspiel zum Festpreis von 10€ anzubieten und dafür keine weiteren In-App-Käufe zu fordern. Das wurde von Fans und den Medien stark kritisiert, denn “wie könne man nur 10€ für ein Handyspiel verlangen.”
    Daraus folgt der Umkehrschluss: Das nächste Handyspiel ist Free-To-Play, aber enthält In-App-Käufe.
    Ich würde sagen, dass Nintendo sich nur den Wünschen der Fans gebeugt hat und diese sich nun selbst an die Nase fassen sollten als nur Nintendo zu beschuldigen.

    • Thomas Ruscher am

      Stimmt. Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich Super Mario Run gespielt habe, aber vom jetzigen Standpunkt scheinen mit 10 Euro ziemlich viel zu sein für das, was das Game geboten hat. Vielleicht wäre Nintendo mit einem etwas niedrigeren Preis besser gefahren.

      • Ich spiele Mario Kart Tour seid Anfang an. Und ich habe nicht einen Cent ausgegeben und dennoch alle Event Fahrer , erhalten. Dieses gerede von viel zu teuer nervt nur noch . Es sitzen an 1 Spiel das von Nintendo entworfen wird mehrere Menschen, die nun mal gerne ihren Lohn hätten. Das holt man über in-App-Käufe nun mal rein. Wo ist das Problem?
        Es ist ja nicht so das es ein -Pay to Win- Spiel ist . Absolut nicht. Zudem bietet Nintende ja für 14 Tage Kostenlos, den Goldpass an, den man nur 24std vor Ablauf der Zeit ausschalten muss um nicht für 1 Monat 5€ zu zahlen. Was in meinen Augen auch nicht viel ist für ein echt tolles Nintendo Spiel. Und das mit den Kommentaren kannst du ganz leicht überprüfen. Schreibe Playstore an und sage du hast den Verdacht das dort eine Manipulation von statten geht . Ubd glaube mir, sie werden es Überprüfen. Bekommst dann am Ende Bescheid, was raus gekommen ist.

  6. Tatsächlich sehr fragwürdig. Die erwähnten Tricks zielen speziell darauf ab das Taschengeld der Kids abzuzocken. Von einem Hersteller wie Nintendo sollte man meinen, dass er derartige Tricks nicht nötig hat.

    • Sorry, aber du kannst bei Mario Kart Tour direkt am anfang einstellen, dass Kinder die Monetarisierung garnicht erst sehen und diese blockieren.

      • Thomas Ruscher am

        Das setzt aber voraus, dass die Eltern von Anfang an auf die Handynutzung ihrer Kinder achten. Das ist ja leider nicht immer eine Selbstverständlichkeit – und ich könnte mir auch vorstellen, dass viele Eltern, die sich nur ein wenig mit Games etc. auskennen, der Figur “Mario” und Nintendo ein besonderes Vertrauen schenken.

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