Es gibt eine Arbeitsgruppe “Frauen im E-Sport” und das ist ziemlich traurig

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Es gibt eine Arbeitsgruppe “Frauen im E-Sport” und das ist ziemlich traurig

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Der E-Sport-Bund Deutschland hat gerade die Arbeitsgruppe “Frauen im E-Sport” gegründet, eine Interessenvertretung für Frauen im E-Sport. Dass es diese Gruppe überhaupt gibt, ist richtig, wichtig – und auch ziemlich traurig. Denn die bloße Notwendigkeit ist ein Armutszeugnis. Nicht für den ESBD und schon gar nicht für die Spielerinnen. Sondern für die E-Sport-Community.

Wer sich die Profis im E-Sport anschaut, findet in den Spitzenrängen vor allem: Männer. Die Top-50-Spieler haben nach Schätzungen jeweils mindestens eine Million Dollar Preisgeld kassiert – nur zwei Frauen knacken die Marke von 100.000 Dollar. Dabei spielt es keine Rolle um, welche E-Sport-Disziplin es geht.

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Die aktuellen Trends im E-Sport.

Aber dieses schwache Abschneiden der Spielerinnen sagt nichts über ihre Fähigkeiten aus. Denn kaum eine Sportart ist im Kern so egalitär wie der E-Sport: Spielerinnen und Spieler können sich auf Augenhöhe treffen, unabhängig von körperlichen Vor- und Nachteilen. Sie müssen mit Maus, Tastatur oder Controller meisterhaft umgehen können, um auf Spitzenniveau zu spielen. Theoretisch. Tatsächlich stellt sich Frauen aber noch eine ganz andere Herausforderung: Teile der E-Sport-Community.

E-Sportlerinnen müssen toxische Communities aushalten

Spielerische Leistungen von Frauen stehen oft erst an zweiter Stelle. Ein Mädchen, das seine ersten Schritte in den E-Sport wagt, bekommt es mit der Netz-Meute zu tun. Beleidigungen, Sexismus, Drohungen sind zahlreich dokumentiert. Wer sich da durchsetzen will, braucht ein dickes Fell – und es ist kein Wunder, wenn Spielerinnen sich dieser toxischen Community entziehen. Und damit dem E-Sport verloren gehen.

Jana Möglich, Sprecherin der neuen Arbeitsgruppe “Frauen im E-Sport”, fördert seit Jahren Mädchen und Frauen im E-Sport: “Das Ziel muss sein, eine für alle Menschen gleichermaßen faire und angenehme Spielatmosphäre zu schaffen”, sagt sie. Die Spielenden sollen an erster Stelle an ihrer spielerischen Leistung gemessen werden, oberflächliche Merkmale wie Geschlecht oder Aussehen in den Hintergrund rücken.

Es gibt Turniere nur für Frauen. Dort gibt es diese sichere, faire Umgebung. Aber auch sehr viel geringere Preisgelder und Prestige. Es ist eine Schande, dass nicht jedes Turnier, nicht jede Liga und nicht jedes E-Sport-Match zwischen Amateuren solche Bedingungen bietet. Die Arbeitsgruppe “Frauen im E-Sport” hat immens viel zu tun, damit es sie irgendwann nicht mehr geben muss.

Über den Autor

Mit "Doom" fing es an; seitdem haben digitale Spiele Thomas Ruscher nicht mehr losgelassen. Wenn er nicht gerade selbst spielt, schreibt und spricht er über Battle Royale, Open Worlds, eSport, Roguelikes und alles, was sonst noch mit Games zu tun hat.

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