Apple will mehr vom riesigen Games-Kuchen haben

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Apple will mehr vom riesigen Games-Kuchen haben

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Jetzt macht also auch noch Apple Computerspiele. Wer das neue Betriebssystem iOS 13 nutzt, entdeckt Apple Arcade im App Store. Für rund fünf Euro monatlich bekommen die User im Moment circa 60 Games. Ohne weitere Kosten, ohne Werbung. Bisher gibt es Arcade nur fürs iPhone, andere Apple-Geräte sollen am 30. September folgen.

Für Apple ist das eine große Sache. Das zeigt schon das neue Layout des App-Stores: Apple Arcade reiht sich dort als neue Hauptkategorie neben “Heute”, “Spiele”, “Apps” und “Suchen” ein, die “Updates” verstecken sich fortan im User-Profil. Ansonsten funktionieren die angebotenen Programme exakt so wie alle anderen Apps auf Apple-Geräten: laden und losspielen.

Es gibt schon so viele Spiele

Wenn es allerdings an einem keinen Mangel gibt, dann sind es: kostenfreie Spiele fürs Handy oder fürs Tablet. Der App-Store ist hoffnungslos überfrachtet mit kleinen, großen, guten und sehr schlechten Spielen. Das ist kein Apple-Phänomen: Auch der Google Playstore und so ziemlich jeder andere Shop für digitale Spiele erstickt an einer Flut von Games.

Genau dieses selbst geschaffene Chaos ist Apples Chance. Ein kuratiertes Angebot mit dem Ziel: Ein Spiel mit dem Label Apple Arcade ist kein Schrott. Denn hier müssen die Entwickler nicht circa 30 Prozent ihrer Einnahmen an Apple abdrücken, wie es im App-Store üblich ist. Sie bekommen direkt von Apple den Lohn ihrer Arbeit.

Das bedeutet auch: Damit Apple Arcade attraktiv bleibt, braucht die Plattform gute Spiele. Wie andere Spieleplattformen nimmt damit also nun auch Apple teil an der Jagd auf möglichst interessante Spiele, die dann exklusiv für iOS erscheinen sollen.

Was bedeutet “Exklusivspiel” und was haben die Entwickler davon?

Bisher kann sich das Angebot sehen lassen: Es gibt die kleinen Zwischendurch-Spiele, aber auch ambitionierte Indiegames. “Bleak Sword” etwa. Das Actionspiel im angesagten schwarz-weiß ist immer wieder für ein paar Minuten gut. Auch für Kinder gibt es witzige Spiele für Kinder: In “Sasquatch” zum Beispiel stibitzt der Spieler als freundliches Monster die Vorräte von Campern.

Verzichtet Apple Arcade wirklich auf Free-to-Play?

Apple Arcade taugt also zumindest für den ersten kostenlosen Monat. Nun muss Apple aber beweisen, dass unter Arcade tatsächlich nur vollwertige Spiele veröffentlicht werden – ohne plötzlich auftauchende Bezahlschranken, kostspielige Zusatzinhalte oder sonstige Free-to-Play-Mechaniken. Durch genau solche Bezahlmodelle hat die Branche voriges Jahr weltweit circa 88 Milliarden Dollar eingenommen. Es könnte verlockend sein für Apple, den eigenen Anteil davon noch ein wenig zu vergrößern.

Über den Autor

Mit "Doom" fing es an; seitdem haben digitale Spiele Thomas Ruscher nicht mehr losgelassen. Wenn er nicht gerade selbst spielt, schreibt und spricht er über Battle Royale, Open Worlds, eSport, Roguelikes und alles, was sonst noch mit Games zu tun hat.

4 Kommentare

  1. Ich bezweifle, dass sich Apple in dieser Branche durchsetzen wird. Ich habe sehr viel gezockt als Jugendlicher und die Ansprüche der Gamer sind seit dem extrem gestiegen. Es braucht Gaming Firmen die sich 24/7 damit beschäftigt um erfolgreich zu sein.

    • Thomas Ruscher am

      Die Spiele, die bei Apple Arcade im Angebot sind, stammen von teilweise sehr etablierten Firmen, die nichts anderes als Games im Sinn haben, allen voran Ubisoft. Und derzeit ist es eine Mischung von Casual Games und Core-Game (mehr oder weniger). Das passt jedenfalls für den Anfang. Letztlich kann ich mir Apple Arcade als nettes Zusatzangebot für gelegentliche Handy-Spieler vorstellen, als Ersatz für eine der etablierten Plattformen sehe ich das auch nicht.

  2. Ein großes Unternehmen veröffentlicht “kostenlos” eine Dienstleistung und wir alle applaudieren und nehme diese in Scharen in Anspruch.

    Ein Deja Vu: Ob Google Chrome, Facebook oder YouTube (Google), es sind nur drei Beispiele für derzeitige Monopole. Ja das Chaos ist weg, hurra, alles ist gleich hurra, es kostet nicht direkt Geld, hurra, wenn gleich mit unseren Daten Geld verdient wird, hurra.

    Doch ist es das?

    Entweder ein Monopolist der aufräumt und uns Ordnung bringt oder eine unüberschaubare Zahl von mehr oder weniger guten Spielen, welche mit cleveren Methoden den Leuten den Kopf verdrehen und immer wieder zu keinen Zahlungen verleiten.

    Ja, Apple allein macht in diesem Segment noch keinen Monopolisten, doch die ersten Schritte sind oft die gleichen.

    • Thomas Ruscher am

      Die Dienstleistung “Apple Arcade” ist nur im ersten Monat kostenlos, danach werden 4,99 Euro monatlich fällig. Vor allem springt Apple mit einer gewissen Verspätung auf einen Zug auf, der durch die Gamesbranche rast: Nach und nach kommt es zu einer “Netflixisierung”, unzählige Angebote an Diensten, die jeweils mehr oder weniger exklusive Spiele im Angebot haben. Wer am Ende tatsächlich alles spielen möchte, was wirklich interessant sein könnte, muss am Ende Accounts bei einem halben Dutzend oder mehr Angeboten haben und dort sein Abonnement bezahlen. Mit den großen Playern Sony, Microsoft, Epic, Steam und Nintendo scheint es im Moment eher fraglich, ob eine Monopolisierung zu befürchten ist.

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