WhatsApp-Gruppen – wie ein ständiges Meeting, das niemand im Griff hat

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WhatsApp-Gruppen – wie ein ständiges Meeting, das niemand im Griff hat

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Der größte Selbstbetrug unseres digitalen Alltags: dass man Dinge schnell und besser klären kann, wenn man 20 Leute in eine WhatsApp-Gruppe einlädt. “Larissa und Nihat heiraten! Lasst uns mal kurz überlegen, was wir da machen!” Zack, ist eine neue von eh schon zwei Dutzend WhatsApp-Gruppen da. Und dann bleibt man halt lieber drin, weil es ja auch unfreundlich ist, einfach so abzuhauen.

Wenn es um WhatsApp-Gruppenchats geht, wiederholt sich, was wir aus Meetings und Brainstormings kennen: Oft sind sie unnötig, meist kommt man anders schneller zum Punkt, und fast immer sind Leute mit am Start, die nicht zielgerichtet kommunizieren. Die so viel posten, dass es nervt. Oder so wenig, dass Nachfragen aufkommen. Oder die nicht beim Thema bleiben und die Gruppe mit “lustigen” GIFs und Videos verstopfen.

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Irres ist menschlich: WhatsApp-Gruppen

WhatsApp-Gruppenchats sind wie ein ständiges Meeting, bei dem niemand die Tagesordnung im Griff hat und alle durcheinanderreden. Also versuchen wir es ein wenig konstruktiver – denn aus meiner Sicht brauchen wir ein paar Ideen und Regeln.

Erstens: Broadcast-Listen statt Gruppen nutzen. Wer nur eine Einladung verschicken oder Leute informieren möchte, kann stattdessen eine Massennachricht rausschicken – das geht über einen Klick auf “Broadcast”. Auch in den Gruppeneinstellungen lässt sich festlegen, dass ausschließlich Administratoren Nachrichten senden dürfen.

Zweitens: Nicht jeden einladen. Je mehr Leute, desto unübersichtlicher die Kommunikation. Was für ein gutes Meeting gilt, gilt auch für den Gruppenchat: genau überlegen, wer überhaupt dabei sein muss und die Sache auch mit voranbringen kann.

Drittens: Jede Gruppe nur für einen bestimmten Zweck. Schon mit dem Namen der Gruppe und mit der ersten Nachricht kann man möglichst konkret machen, worum es geht – und die Gruppe wieder löschen, sobald sie ihren Zweck erfüllt hat.

Viertens: Nachrichten nur, wenn es sein muss. Wer sich nicht ständig dem Zwang hingibt, Nachrichten direkt zu beantworten, wird merken, dass man auf viele Nachrichten gar nicht spontan antworten muss. Mehr Ruhe für alle!

Fünftens: Gesammelt in nur einer Nachricht antworten. Wer pro Gedanke oder Satz eine einzelne WhatsApp-Nachricht verschickt, provoziert damit schon Antworten der anderen Teilnehmer. Also: mehr Absätze, weniger Einzelnachrichten.

Ich glaube: Gruppenchats sind ein sehr hilfreiches Tool – wenn man sie richtig nutzt. Habt ihr zu dieser Liste vielleicht noch Ergänzungen?

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

1 Comment

  1. Dennis Horn am

    @Offliner: Wir haben Ihren Kommentar gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Blogregeln und vermeiden Sie Kommentare immer gleichen Inhalts.

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