Nintendo macht sein Image mit “Mario Kart Tour” kaputt

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Nintendo macht sein Image mit “Mario Kart Tour” kaputt

Kommentare zum Artikel: 10

Nintendo hat ein neues Smartphone-Game für iOS und Android veröffentlicht: “Mario Kart Tour”. Und mit diesem Game setzt der Konzern seinen guten Ruf ganz gewaltig aufs Spiel. Denn das neue Mario ist ein Free-to-Play-Titel mit fragwürdigen Finanzierungsmethoden.

Es gibt viele Gelegenheiten, im Spiel Geld auszugeben: Wer etwa eine bestimmte Spielfigur steuern möchte, muss sich eine Lootbox freischalten. Das kostet fünf Rubine, so heißt die Währung im Spiel. Und diese Rubine lassen sich für echtes Geld kaufen, drei für 2,30 Euro, 135 Rubine für 75 Euro.

Glücksspielelemente in Mario Kart Tour

Wer sich dann eine Lootbox für ein paar Euro gekauft hat, darf sich überraschen lassen: Ob wirklich die begehrte Spielfigur enthalten ist oder etwas völlig anderes, wissen Spielerinnen und Spieler erst, wenn sie das Geld ausgegeben haben. In Belgien sind solche Spielmechaniken bereits als illegales Glücksspiel verboten.

"Kings of Glory" auf einem Apple-Handy.

Was tun Spieleentwickler gegen den Vorwürfe wie “illegales Glücksspiel”?

Zwar muss niemand Geld ausgeben, aber es gibt immer wieder starke Anreize dies zu tun. Obendrein in einem Spiel, das mit seinen knuddeligen Mario-Charakteren für Kinder ganz besonderes interessant ist.

Nintendo will familienfreundlich sein

Und das macht “Mario Kart Tour” für mich so ärgerlich und enttäuschend: Von irgendeiner Spiele-Klitsche mit Billigprodukten erwartet niemand ein faires Geschäftsmodell. Aber Nintendo legt größten Wert darauf, als familienfreundlich zu gelten. Nintendo, so das Image, gehört zu den Guten.

Denn Nintendo macht sein eigenes Ding. Während Sony und Microsoft sich mit ihren Konsolen immer wieder gegenseitig zu übertreffen versuchen, scheint sich der 130 Jahre alte Spielekonzern nicht um die Konkurrenz zu scheren. Und bringt so wahnsinnig erfolgreiche Geräte wie die Wii oder die Switch hervor. Ohne irgendwelchen Trends nachzurennen.

Jahrelang haben Investoren und Marktbeobachter gefordert, Nintendo müsse endlich auf den Smartphone-Zug aufspringen. 2016 war es dann so weit und drei Jahre später hat Nintendo die besonderen Bedingungen von Spieleapps auf dem Smartphone verinnerlicht. Leider.


Noch verzeihen die Fans Nintendo die Free-to-Play-Masche offenbar: 20 Millionen Mal ist das Spiel in den ersten 24 Stunden heruntergeladen worden, absoluter Rekord für ein Nintendo-Handyspiel. Und die überwältigende Mehrheit der User liebt das Spiel und feiert es mit der Fünf-Sterne-Wertung im App-Store.

Wir Spielerinnen und Spieler sollten das nicht belohnen – und unser Geld für faire Games ausgeben.

Über den Autor

Mit "Doom" fing es an; seitdem haben digitale Spiele Thomas Ruscher nicht mehr losgelassen. Wenn er nicht gerade selbst spielt, schreibt und spricht er über Battle Royale, Open Worlds, eSport, Roguelikes und alles, was sonst noch mit Games zu tun hat.

10 Kommentare

  1. Meiner Meinung nach kompletter Schwachsinn der Artikel. Hab bisher gar nichts in das Spiel eingezahlt bin mit beides Seasons zu 100% fertig geworden … man hat pro season genug gems für Röhren also verstehe ich net warum sich die Leute beschweren ….

  2. Der Grund, warum es auf der App-Store/Playstore App nur mit 5 Sterne-Bewertungen steht ist, dass alle negativen Wertungen von Nintendo gelöscht werden. Habe bereits 2 Mal eine negative Bewertung abgegeben –> beide gelöscht. Nintendo hat bei mir in den letzten Tagen (seit Veröffentlichung von Mario Kart Tour, aber auch nach feststellung der Joycon Qualitätsprobleme so sehr an Anerkennung bei mir verloren – ich bin quasi vom absolut überzeugtem Nintendo-Fanboy mittlerweile zu einem riesen Kritiker des Konzerns geworden – Iwata wird sich gerade im Grab umdrehen!).

  3. Ich würde dazu sagen:
    Die Fans sind selbst Schuld. Ninetendo hat mit Super Mario Run probiert ein Handyspiel zum Festpreis von 10€ anzubieten und dafür keine weiteren In-App-Käufe zu fordern. Das wurde von Fans und den Medien stark kritisiert, denn “wie könne man nur 10€ für ein Handyspiel verlangen.”
    Daraus folgt der Umkehrschluss: Das nächste Handyspiel ist Free-To-Play, aber enthält In-App-Käufe.
    Ich würde sagen, dass Nintendo sich nur den Wünschen der Fans gebeugt hat und diese sich nun selbst an die Nase fassen sollten als nur Nintendo zu beschuldigen.

    • Thomas Ruscher am

      Stimmt. Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich Super Mario Run gespielt habe, aber vom jetzigen Standpunkt scheinen mit 10 Euro ziemlich viel zu sein für das, was das Game geboten hat. Vielleicht wäre Nintendo mit einem etwas niedrigeren Preis besser gefahren.

      • Ich spiele Mario Kart Tour seid Anfang an. Und ich habe nicht einen Cent ausgegeben und dennoch alle Event Fahrer , erhalten. Dieses gerede von viel zu teuer nervt nur noch . Es sitzen an 1 Spiel das von Nintendo entworfen wird mehrere Menschen, die nun mal gerne ihren Lohn hätten. Das holt man über in-App-Käufe nun mal rein. Wo ist das Problem?
        Es ist ja nicht so das es ein -Pay to Win- Spiel ist . Absolut nicht. Zudem bietet Nintende ja für 14 Tage Kostenlos, den Goldpass an, den man nur 24std vor Ablauf der Zeit ausschalten muss um nicht für 1 Monat 5€ zu zahlen. Was in meinen Augen auch nicht viel ist für ein echt tolles Nintendo Spiel. Und das mit den Kommentaren kannst du ganz leicht überprüfen. Schreibe Playstore an und sage du hast den Verdacht das dort eine Manipulation von statten geht . Ubd glaube mir, sie werden es Überprüfen. Bekommst dann am Ende Bescheid, was raus gekommen ist.

  4. Tatsächlich sehr fragwürdig. Die erwähnten Tricks zielen speziell darauf ab das Taschengeld der Kids abzuzocken. Von einem Hersteller wie Nintendo sollte man meinen, dass er derartige Tricks nicht nötig hat.

    • Sorry, aber du kannst bei Mario Kart Tour direkt am anfang einstellen, dass Kinder die Monetarisierung garnicht erst sehen und diese blockieren.

      • Thomas Ruscher am

        Das setzt aber voraus, dass die Eltern von Anfang an auf die Handynutzung ihrer Kinder achten. Das ist ja leider nicht immer eine Selbstverständlichkeit – und ich könnte mir auch vorstellen, dass viele Eltern, die sich nur ein wenig mit Games etc. auskennen, der Figur “Mario” und Nintendo ein besonderes Vertrauen schenken.

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