Verfahren gegen „KenFM“

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Verfahren gegen „KenFM“

Kommentare zum Artikel: 33

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat ein Verfahren gegen das alternative Medienangebot KenFM von Ken Jebsen eingeleitet. Er soll seiner „journalistischen Sorgfaltspflicht“ nicht nachgekommen sein. Doch was bedeutet das eigentlich?

Erstes Verfahren dieser Art

Journalistische Sorgfaltspflicht ist der sperrige Begriff dafür, was den Journalismus-Beruf letztlich zu einem großen Teil ausmacht: Das, was veröffentlicht wird, muss auch mit Quellen belegt werden können. Daran scheitern auch Journalisten nicht so selten.

Die Verlage haben ein eigenes Gremium, das solche Fehler rügt, den Presserat. Bei den Öffentlich-Rechtlichen übernehmen diese Aufgabe die Rundfunkräte. Allen steht die Möglichkeit offen, sich bei diesen Institutionen zu beschweren.

Viele Onlineangebote haben nicht so ein Korrektiv. Seit Ende letzten Jahres sind dann die Medienanstalten dafür zuständig. Das Verfahren gegen KenFM ist das erste dieser Art und deshalb von besonderer Bedeutung. Das Verfahren wird zeigen müssen, wie Desinformation eingedämmt werden kann.

Artikel könnten aus dem Netz verschwinden

Die Medienanstalten legen großen Wert darauf, nicht zensieren zu wollen. Sie wollen nur bei „manipulativ“ wirkenden Inhalten eingreifen. Welche Inhalte beanstandet wurden, ist nicht bekannt. KenFM wird allerdings seit Jahren von verschiedenen Stellen vorgeworfen, Desinformation zu verbreiten.

Am Ende dieses Verfahrens könnte die mabb Ken Jebsen dazu auffordern, die beanstandeten Artikel aus dem Netz zu entfernen. Macht er das nicht, könnte ein Zwangsgeld hinzukommen. Das gesamte Angebot KenFM bleibt davon unberührt, anders als Jebsen behauptet.

zwei die für Desinformation bekannt sind: Michael ballweg von der Initiative "Querdenken" und Ken Jebsen, der hinter Internetportal "KenFM" steht.

Ken Jebsens Portal „KenFM“ verbreitet Desinformation über Corona-Themen. In der Vergangenheit ist er auch bei Veranstaltungen der Initiative „Querdenken“ aufgetreten – Teile von ihr werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Hier steht Jebsen neben dem Gründer Michael Ballweg. (imago images)

„KenFM“ verdreht die Tatsachen

Jebsen sieht sich selber als Opfer. Er werde zensiert und verweist auf das Ranking der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen. Dort ist Deutschland zuletzt um mehrere Plätze abgewertet worden – er stellt direkt den Zusammenhang zwischen der Pressefreiheit und dem Verfahren gegen ihn her.

Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang, aber Jebsen verdreht die Tatsachen. Reporter ohne Grenzen hält die Pressefreiheit in Deutschland für schlechter, weil die Zahl der Gewalttaten gegen Journalisten stark zugenommen hat.

Viele dieser Angriffe haben während der Demonstrationen der „Querdenken“-Bewegung stattgefunden. Jebsen ist mehrfach bei Querdenken-Demonstrationen aufgetreten und sympathisiert mit der Bewegung. Er ist also selber mitverantwortlich für die schlechter gewordene Situation für Journalisten in Deutschland.

Über den Autor

Christopher Ophoven arbeitet vor allem für die Wissenschaftsredaktion und das Medienmagazin „Töne, Texte, Bilder“. Er geht der Frage nach, wie wir uns im Internet informieren. Er selber liest gerne Zeitung, allerdings immer seltener auf Papier.

33 Kommentare

  1. WhiteRabbit am

    Die KenFM-Fanboys waren auch schon da. Lustig, wie versucht wird den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu deligitimieren, der eigene Medienrechtsabteilungen und Faktenchecker hat, während die „GEZ-Rebellen“ und rechten Schwurbler, keine Argumente/Belege für ihre „Pauschalkritik“. Vorhersehbar und erfolglos.

  2. SCHRÖDER am

    Da stellt ich mir die Frage, woran misst man eigentlich journalistische Integrität? KenFM wirft man vor diese zu missachten und droht ihnen mit Sperrung ihres Portals. Aber was ist mit der Bild? Diese verbreitet schon seit Jahrzehnten ihre Lügen und nennt NIEEEEE adäquate Quellen zu ihren Recherchen! Hier zeigt sich deutlich, welchen Einfluss die Politik auf unsere Medien haben. Hier wird von oberster Stelle ganz klar befohlen zu selektieren zwischen grata und non grata! Wenn es wieder knallt und danach die Schuldigen versuchen sich wiedermals iher Schuld zu entziehen, bin ich der Erste, der sich dem Neo- Mossad anschließt um dieesn Verbrechern das Handwerk zu legen!

  3. Es ist nicht zu fassen, dass so eine Person wie Sie, die einen derart dürren Text mit spärlichen Informationen verfasst, Mitarbeiter einer Wissenschaftsredaktion ist. Mich persönlich hat KenFM bisher nicht interessiert. Mit aller Entschiedenheit ist allerdings Ihr Ansinnen zurückzuweisen, aus der Position einer mit Zwangsgeldern der Öffentlichkeit finanzierten Anstalt bestimmen zu wollen, was als Information oder aber als Desinformation zu gelten hat. Mit keinem Wort begründen Sie den Vorwurf der Desinformation und Sie nennen in Ihrem Text auch keinerlei Quellen, die angeblich den Vorwurf der Desinformation untermauern.
    Einfach armselig und widerlich!

    • Ernst-August am

      Vielleicht sollten Sie den Text nochmal lesen:
      1. Es gibt durchaus eine Verlinkung zu Quellen, die KenFM Desinformation nachweisen.
      2. Nicht Herr Ophoven bestimmt, ob es sich um Desinformation oder Information handelt, sondern es wird durch einen Rat der Medienanstalten begutachtet. Herr Ophoven oblag es auch nicht, diese Zuständigkeiten festzulegen.

      • Die Verlinkung habe ich gesehen. Die Hinweise sind an Lächerlichkeit nicht zu überbieten und alles andere als stichhaltige Belege.
        Auch in vielen WDR-Beiträgen wird man nicht selten auf eine große Anzahl an Ungenauigkeiten und Unzulänglichkeiten stossen. Ich habe bisher nicht davon gehört, dass man deswegen den WDR als Desinformationsmedium diffamiert.

  4. Hartmut S am

    Sie machen es sich etwas zu einfach, Herr Ophoven, wenn Sie schreiben, im schlimmsten Fall würde Ken Jebsen gezwungen, einen Artikel vom Netz zu nehmen. Lesen Sie den Blog-Artikel von RA Kompa (blog.kompa.de) zum Thema, der schreibt, dass es den Landesmedienanstalten auch möglich sei, Sperrverfügungen auszusprechen. Das ist eine erheblich schärfere Maßnahme als die Rügen des Presserats, dem Sie sich unterwerfen.
    Sie machen es sich auch einfach, indem Sie sich Ihre Hände vom Presserat waschen lassen, der Ihrer Meinung nach Fehlverhalten der öffentlich rechtlichen Medien sanktioniert. Oder besser, Sie schreiben ja nur, dass man sich dort beschweren kann. Wenn Sie die Bemühungen der Herren Bräutigam und Klinkhammer betrachten, die seit Jahren versuchen, durch Beschwerden beim Presserat die Informationssendungen der öffentlichen Medien zu verbessern, wissen Sie, dass das so gut wie nie mit Erfolg gekrönt ist. Und jetzt sagen Sie bitte nicht, der WDR und die anderen Anstalten seien eben so gut, dass es nichts zu beschweren gebe.
    Am Ende steht die Frage, wer bestimmt, was die Wahrheit ist. Gibt es überhaupt die eine Wahrheit? Oder hat nicht jeder seine Wahrheit? Und hat die Landesmedienanstalt die Wahrheit gepachtet? Sicherlich nicht!

  5. Peter Klein am

    alles was mit dem Staat und deren Büttel zusammenhängt ist korrupt, inclusiv alleröffentliche Medien. Deutschland ist nur noch durch rigurosen Austausch aller hier Beteiligten und Verkleinern des Staatsaparates zu retten. Punkt
    Seid mal ehrlich und denkt nach.
    Gruß an Alle

  6. Dr. G. Reiter am

    Hallo WDR Redaktion,
    das was ihr und auch die anderen gleichgeschalteten ‚Staatssender‘ (ARD,ZDF …….) und Gazetten verbreitet stinkt zum Himmel! Nahezu hinterhältig wird ein offensichtlich der Wahrheit und korrekter Recherche verpflichteter diffamiert! Man versucht also KENFM mundtot zu machen und zu vernichten. Es wird euch und den anderen Kobolden nicht gelingen. KENFM zieht Gott sei Dank aus dem undemokratischen Deutschland weg und wird vom Ausland aus die Arbeit fortsetzen. Wenn ihr so weitermacht werdet ihr eines Tages abgeschaltet, da kein Mensch der noch bei Sinnen ist GEZ Gebühren für Schrott-Informationen, Desinformation und Diffamierung bezahlen wird! Machts gut und Tschüss!

    • Moritz Kaiser am

      Wo zieht der gute Ken hin? Ins demokratische Russland?

      Oder nach Polen, wo gerade die halbe Printpresselandschaft von der staatlichen Ölfirma gekauft wurde?

      • Winkender am

        Der Kommentar widerspricht sich ja sowieso von vorn bis hinten. Da hilft auch kein logisches Denken mehr.

  7. Personalisiert am

    In der Einleitung wird mir erklärt, worum es geht.
    In den folgenden Absätzen Begrifflichkeit erklärt und welche Institution bei anderen Medien darauf ein Auge hat. Dann wird der Präzedenzfall in Verbindung mit Internet/KenFM genannt, plötzlich:

    „Das Verfahren wird zeigen müssen, wie Desinformation eingedämmt werden kann.“

    Warum soll ich dann eigentlich noch weiterlesen, wenn eh schon feststeht, dass KenFM Desinformationen verbreitet?

    Ist es somit nicht der Artikel, der Desinformation verbreitet? Zuerst ein Verfahren, dann das „Urteil“ der MABB und dann kann man Desinformation schreiben. So lange das nicht der Fall ist, gilt immer noch: mögliche, eventuelle, steht im Raum usw.

    „Macht er das nicht, könnte ein Zwangsgeld hinzukommen.“

    Was in Summe dann eben doch bedeutet, dass das Angebot geschlossen werden muss. Irgendwann geht halt mal das Geld aus. Das ist der Trick.

    Spätestens in den letzten drei Absätzen frage ich mich, warum der Artikel geschrieben werden musste? Ich möchte etwas über das Verfahren wissen, so steht es ja schließlich in der Headline.

    Ob jemand mit dem Besuch bestimmter Demos Gewalt an Journalisten unterstützt und somit selbst schuld an praktisch allem sein soll, dass wäre dann ein anderer Artikel.

    Insgesamt wirkt der Artikel eher wie eine schnelle Zusammenfassung des Allernötigsten, um am Ende leider nur drei Absätze, von den 32 die man dazu sonst noch hätte, verwenden zu können.

    Die nötigen „Fakten“ sind spärlich, wohingegen der personalisierte Vorwurf beispielhaft erklärt wird.

    Irgendwie schon seltsam, wie ein paar ehemalige Mitarbeiter des ÖR so ein Nachleben haben…

    • Dietrich am

      Also ich muss auch sagen, ein sehr schwacher Beitrag, zur Sache ist hier substantiell nix zu lesen.

    • Sinnfreier Kommentar, da es zahlreiche Beweise dafür gibt. U.a. Die Fakevideos, die er verbreitet hat. Ich empfehle im nach Russland o.ä. umzusiedeln.

      • Welche Fakevideos soll er verbreitet haben? In 4 Fällen wirft man ihn vor gegen den Pressekodex verstoßen zu haben. Diese Beiträge sind, aber Kommentare, die keine Quelle benötigen, des weiteren findet man auch nie eine Quelle zu Kommentaren bei der Bild zum Beispiel.

  8. Bei der ARD kommt es leider in seltenen Fällen auch vor, dass Tatsachen verdreht werden. Etwa bei einem Bericht zum Thema Stickoxiden. Der Bericht war inhaltlich zwar richtig, allerdings waren die Fakten Halbwahrheiten, mit denen man ein verzerrtes Bild schuf, eine Beschwerde hat hier nicht geholfen.

    • Winkender am

      Und was hat das jetzt hiermit zu tun? Versuch doch nicht krankhaft jemandem ans Bein zu pinkeln nur, weil du das hier verteidigen willst.

  9. Dieses Verfahren ist in etwa so, als würde ein offenkundig schuldiger und bereits auf der Anklagebank sitzender Mörder seinen Richter des Mordes bezichtigen und Klage einreichen, absurder geht es kaum.

    • Moritz Kaiser am

      Ein Vergleich mit Mord scheint mir hier nicht angebracht. Geht es vielleicht eine Nummer kleiner?

  10. Winkender am

    Danke für den Bericht. Irritiert bin ich jedoch, dass einige hier in den Kommentaren offenbar nicht ganz auf der Seite der Fakten stehen wollen. Naja, nichtsdestotrotz hier einmal Zuspruch, damit das Gesamtbild der Kommentare hier nicht ganz so negativ ist. :)

    • Hinkender am

      „…hier einmal Zuspruch, damit das Gesamtbild der Kommentare hier nicht ganz so negativ ist.“
      Hmh, mit diesem „Argument“ könnte man bei Amazons Rezensionen sogar Geld oder Produkte verdienen. Aber hier?

      • Sinkender am

        Sowas hab ich ja auch gar nicht nötig. Gibt ja durchaus auch noch Zuspruch ohne Bezahlung :)
        Kennst du natürlich nicht. Aber es gibt auch Sachen, die Leute einem gern geben.

    • In 4 Fällen wirft man ihn vor gegen den Pressekodex verstoßen zu haben. Diese Beiträge sind, aber Kommentare, die keine Quelle benötigen, des weiteren findet man auch nie eine Quelle zu Kommentaren bei der Bild zum Beispiel.

  11. Dieser „Artikel“ ist also nicht manipulativ? Und ich werde genötigt, so etwas per Zwangsbeitrag zu finanzieren…

  12. hallöchen,
    da es grad so schön zum thema passt,
    mal in den song von “ danger dan „reinhören, “ das ist alles von der kunstfreiheit gedeckt „.

    ein schönes wochenende ;)

    • Winkender am

      Wenn du damit Ken rechtfertigen möchtest, bist du damit etwas am Ziel vorbeigeschossen. Schließlich zeigt das Lied ja genau auf, dass auch ziemlich großer Quatsch sich so rechtfertigen kann (was übrigens vom Anwaltskanal WBS bereits widerlegt wurde, da so etwas durchaus dann nicht mehr von der Kunstfreiheit gedeckt ist).
      Gut, aber interpretieren war ja auch noch nie eure Stärke.

      • Weil dieser Artikel irreführend und manipulativ ist.

        Man wirft Kenfm.de in 4 Fällen vor gegen den Pressekodex verstoßen zu haben. Diese Beiträge sind, aber Kommentare, die keine Quelle benötigen. Des weiteren findet man auch nie eine Quelle zu Kommentaren bei der Bild oder den Spiegel.

      • Die Frage ist wieso gerade in Zeiten von COVID all diese dinge ans Licht kommen? KENFM gibt es doch schon so lange und nie hat es jemanden gestört aber jetzt stören SIE alle. KENFM,Xavier Naidoo,Atilla der Hunenkönig usw. Sehr suspekt.

  13. Frank Herrmann am

    Ach, alle haben die Möglichkeit, sich an den Rundfunkrat zu wenden. Das stimmt zwar, nutzt aber nichts. Im Zusammenhang mit #allesdichtmachen hab ich mich an den Rundfunkrat gewandt und Sanktionen gegen Duin gefordert, weil der ausdrücklich als Rundfunkrat (!) Berufsverbot für Tatortbeschäftigte gefordert hat. Konsequenz war eine Allerweltsmail, dass Duin nicht die Meinung des Rundfunkrats wiedergegeben hätte. Was soll das? Wenn die vom Rundfunkrat sowieso für nichts Unangenehmes zuständig sind, wofür baucht der Gebührenzahler die und vor allem wofür bekommen die dann Geld? Wenn ein Mitglied dieses Gremiums, öffentlich bekundet, mißliebige Beschäftigte existenziell vernichten zu wollen und das Kontrollgremium zuckt mit den Schultern, kann man das ganze Konstrukt nur als Camouflage verstehen.

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