Passwortskandal: Bei Facebook ist nichts und niemand sicher!

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Passwortskandal: Bei Facebook ist nichts und niemand sicher!

Kommentare zum Artikel: 4

Eine Überschrift wie ein Faustschlag ins Gesicht. “Keeping Passwords secure”, so überschreibt Facebook sein Posting, in dem das Unternehmen mit geschwurbelten Worten eine der vielleicht größten Datenpannen seiner Geschichte einräumt.

“How we protect people’s passwords”, lautet eine Überschrift. Also “Wie wir die Passwörter der Menschen schützen!”. Eine Unverschämtheit angesichts des Vorfalls, den Mark Zuckerbergs Unternehmen öffentlich einräumen muss.

Facebook hat Millionen Passwörter von Nutzern im Klartext gespeichert; Rechte: WDR/Schieb

Facebook hat Millionen Passwörter von Nutzern im Klartext gespeichert

Passwörter unverschlüsselt gespeichert

Wie Facebook erklärt, lagerten jahrelang Passwörter von Usern unverschlüsselt auf internen Servern. Es sollen hunderte Millionen User von Facebook Lite (eine abgespeckte Version für Länder mit wenig Bandbreite), zig Millionen reguläre Facebook-User und zehntausende Instagram-User betroffen sein. Jeden Betroffenen will Facebook zeitnah benachrichtigen.

Kein Ausdruck des Bedauerns. Keine Entschuldigung. Auch keine Erklärung, wieso denn überhaupt Passwörter unverschlüsselt und in dieser Dimension irgendwo jahrelang gespeichert werden.

Man stelle sich vor, an einer Uniklinik lägen alle Patientenakten offen herum. Aber hey: Keine Sorge, es hat keiner reingeguckt. Keiner der Mitarbeiter. Kein Externer. Und Missbrauch hat es auch nicht gegeben. Versprochen. Indianehrenwort!

https://vimeo.com/325830274

Jörg Schieb erklärt in “WDR aktuell” (21.03.2019) die Hintergründe

Als ob sich ein Chirurg nicht die Hände desinfiziert

Grundregel für jeden Arzt: Hände desinfizieren. Immer. Grundregel für jeden Programmierer, der mit Daten umgeht: Passwörter verschlüsseln. Immer. Nie unverschlüsselt speichern. Facebook wird sich jetzt erklären müssen. Dieser Vorfall ist unentschuldbar.

Kein Wunder, wenn EU-Justizkommissarin Vera Jourova nun alle auffordert, Facebook zu verlassen. Konsequent. Also Facebook, Instagram und WhatsApp. “Ein Bürger zu sein bedeute mehr, als nur ein Konsument zu sein”, sagt sie. Ich kann nur hoffen, dass die EU  Facebook bestraft. Und Konsequenzen zieht. Das ist ja nicht mehr auszuhalten, was Facebook sich leistet – und herausnimmt.

Politik ist gefragt

Was aber sollen wir User machen? Facebook, Instagram und WhatsApp sind zu mächtig und bedeutsam – too big to fail. Es ist mit einer Menge Einschränkungen verbunden, dem Netzwerk komplett den Rücken zu kehren. Was man eigentlich machen müsste.

Jetzt ist die Politik gefordert: Sie muss für Netzwerke die Interoperabilität verlangen. Jedes Netzwerk muss Daten mit jedem Netzwerk austauschen können, ob Messenger oder Social Network. Dann könnten sich Alternativen viel besser etablieren – und der Umstieg wäre viel leichter.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

4 Kommentare

  1. Hallo,
    Zitat:
    …Facebook wird also erklären müssen, wieso es überhaupt dazu gekommen ist…
    Facebook muss überhaupt nichts erklären.
    Wozu auch?
    Die machen doch sowieso, was sie wollen.
    Wer diese “asozialen” Netzwerke nutzt, hat es nicht anders verdient.
    Ich nutze diese Netzwerke nicht, habe sie nie genutzt und werde sie auch nie nutzen.

  2. Off_Leiner am

    Wer immer noch bei diesem Facebook ist, ist dies wider besseres Wissen und verdient keine Mitleid – vielleicht mit Ausnahme der doch erklecklichen Zahl der Suchtkranken, die herauswollen, aber nicht mehr können.
    Für diese wünscht man sich mehr Aufklärung, mehr Ausstiegshilfen und die Anerkennung von SmartphoneSUCHT als echte Suchterkrankung durch die WHO (Aufnahme in die ICD) sowie mehr einschlägig geschulte SuchttherapeutInnen – und für Kinder und Jugendlich mehr Prävention, statt, wie es ja der unverantwortliche Plan wahrscheinlich ihrerseits onlinesüchtiger PolitikerInnen ist, jetzt auch schon GrundschülerInnen digital verseuchen und anfixen zu wollen.
    Wann kommt wohl die Pflicht, seinen Kleinkindern Chips implantieren zu lassen…? :-(((

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