Wie in Games die Erde gerettet wird

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Wie in Games die Erde gerettet wird

Kommentare zum Artikel: 14

Games wollen authentisch sein und realistisch wirken. Also kommen auch sie am Klimawandel nicht mehr vorbei. Umweltschonend ist die Industrie allerdings nicht.

In Games wie dem kürzlich erschienenen “Imagine Earth” dreht sich alles um die klimaschädliche Ausbeutung der Erde und den Neuanfang auf fremden Planeten: Die Spielerinnen und Spieler dürfen einen winzigen Planeten kolonisieren und seine natürlichen Ressourcen zu Geld machen. Wälder roden, Kohlekraftwerke hochziehen, die Meere leerfischen – alles möglich in dem Game des Berliner Zwei-Mann-Studios Serious Brothers.

Aber wer das tut, muss mit den Konsequenzen leben: Waldbrände, Überschwemmungen, bis hin zur völligen Verheerung der Kolonie. Wer will, kann natürlich auch eine klimaneutrale Kolonie errichten.

Gamesindustrie gegen den Klimawandel?

“Imagine Earth” ist mit seiner Botschaft nicht alleine. Der Gameskonzern Ubisoft hat es als Unternehmensziel ausgegeben, den eigenen CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Der Green Game Jam will für umweltbewusstes Gaming sensibilisieren. Ein deutscher Games-Verlag pflanzt pro verkauftem Exemplar des Endzeitspiels “Endzone” einen Baum.

Eine Szene aus dem Computerspiel "Imagine Earth". Bild: Imagine Earth/ Serious Brothers

Ist “Imagine Earth” ein aktivistisches Spiel?

Da steckt auch Greenwashing mit drin, aber das Spiel zeigt jedenfalls auch: Die Klimakrise ist ein Thema für die Gamesbranche.

Für die Spielenden sieht das ähnlich aus: Das Hobby “Gaming” ist nicht klimaneutral. Wer die Hitzeentwicklung einer Xbox oder einer Playstation unter Höchstlast hautnah spürt, dem ist klar, welche Energie durch die Spielkonsole fließt.

Bei Desktop-PCs sieht es nicht anders aus: Viele wollen die leistungsstärkste Technik – und nicht die Technik, die besonders viel Energie spart. Green Gaming ist nicht das drängendste Thema.

24 Millionen Tonnen CO2 durch Gaming

Eine Studie der University of California kam schon vor zwei Jahren zu dem Ergebnis, dass Gaming in den USA 24 Millionen Tonnen CO2 im Jahr freisetzt. Zum Vergleich: Laut Klimabilanz des Umweltbundesamtes verursachte der gesamte Verkehr in Deutschland voriges Jahr 146 Millionen Tonnen CO2.

Um den eigenen CO2-Fußabdruck zu verringern, können Spieler zum Beispiel die Auflösung des Spiels runterschrauben, auf Online-Multiplayer-Games verzichten, die über Rechenzentren laufen, oder auf mehr auf Energieeffizienz achten, etwa bei Grafikkarten. Wichtigster Tipp: Die Konsole oder den Computer ausschalten – und nicht nur den Schlummermodus aktivieren.

Ein Wunsch aber an die Branche: Warum nicht jedes Game mit einem Energiesparmodus ausstatten? Ein bisschen weniger hübsch, ein bisschen weniger perfekt, dafür auch ein bisschen weniger energiehungrig. Das wäre mal ein konkreter Lösungsansatz.

Über den Autor

Mit "Doom" fing es an; seitdem haben digitale Spiele Thomas Ruscher nicht mehr losgelassen. Wenn er nicht gerade selbst spielt, schreibt und spricht er über Battle Royale, Open Worlds, eSport, Roguelikes und alles, was sonst noch mit Games zu tun hat.

14 Kommentare

  1. Was kosten Computerspiele (Hobby, Zeitvertreib) an Energie und was Krypto-Mining (alternative aber unnötige Währungsalternative), das wäre mal interessant! Vielleicht fangen wir erstmal mal an, die absolut sinnlosen Dinge zu unterlassen.

  2. Bei Wikipedia:
    „SimEarth ist ein Computerspiel, das ein Ökosystem simuliert. Es wurde von Will Wright entworfen und 1990 von Maxis veröffentlicht.“

    Diese Geschichte ist also nicht neu. Inzwischen gehört das Spiel zu den „abandons games“; Spiele an denen die Rechteinhaber die Rechte aufgegeben haben und das auf einigen Plattformen kostenlos herunter geladen werden kann. Das hatte ich mal gekauft, kann mich aber nicht mehr daran erinnern wie groß der Spielspaß war.

    Ich hatte auch mal das Buch „Grenzen des Wachstums“ vom Club of Rome aus dem Jahre 1972 gekauft und kann mich dabei gut an die ganzen Fehler erinnern, die für sogar leicht für einen Anfängerstudenten der Betriebswirtschaft durchschaubar waren.

    Das tragen wir aber hier nicht aus, wer an den Denkansatz der Ökoradikalen glaubt muss Computer und Smartphone aus Digistalistan verschrotten und zu den guten alten Brett-, Würfel-, und Kartenspielen aus Analogistan zurückkehren.

    • Thomas Ruscher am

      Stimmt, “Sim Earth” wollte damals ein bisschen auf dem Erfolg von “Sim City” mitschwimmen, hat aber nie dessen Popularität erreicht. Ich habe das auch mal gespielt, war da aber, meine ich, noch zu jung, um das komplex wirkende Spiel wirklich zu verstehen.

    • “guten alten Brett-, Würfel-, und Kartenspielen”

      Da muss ich schnell zwischengrätschen ;-) .

      Den auch die Brett-, Würfel-, und Kartenspielen haben sich entwickelt und zwar enorm. Sie können locker mit der Faszination und Tiefe von Computerspielen mithalten.

      Sprich es muss heißen “wer an den Denkansatz der Ökoradikalen glaubt, …, und sich den guten modernen Brett-, Würfel- und Kartenspielen zuwenden.”. Wobei jetzt mit “gut” auch wirklich gut gemeint ist. Wer offen ist um über den Tellerrand der Polarisierung hinaus zu schauen, kann positives Neuland erkunden.

      • Wird alles aus Bäumen hergestellt…wenn jeder umsteigen würde wäre das auch nicht mehr nachhaltig.

        Bitte weiterdenken

  3. Selten so einen oberflächlichen Artikel gelesen. Es gibt nicht nur schwarz-weiß. Warum soll jemand, der alles mit dem Rad erledigt, Vegetarier ist, sich nicht die Haare färbt, wenig Müll produziert, keine Kinder und Haustiere hat, so wie niemals in den Urlaub fliegt auf High End Gaming verzichten? Oder Multiplayer-Games?

    Diese Art zu schreiben fördert nur wieder diese blöde Gruppendenken a.k.a. „Die sollten mal …“

    Bewusster Konsum. Sagte schon Olaf Schubert.

    • Thomas Ruscher am

      Es geht überhaupt nicht um Verbote und ich selbst wäre schwerlich bereit, auf High-End-Gaming zu verzichten. Das Thema anzusprechen, es sich bewusst zu machen, über mögliche Lösungen nachzudenken, scheint mir davon unabhängig aber nicht verkehrt zu sein.

  4. Ein möglicher Energiesparmodus in Games kann natürlich ein mögliches Lösungsszenario sein. Dieser sollte aber bitte optional sein.
    Ich werde freiwillig auf den Luxus “High-End-Gaming” (enthält den Luxus Energie) nicht verzichten.
    Das ganze Thema Verzicht wird immer gerne im Zusammenhang mit dem Klimawandel genannt, dieser bringt uns aber nicht weiter. Wenn Verzicht die Lösung für das Problem sein soll, so wird uns die Welt nicht folgen. Erklären Sie bitte den aufstrebenden Mittelschichten in Schwellenländern oder gar der Bevölkerung in Entwicklungsländern bitte mal, dass diese bitte Verzicht für das Weltklima üben sollen. Keine Chance!
    Nur FORTSCHRITT ist die Lösung! Wir müssen vormachen, wie Umweltschutz und Ressourcenschonung mit Wohlstandsmehrung funktionieren können, dann folgt uns die Welt und nur dann!

    • Thomas Ruscher am

      Da stimme ich voll zu: Ein Energiesparmodus kann nur eine Option sein. Gerade in der Gamesindustrie wo jeder Blockbuster größer, schöner, toller sein soll als der vorherige, werden weder die Studios noch die Spielerinnen und Spieler auf Höchstleistungen verzichten wollen. Auf der anderen Seite mag es sicherlich Menschen geben, die bereits sind, ein wenig zurückzustecken und nicht in der allerfeinsten Auflösung spielen müssen, wenn sie dafür etwas einsparen können – oder ihrem Gewissen gut tun. Darum: Die Option wäre grundsätzlich begrüßenswert.

    • Als ob Menschen in den Entwicklungsländern keine Ahnung hätten! Die spüren doch die Auswirkungen des Klimawandels und der Unweltverschmutzung mehr als wir! Oder welche Firmen sind sort ansässig? Sind das nicht deutsche Firmen, die Pestizide verkaufen, die vorher niemand brauchte? Die Menschen unter brutalen Bedingungen arbeiten lassen? Wer fischt die Meere leer?

      Wie kann man so ignorant sein??? Wir selbst schippern unseren ganzen Müll nach Afrika.

      Die Regierungen, die Menschen von Bildung etc fernhalten sind die Verbrecher. Reiche Menschen, die arme ausbeuten und dann noch sagen, sie seien selbst Schuld. Klasse. Und wenn die dann nach Europa kommen, sind es widerum Schmarotzer. Genau wie unsere Hartz 4 Empfänger, die man ja erst in dieser Situation haben wollte…

    • Achtung bei dem Wort “Verzicht”.

      Oft stellt sich heraus das ein weniger, Bescheidenheit oder schlicht etwas anders zu tun als vorher, nicht ein “auf etwas verzichten” bedeutet.

      Wer offen für Änderung ist, kann sogar gewinnen Geld, Zeit, Lebensqualität. Da “verzichte” ich hin- und wieder super gerne.

      So stelle ich gerne in manchen Spielen, die Grafik, die Vegetationseinstellungen auf eine niedrigere Qualität und werde damit belohnt das ich erfolgreicher bin, da ich mich besser auf das Spielgeschehen fokussieren kann. Die aktuellest High-End Grafikkarte wäre da nur Kontraproduktiv und wird nicht gebraucht.

      • Thomas Ruscher am

        Stimmt natürlich. Gerade auch im E-Sport ist es nicht unüblich, Grafikdetails weiter herunterzuschrauben, um eine bessere Performance und Übersichtlichkeit zu haben.

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